Vergangenen Samstag (05.12.15) wurde der Polizei ein Betrug angezeigt, bei der eine Lübeckerin Bargeld in Höhe von insgesamt 180.000,- Euro an zwei Geldabholer einer überörtlich agierenden Tätergruppe übergab.
Kommissar Sturm rief an
Die 80-Jährige wurde über einen längeren Zeitraum (seit 28.11.15) von einem Täter angerufen, der sich ihr gegenüber als BKA-Beamter „Kommissar Sturm“ ausgegeben hatte.
Bei dem ersten Anruf wurde ihr gegenüber die Rückrufnummer „0451-110“ angegeben, um sie in dem Glauben zu lassen, dass dieser Anruf tatsächlich von der Polizei kommt.
Manche Täter nutzen auch das als „Call-ID-Spoofing“ bekannte Verfahren, in dem die Rufnummern in tatsächlich existierende Telefonnummern umgewandelt werden und bei den Angerufenen im Display erscheinen.
Der Geschädigten wurde mitgeteilt, dass in der Nähe ihres Wohnhauses bulgarische Straftäter festgenommen worden seien, bei denen die Kontodaten der Geschädigten gefunden wurden.
Der Anrufer gab vor, dass nun die Gefahr bestehe, dass ihre Konten leergeräumt würden. Deshalb habe man das BKA eingeschaltet.
Frau soll Ihre Gelder zu Hause sicher aufbewahren!
Es meldete sich der „BKA-Beamte Sturm“ und riet der Geschädigten, sämtliche Gelder von ihren Konten abzuheben und zu Hause sicher zu verwahren.
Die Geschädigte glaubte dem Anrufer letztlich auch vor dem Hintergrund, dass sie ständig angerufen wurde und ihr gegenüber Beispiele genannt wurden, bei denen andere Personen bereits ihr Vermögen verloren hätten.
Der vermeintliche „BKA-Beamte“ erwähnte auch, dass eine „alte Dame“ sogar irgendwo „abgestochen“ worden wäre, damit die „Täter“ an das Geld kommen.
Die Lübeckerin wurde regelrecht terrorisiert mit den Anrufen und selbst wenn sie das Telefonat beendet hatte, wurde sie gleich darauf wieder angerufen und verunsichert.
Das ging so weit, dass sie selbst auch um ihre Angehörigen Angst hatte, so dass sie sich zunächst niemandem anvertraute. Letztlich übergab sie am Donnerstag (03.12.15) und am Samstag (05.12.15) jeweils Beträge von 100.000,- Euro und 80.000,- Euro an zwei unterschiedliche Geldabholer.
Bei der zweiten Geldübergabe wurde ihr ein Umschlag übergeben mit dem Hinweis, es seien ihre 100.000,- Euro, die angeblich durch das BKA überprüft und markiert worden seien.
Daraufhin übergab sie das restliche Geld. Erst später stellte sie fest, dass in dem Umschlag lediglich ein Stapel Zettel war.
Die Polizei wurde eingeschaltet
Jetzt wandte sich die Geschädigte an Angehörige und die Polizei wurde eingeschaltet. Beim Aufsuchen der Rentnerin konnten die Polizeibeamten keine Geldboten in der Nähe der Wohnanschrift mehr feststellen.
Die Polizei ermittelt in der Sache und warnt die Bevölkerung, insbesondere ältere Menschen vor solchen Betrügern: „Übergeben Sie Ihr Geld nicht einer fremden Person! Teilen Sie Ihre Bedenken einer vertrauten Person mit.
Überprüfen Sie die Telefonnummern, die Ihnen der fremde Anrufer mitteilt, mit einem Rückruf oder einer Recherche, denn Polizeirufnummern sind stets öffentlich und nachvollziehbar. Gehen Sie nach zweifelhaften Anrufen direkt zu Ihrer örtlichen Polizeidienststelle und melden Sie den Vorfall.“.
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