Die Behauptung
Wladimir Putin verlangt die Auslieferung von Bill Gates und Anthony Fauci wegen Bioterrorismus und angeblicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Russland habe Beweise für ihre Schuld und mache die Auslieferung zur Bedingung für den Frieden in der Ukraine.
Falsch
Falsch! Es gibt keinerlei juristische Grundlage für eine Auslieferung von Fauci oder Gates an Russland. Die USA haben keinen Auslieferungsvertrag mit Russland. Die angeblichen „Beweise“ existieren nicht. Es handelt sich um Desinformation ohne jede Substanz.
Kurze Faktenübersicht:
- Kein Auslieferungsvertrag zwischen USA und Russland
- Keine offiziellen Beweise gegen Gates oder Fauci
- Ursprung der Behauptung: notorische Fake-News-Website
- Juristen bestätigen: Auslieferung juristisch unmöglich
Der große Bluff aus Moskau? Was wirklich hinter Putins angeblichem Ultimatum steckt
Der angebliche Skandal um Bill Gates und Anthony Fauci ist nichts weiter als das neueste Kapitel im Desinformationsmärchenbuch einiger Verschwörungsportale. Die Wahrheit sieht ganz anders aus, und sie ist, wie so oft, weniger spektakulär, aber dafür belegbar.
Die Behauptung: Putin verlangt Gates und Fauci, sonst Krieg
Der virale Beitrag liest sich wie ein Drehbuch für einen dystopischen Thriller: Wladimir Putin fordere angeblich die Auslieferung von Gates und Fauci wegen Bioterrorismus. Die Drohung: Kein Frieden in der Ukraine, solange der Westen sich weigert. Fauci und Gates hätten COVID-19 „konstruiert“, Milliarden seien manipuliert worden, um Macht und Kontrolle zu sichern.
Diese Geschichte stammt ursprünglich von „The People’s Voice“, vormals bekannt als „YourNewsWire“ und „NewsPunch“. Diese Seite ist bekannt für erfundene Zitate, verzerrte Studien und hanebüchene Behauptungen. Ihre Texte zirkulieren regelmäßig in verschwörungsideologischen Kreisen.
Warum sich diese Story so schnell verbreitete
Die Geschichte ist perfekt konstruiert für maximale Emotionalisierung: Eliten gegen das Volk, angebliche geheime Akten, dramatische Enthüllungen, ein „heldenhafter Putin“ gegen „verräterische Globalisten“. Psychologisch spielt sie mit tief verankerten Ängsten und Wut auf Institutionen.
Dazu kommt: In sozialen Netzwerken verbreiten sich solche Behauptungen rasend schnell. Vor allem, wenn sie sich wie eine „verbotene Wahrheit“ lesen.
Analyse: Nichts als heiße Luft
Die Realität sieht ernüchternd aus. Die USA haben keinen Auslieferungsvertrag mit Russland. Das bestätigten mehrere Rechtsexperten unabhängig voneinander gegenüber Lead Stories. Ohne Vertrag ist eine Auslieferung juristisch unmöglich, selbst wenn Russland offiziell darum bitten würde.
Zudem gibt es keinerlei Beweise für die angeblich begangenen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Die Quelle bietet keine Namen, keine Dokumente, keine belastbaren Fakten, nur Behauptungen.
„Es gibt keine rechtliche Grundlage für die Auslieferung eines US-Bürgers an Russland.“
John Parry, Jura-Professor an der Lewis & Clark Law School
„Ohne Vertrag ist die USA zu nichts verpflichtet, und eine Auslieferung ist nahezu ausgeschlossen.“
Heather Cucolo, Professorin an der New York Law School
Beweise? Fehlanzeige. Quellen? Unseriös.
Die Seite „The People’s Voice“ ist eine altbekannte Quelle für Desinformation. Bereits früher fiel sie durch frei erfundene „Zitate“ von Prominenten, Politiker:innen und Wissenschaftler:innen auf. Facebook entzog der Seite bereits 2018 die Verifizierung. Medienwatchdogs wie Media Matters warnen regelmäßig vor ihren Inhalten.
Eine Google-News-Suche ergibt keine glaubwürdige Quelle, die Putins angebliche Forderung belegt. Keine Regierung, keine internationale Organisation, kein seriöses Medium berichtet darüber.
Was sagt das US-Gesetz konkret zur Auslieferung von Staatsbürgern?
