Plastikschnee in Deutschland? Ein Faktencheck

Ungewöhnlich oder einfach erklärbar? Ein Video sorgt für Verwirrung.

Die Behauptung

In einem Video wird behauptet, in Deutschland sei Schnee gefallen, der beim Berühren nicht schmilzt. Dieser sogenannte „Plastikschnee“ erinnere an Styroporkügelchen und könnte auf den Klimawandel zurückzuführen sein.

Falsch

Die Behauptung ist falsch. Bei dem vermeintlich ungewöhnlichen Material handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Graupel – ein natürliches Wetterphänomen, das aufgrund seiner Struktur langsamer schmilzt als gewöhnlicher Schnee.

Kurze Faktenübersicht:

  • Graupel statt Plastik: Die im Video gezeigten Eigenschaften passen genau zu Graupel, einer natürlichen Schneeform.
  • Struktur erklärt Verhalten: Graupelkörner sind dicht und isolierend, was das langsame Schmelzen erklärt.
  • Missverständnis statt Sensation: Das Phänomen ist rein meteorologisch und hat nichts mit Plastik oder künstlichen Materialien zu tun.
💬Woran erkennt man Fake News zuverlässig? Antworten finden Sie im Leitfaden Fake News erkennen.

Graupel statt Plastik: Die Erklärung für den vermeintlichen „Plastikschnee“

Ein virales Video zeigt einen angeblich nicht schmelzenden Schnee in Deutschland, der sich wie Styroporkügelchen anfühlen soll. Diese ungewöhnliche Erscheinung wirft Fragen auf, insbesondere da von „Plastikschnee“ die Rede ist. Was steckt dahinter?

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen
Screenshot des Videos
Screenshot des Videos

Was genau ist Graupel?

Graupel ist eine spezielle Form von Schnee, die entsteht, wenn Schneekristalle in den Wolken von unterkühlten Wassertröpfchen umhüllt werden. Dabei entstehen kugelförmige, weiche Eiskörner mit einem Durchmesser von 2 bis 5 Millimetern.

Vergrößerter Ausschnitt aus dem Video
Vergrößerter Ausschnitt aus dem Video

Eigenschaften von Graupel

  • Trocken und leicht: Graupel fühlt sich weniger nass an als gewöhnlicher Schnee.
  • Poröse Struktur: Die kleinen Körnchen erinnern optisch und haptisch tatsächlich an Styroporkügelchen.
  • Langsames Schmelzen: Durch die geringe Kontaktfläche schmilzt Graupel nicht so schnell in der Hand wie kompakter Schnee.

Warum schmilzt Graupel langsamer?

Die langsame Schmelzrate von Graupelkörnern ist rein physikalisch erklärbar:

  • Konsistenz: Die dichte, eisige Struktur isoliert und verzögert die Wärmeaufnahme.
  • Kontaktfläche: Die kleinen, losen Körner haben weniger direkten Kontakt zur Haut.
  • Trockene Hände: Wenn die Haut keine Feuchtigkeit abgibt, ist die Wärmeübertragung zusätzlich erschwert.

Die Verbindung zum Video: Ein Missverständnis

Die im Video gezeigten Bilder und die beschriebenen Eigenschaften passen genau zu Graupel. Was als „Plastikschnee“ bezeichnet wird, ist schlicht ein meteorologisches Phänomen. Die Spekulationen über künstlichen Schnee oder Auswirkungen des Klimawandels entbehren jeglicher Grundlage.

Fazit zum vermeintlichen „Plastikschnee“

Das Video zeigt keine Sensation, sondern ein ganz normales Naturphänomen. Graupel, oft mit Schnee verwechselt, schmilzt aufgrund seiner speziellen Struktur langsamer und fühlt sich ungewöhnlich an. Die Behauptung, es handele sich um „Plastikschnee“, ist eindeutig falsch.

Quellen: Deutscher Wetterdienst, Wetter Online

Abonnieren Sie unseren Newsletter, um auf dem Laufenden zu bleiben. Erkunden Sie auch unser umfangreiches Medienbildungsangebot.

Passend zum Thema:
Faktencheck: Der Schneeball und die Flamme
Faktencheck: Schnee riecht nach verbranntem Plastik
Faktencheck: Verschwörung um „falschen Schnee“ in US-Winterstürmen widerlegt

MIMIKAMA · FAKTENCHECK

Faktencheck als Bild teilen

Den Faktencheck per Artikellink teilen oder das 4:5-Faktenbild als PNG herunterladen.

Social-Faktenbild · 4:5 · 1080 × 1350 px

Bild wird vorbereitet …

Bitte prüfe beim Teilen, ob der gekürzte Text die Aussage korrekt wiedergibt. Die vollständige Recherche ist im Artikel verlinkt.


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.