Doch wie schädlich sind Pommes wirklich?
Unter dem CO₂-Fußabdruck (auch CO₂-Bilanz) versteht man jene Menge an CO₂-Emissionen, die ein Mensch in einer bestimmten Zeit verursacht. Je größer der Fußabdruck, desto klima-schädlicher lebt man. Gemessen wird der CO₂-Fußabdruck mittels CO₂-Äquivalente (CO₂-eq). Dieses Maß versinnbildlicht das Treibhauspotenzial einer Substanz oder einer Aktivität.
Oder anders ausgedrückt: Durch die Angabe der CO₂-Äquivalente werden Dinge in ihrer Auswirkung auf das Klima vergleichbar.
Die Frage, wie sich welche Lebensmittel auf das Klima auswirken, ist ein Dauerbrenner und Inhalt zahlreicher Studien. Das Portal nachhaltigleben.ch hat zu diesem Thema die sechs größten Klimasünder unter den Lebensmitteln aufgelistet.
Tiefkühl-Pommes sind dabei auf Platz vier gelandet. Während die Bio-Kartoffel bei diesem Ranking auf 140 Gramm CO₂-Äquivalente kommt, bringen es die Fritten laut Portal auf unglaubliche 5,7 Kilogramm.
Übrigens: Butter ist bei diesem Vergleich der größte Klimasünder, gefolgt von Rindfleisch. Auf Platz drei sind Käse und Rahm.
Andere Studien
Den ökologischen Fußabdruck von Lebensmittel und Gerichten in Deutschland hat auch das Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg untersucht. Auf ein Kilo Pommes kommen hier 0,7 Kilogramm CO₂-Äquivalente.
Warum die Zahlen diverser Studien voneinander abweichen, lässt sich damit erklären, dass es davon abhängig ist, ob die jeweilige Studie berücksichtigt, WIE die Kartoffel transportiert und zubereitet wurde.
Die taz.de berichtet beispielsweise von dem Projekt „All You Can Eat“ der Organisation Eaternity und des Tagesspiegels, bei dem auf ein Kilogramm Pommes ebenfalls ganze 5,43 Kilogramm CO₂ kommen – und das ohne Flug.
Bei den Kartoffeln sind es hier nur 0,14 Kilogramm CO₂.
WIE schlecht die CO₂-Bilanz von Fritten ist – sprich, wie schlecht sie nun wirklich fürs Klima sind – hängt davon ab, welche Faktoren in den jeweiligen Studien einbezogen wurden. Fakt ist aber, dass Pommes zu den Lebensmitteln gehören, die eine hohe CO₂-Emission verursachen. Unabhängig von den Transportwegen, müssen die Kartoffeln nämlich geschnitten, getrocknet, frittiert und tiefgekühlt werden. Daheim werden sie dann im Gefrierfach aufbewahrt und bei der Zubereitung nochmals frittiert. Das schlägt sich auf den CO₂-Fußabdruck nieder.
Bedenklich scheint auch die Zahl, die das Portal nachhaltigleben.ch zur Wasser-Bilanz bekannt gibt. Zum Wasserverbrauch der Packung Pommes frites aus dem Supermarkt finden sich zwar keine eindeutigen Angaben. Aber man kennt den Wasserverbrauch eines Fast-Food Menüs, das lediglich aus einer Cola, einem Burger und einer Portion Fritten besteht. Und der liegt bei unglaublichen 6.000 Liter!
Quelle: nachhaltigleben.ch, taz.de, Tagesspiegel, Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg, Our World in Data
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