Faktencheck: Sinkendes Rentenniveau und steigende Politikerdiäten

Informiere dich über die irreführenden Aussagen zu Rentenniveau und Politikerdiäten. Mimikama klärt die Fakten und entlarvt falsche Zahlen auf Social Media

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Ein Sharepic setzt das sinkende Rentenniveau mit steigenden Politikerdiäten ins Verhältnis. Die Rechnung geht dabei jedoch nicht auf.

Sinkendes Rentenniveau und steigende Politikerdiäten

Die Zahlen auf dem Sharepic entsprechen nicht den Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
Rentenniveau und Politikerdiäten lassen sich nicht ins Verhältnis setzen.

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Aktuell kursiert auf Social Media ein Sharepic, das behauptet, die Rente sinke seit 1977 stetig. Dabei sollen sich im selben Zeitraum Politiker ihre Diäten um 270% erhöht haben. Es geht dabei um folgendes Bild:

Screenshot des angefragten Sharepic
Screenshot des angefragten Sharepic

Unsere Rente sinkt seit 1977 stetig!

Immer neue Gesetze sorgen dafür, dass sich die Rente immer weiter von den Einkommen abkoppelt.

2002 lag das Rentenniveau noch bei 54 Prozent der Einkommen, derzeit sind es 50 Prozent. 2030 sollen es nur noch 43 Prozent sein.

Im selben Zeitraum haben sich die Politiker ihre Diäten um 270% erhöht.

Noch Fragen?

Der Faktencheck

Wie die dpa-Faktenchecker schreiben, werden bei dem Sharepic falsche Zahlen zur Rentenentwicklung verwendet sowie falsche Schlüsse gezogen. So soll bei der Darstellung der Politikerdiäten die Erhöhung falsch berechnet und die Inflation nicht beachtet worden sein.

Die Rente selbst sinkt nicht, sondern wird regelmäßig erhöht. Das Rentenniveau (eine statistische Messgröße) sinkt hingegen tatsächlich. Johannes Rausch, Leiter der Abteilung Alterssicherung/Sozialpolitik am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik sagt gegenüber der dpa, dass „das Rentenniveau tatsächlich misst, wie viel Prozent des Durchschnittslohns die Standardrente beträgt“.

Auf der Webseite erklärt die Deutsche Rentenversicherung, dass „ein Absinken des Rentenniveaus nicht heißt, dass die Brutto-Renten sinken. Das sei durch die Rentengarantie sogar gesetzlich ausgeschlossen. Sie sollen auch künftig steigen, aber nicht so stark wie die Einkommen“.

Rentenniveau und Politikerdiäten können nicht ins Verhältnis gesetzt werden

Zudem sind die Zahlen auf dem Sharepic nicht ganz richtig. So betrug das Rentenniveau im Jahr 2002 52,9 Prozent und liegt derzeit bei 48,2 Prozent. Im Jahr 2030 muss das Rentenniveau bei mindestens 43 Prozent liegen – das ist gesetzlich festgelegt. Die vorläufige Prognose liegt bei 44,3 Prozent.

Laut Johannes Geyer, Rentenexperte am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) können sinkende Rentenniveaus und steigende Politikerdiäten nicht ins Verhältnis gesetzt werden, da „beide sachlich erst mal nichts miteinander zu tun haben“. Das Rentenniveau sei etwas anderes als der absolute Geldwert einer Abgeordnetenentschädigung.

Auch die Rechnung der Politikerdiäten geht nicht ganz auf. Rein rechnerisch hätten sich diese im Vergleich der Diäten im Jahr 1977 und im Jahr 2020 um rund 163 Prozent erhöht. Hierbei fehlt aber noch die Komponente der Inflation. Zieht man diese mit ein, handelt es sich um rund zehn Prozent Anstieg zwischen 1977 und 2020. (siehe hier)

Mehr Informationen zu dem Thema findest du hier.

Fazit:

Das Sharepic gibt einige Fakten nicht korrekt wider. So handelt es sich nicht um die Rente selbst, sondern dem Rentenniveau, das sinkt. Auch die gezeigten Zahlen sind nicht ganz richtig.

Laut einem Rentenexperten lässt sich das Rentenniveau und die Politikerdiäten zudem nicht ins Verhältnis setzen.

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Quelle: dpa-Faktencheck
Artikelbild: Shutterstock / Von Lena Evans


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