Rettung aus dem Hitzeschock. Und ganz nebenbei eine Kühlmatte verkauft.

Emotionale Rettungsgeschichten sollen Vertrauen schaffen. Hinter den Beiträgen steckt jedoch mitunter vor allem ein Ziel: der Verkauf eines Produkts.

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Manche Facebook-Geschichten haben alles, was das Herz begehrt: einen Hund oder eine Katze in Lebensgefahr, mutige Retter, ein Happy End und als überraschenden Star des Einsatzes eine Hundekühlmatte. Fehlt eigentlich nur noch die Filmmusik.

Genau dieses Muster fällt derzeit bei Werbebeiträgen der Marke Fellstern auf. Verbreitet werden dramatische Einsatzberichte angeblicher Tierrettungen, die am Ende fast zwangsläufig zu einer Kaufempfehlung führen. Einer dieser Absender nennt sich „Tierrettung Helmstedt Einsatzberichte“.

Das Problem: Eine Tierrettung dieses Namens existiert nach unseren Recherchen nicht. Weder finden sich Hinweise auf einen eingetragenen Verein noch auf eine Organisation, die tatsächlich Rettungseinsätze durchführt. Dafür finden sich umso mehr emotional inszenierte Geschichten, die am Ende auf den Verkauf einer Hundekühlmatte hinauslaufen.

Wenn Marketing plötzlich Blaulicht fährt

Werbung kennt viele Gesichter. Manche ist als Werbung gekennzeichnet. Andere tarnt sich als Erfahrungsbericht. Und dann gibt es Beiträge, die aussehen wie Einsatzprotokolle einer Tierrettung, obwohl am Ende vor allem ein Produkt verkauft werden soll.

Rettung aus dem Hitzeschock. Und ganz nebenbei eine Kühlmatte verkauft.
Screenshot aus der Werbebibliothek
Rettung aus dem Hitzeschock. Und ganz nebenbei eine Kühlmatte verkauft.
Screenshot der Werbebibliothek mit angeblichen Einsatzberichten – die Verlinkung unter den Berichten erfolgt dann auf tiermedizin-heute.de oder direkt auf fellstern.com

Das funktioniert erstaunlich gut. Wer einen dramatischen Rettungsbericht liest, denkt zunächst an das Tier und nicht daran, ob der Absender überhaupt existiert. Genau dieser Vertrauensvorschuss macht das Modell so wirkungsvoll.

Eine angebliche Tierrettung genießt automatisch mehr Glaubwürdigkeit als ein Onlineshop. Deshalb ist sie als Werbefigur besonders attraktiv.

Der Hund oder die Katze dienen als Kulisse

Die Geschichten ähneln sich auffällig. Ein Hund kollabiert wegen der Hitze. Retter erscheinen rechtzeitig. Es wird dramatisch, emotional und möglichst ausführlich berichtet. Anschließend folgt die Erkenntnis, dass eine spezielle Kühlmatte praktisch unverzichtbar sei.

Zufälle gibt es natürlich. Manche treten allerdings erstaunlich regelmäßig auf.

Problematisch wird die Sache dort, wo nicht nur Produkte beworben, sondern gleichzeitig medizinische Empfehlungen verbreitet werden. In mehreren Beiträgen werden Hinweise gegeben, die nicht mehr dem heutigen veterinärmedizinischen Kenntnisstand entsprechen. Ein Hitzschlag beim Hund oder der Katze ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Hier zählt schnelle und fachgerechte Hilfe, nicht ein möglichst überzeugender Werbetext oder eine Kühlmatte.

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Vertrauen ist kein Werbemittel

Wer echte Tierheime oder Tierrettungen kennt, weiß, wie ihre Social-Media-Seiten normalerweise aussehen. Dort finden sich Vermittlungen, Spendenaufrufe, Berichte aus dem Alltag und Informationen über die eigene Arbeit.

Wenn eine Seite dagegen fast ausschließlich dramatische Rettungsgeschichten veröffentlicht, die regelmäßig im Verkauf eines bestimmten Produkts enden, lohnt sich ein zweiter Blick.

Nicht jede emotionale Geschichte ist falsch. Nicht jede Produktempfehlung ist unseriös. Wenn jedoch eine Organisation offenbar gar nicht existiert und gleichzeitig mit ihrer vermeintlichen Fachkompetenz Vertrauen geschaffen wird, wird aus geschicktem Marketing schnell eine Täuschung.

Am Ende bleibt eine einfache Erkenntnis: Wer einer angeblichen Tierrettung begegnet, sollte zuerst prüfen, ob sie tatsächlich existiert. Erst danach lohnt sich der Blick auf die beworbenen Produkte. Denn echte Tierrettungen retten in erster Linie Tiere. Sie werden nicht zufällig nach jedem Einsatz Markenbotschafter für dieselbe Kühlmatte.

Quellen

NGO
Verbraucherzentrale
Kein Datum angegeben


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