Die Behauptung
Rechtsextreme Milizen wie die Proud Boys und andere bewaffnete Gruppen haben sich bei Protesten in den USA öffentlich hinter Elon Musk gestellt – und Musk äußert sich nicht zu deren Unterstützung, sondern fordert stattdessen die Verhaftung der Demonstrierenden.
Irreführend
Vorsichtig! Die Teilnahme bewaffneter Rechtsextremer an Gegenprotesten gegen die „Tesla Takedown“-Demonstrationen ist durch Bilder und Augenzeugenberichte belegt. Elon Musk distanzierte sich nicht von diesen Gruppen, sondern lenkte die Aufmerksamkeit auf unbelegte Behauptungen über die Finanzierung der Proteste. Eine direkte Zusammenarbeit zwischen Musk und den Milizen lässt sich jedoch nicht nachweisen.
Kurze Faktenübersicht:
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Rechtsextreme Gruppen wie die Proud Boys nahmen bewaffnet an Gegenprotesten teil.
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Musk äußerte sich nicht zur Präsenz dieser Gruppen, sondern sprach von inszenierten Protesten.
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Extremisten wie David Pettinger traten in Hitler-Kostüm auf und skandierten rechte Parolen.
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Musk machte George Soros und Reid Hoffman ohne Belege für die Proteste verantwortlich.
Zwischen Hakenkreuzästhetik und Musk-Verehrung: Was ist da los?
Neonazi-Support für Elon Musk: Der bizarre Gegenprotest
Am Wochenende kam es in zahlreichen US-Städten zu massiven Protesten gegen Elon Musk. Die Demonstrationen richteten sich laut den Teilnehmern nicht primär gegen die Marke Tesla, sondern gegen den politischen Einfluss des Unternehmers und seine Nähe zu extremistischen Positionen. Doch während Tausende friedlich demonstrierten, geschah auf der Gegenseite Bemerkenswertes: Neonazistische Milizen, bewaffnete Extremisten und bekennende Antisemiten stellten sich demonstrativ hinter Musk.
Unter dem Namen „Tesla Shield“ formierten sich bekannte Rechtsextremisten. Bilder zeigen Personen in paramilitärischer Kleidung mit Waffen, darunter Proud Boys mit typischen Fred-Perry-Polos und Mitglieder der „Veterans on Patrol“. In Idaho erschien der Rechtsextreme David Pettinger mit einer Pistole, verkleidet als Adolf Hitler. Seine Begründung gegenüber Wired: Er wolle „zeigen, wie lächerlich die Nazi-Vergleiche sind“. Ein T-Shirt mit „Literally Hitler“ und ein Aufdruck von Musk mit Hitlergruß lassen jedoch tiefere ideologische Nähe vermuten.
Wie konnte es so weit kommen? Musk schweigt, und lenkt ab
Während die extremistische Kulisse für Aufsehen sorgte, schwieg er zur radikalen Unterstützung. Stattdessen wütete er auf X (ehemals Twitter) über angeblich bezahlte Demonstranten, forderte die Festnahme von Organisatoren und warf, wie so oft, George Soros und Reid Hoffman vor, hinter allem zu stecken. Belege? Keine.
Die Taktik ist nicht neu. Soros dient seit Jahren als Projektionsfläche antisemitischer Verschwörungsmythen. Musk bedient sich dieses Repertoires regelmäßig, und feuert es über seine eigene Plattform an Millionen Follower hinaus. Die Ablehnung jeglicher Kritik und die Umdeutung legitimer Proteste als „bezahlte Angriffe“ erinnern eher an autoritäre Narrative als an demokratischen Diskurs.
Die gefährliche Allianz: Tech-Milliardär trifft Waffenmiliz
Musk hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit rechten und rechtsextremen Positionen umgeben. Von verschwörungstheoretischen Inhalten bis hin zu offenen Angriffen auf Journalisten und Kritiker, der Stil ist aggressiv, der Ton zunehmend ideologisch aufgeladen. Wenn dann schwer bewaffnete Gruppen mit Nazi-Ästhetik seine Gegner einschüchtern und der Multimilliardär dazu schweigt, entsteht ein toxisches Zusammenspiel.
Die Proud Boys, bereits vom FBI als extremistische Bedrohung eingestuft, riefen offen zur Infiltration der Proteste auf. Die Veterans on Patrol unterbrachen ihre „Grenzpatrouillen“, um sich den Gegendemonstrationen zu widmen. Die Botschaft ist klar: Wer sich gegen ihn stellt, muss mit Einschüchterung, im Zweifel mit Waffengewalt, rechnen. Und das alles unter dem Deckmantel eines angeblichen „Schutzes der Meinungsfreiheit“.
Was sagen die Beweise?
Fotos, Videos und Berichte von Plattformen wie Bluesky und Wired belegen die Präsenz rechtsextremer Gruppen eindeutig. Besonders brisant: Aufnahmen aus Meridian, Idaho, zeigen Dutzende bewaffneter Männer mit taktischer Ausrüstung. Die Polizei hielt sich weitgehend zurück. Gleichzeitig kriminalisierte das Justizministerium auf Druck von Donald Trump Teile der friedlichen Protestierenden als „inländische Terroristen“.
Es ist ein besorgniserregendes Bild: Auf der einen Seite demonstrieren Bürger*innen für demokratische Werte, auf der anderen Seite stehen Neonazis mit Sturmgewehren, und Elon Musk, der lieber über „bezahlte Puppen“ fabuliert, als sich von radikalen Anhängern zu distanzieren.
Fazit zum Thema
Elon Musk schweigt zu radikalen Unterstützern und verbreitet stattdessen Verschwörungsnarrative. Die Teilnahme bewaffneter Neonazi-Gruppen an den Gegenprotesten ist belegbar, und hochgefährlich. Wer sich legitimen Protesten mit Waffen entgegenstellt, verlässt den Boden demokratischer Auseinandersetzung. Musks Verhalten wirft die Frage auf, ob er diesen Boden längst selbst verlassen hat.
Quelle: der Standard
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