Laut dem U.S. Code (Title 18, Chapter 209, §3181) ist eine Auslieferung eines US-Bürgers an ein anderes Land nur dann erlaubt, wenn ein entsprechender Auslieferungsvertrag mit diesem Land besteht.
Der genaue Gesetzestext besagt:
„Die Bestimmungen dieses Kapitels über die Auslieferung von Personen, die in fremden Ländern Straftaten begangen haben, gelten nur während des Bestehens eines Auslieferungsvertrags mit der betreffenden ausländischen Regierung.“
Das bedeutet:
- Ohne Auslieferungsvertrag ist eine Auslieferung illegal.
- Ausnahmen gelten nur für Nicht-Staatsbürger und nur unter sehr speziellen Bedingungen, etwa bei Gewaltverbrechen gegen US-Bürger im Ausland und mit schriftlicher Genehmigung des Justizministeriums.
- Politisch motivierte Straftatvorwürfe sind ausdrücklich ausgeschlossen.
Da Russland kein Auslieferungsabkommen mit den USA hat, ist eine Auslieferung von Anthony Fauci (oder Bill Gates) gesetzlich ausgeschlossen.
Zusammenfassende FAQ zur Behauptung: „Putin will Gates und Fauci wegen Bioterrorismus ausliefern lassen“
- Hat Wladimir Putin offiziell die Auslieferung von Bill Gates und Anthony Fauci verlangt?
Nein. Es gibt keine offiziellen russischen Regierungsdokumente, Pressemitteilungen oder diplomatischen Noten, die eine solche Forderung belegen. Die Behauptung stammt aus einer unseriösen Quelle ohne belegbare Fakten. - Gibt es Beweise für „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ durch Gates oder Fauci?
Nein. Es wurden keine Beweise veröffentlicht oder durch internationale Institutionen bestätigt, die auf eine Beteiligung von Gates oder Fauci an Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang mit COVID-19 hindeuten würden. - Können die USA Gates oder Fauci an Russland ausliefern?
Juristisch: Nein. Die USA und Russland haben keinen Auslieferungsvertrag. Das bedeutet, dass eine Auslieferung amerikanischer Staatsbürger an Russland gesetzlich nicht erlaubt ist, selbst wenn ein Antrag gestellt würde. - Was ist die Quelle dieser Behauptung?
Die Behauptung wurde von der Website „The People’s Voice“ verbreitet, früher bekannt als „NewsPunch“ oder „YourNewsWire“. Diese Seite ist bekannt für die systematische Verbreitung von Desinformationen, erfundenen Zitaten und spekulativen Verschwörungsmythen. - Gibt es Hinweise darauf, dass COVID-19 „konstruiert“ wurde?
Nein. Der überwältigende wissenschaftliche Konsens deutet darauf hin, dass SARS-CoV-2 nicht künstlich im Labor erschaffen wurde. Verschiedene internationale Studien und Untersuchungen unterstützen eine natürliche Entstehung, auch wenn die Ursprünge weiter untersucht werden. - Stimmt es, dass Lockdowns und Impfprogramme „lange im Voraus geplant“ waren?
Nein. Maßnahmen wie Lockdowns oder Impfstrategien wurden im Rahmen der Pandemie-Bekämpfung in Echtzeit und unter großem Zeitdruck entwickelt. Dass Regierungen Notfallpläne für Pandemien haben, ist normal und notwendig, und kein Beweis für eine Verschwörung. - Was sagen unabhängige Experten zu dieser Geschichte?
Rechtsexperten wie John Parry und Heather Cucolo bestätigen übereinstimmend: „Eine Auslieferung an Russland ist rechtlich ausgeschlossen.“ Auch Medienexperten warnen vor der Quelle dieser Behauptung, die schon mehrfach mit Falschmeldungen aufgefallen ist. - Warum verbreiten sich solche Geschichten trotzdem?
Weil sie mit Emotionen spielen, vor allem Angst, Wut und Misstrauen. Sie bieten einfache Erklärungen für komplexe Probleme und bedienen ein Weltbild, das Gut und Böse klar voneinander trennt. Deshalb verbreiten sich solche Fake News besonders schnell in sozialen Netzwerken.
Fazit zum Thema
Was bleibt übrig? Eine fiktive Erzählung, die sich geschickt in aktuelle geopolitische Spannungen einklinkt, aber inhaltlich auf Sand gebaut ist. Weder Fauci noch Gates müssen eine Auslieferung nach Russland fürchten, denn juristisch ist das ausgeschlossen. Die Geschichte ist ein Lehrbuchbeispiel für politische Propaganda im Verschwörungsstil.
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