Stammt das Schutzanzug-Foto von der „Hondius“?

In sozialen Medien wird ein Foto mit Schutzanzügen dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Schiff zugeschrieben. Doch es zeigt etwas anderes.

Die Behauptung

In sozialen Netzwerken kursiert ein Foto mit Personen in weißen Schutzanzügen vor einem Schiff. Daneben ist ein Kameramann oder Fotograf ohne Schutzkleidung zu sehen. Nutzer stellen das Bild in Zusammenhang mit Hantavirus-Infektionen auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“.

Aufgestellt von: Soziale Medien

Falsch

Nein, das Bild zeigt keinen Hantavirus-Einsatz auf der „Hondius“. 
Es stammt von einer Übung in Almería mit einem Ebola-Szenario. 
Der falsche Zusammenhang erzeugt den Eindruck einer Inszenierung.

📖Wie werden echte Bilder gezielt falsch eingeordnet? Antworten finden Sie im Leitfaden Bild- und Kontext-Fakes.

Auf einem Bild erkennt man zuerst Schutzanzüge und ein Schiff. Genau diese Kombination reicht derzeit oft schon, um einen Zusammenhang mit dem Hantavirus glaubhaft wirken zu lassen.

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"Der #Hantavirus-Skandal, den einige kriminelle Politiker der Welt aufzwingen wollen, um die Auswirkungen auf Europa abzumildern, die stagnierende Wirtschaft wiederzubeleben und neue Impfstoffe zu verkaufen. - Haha, die Fotografen haben wohl eine Dinosaurier-Immunität!" | Screenshot Facebook
„Der #Hantavirus-Skandal, den einige kriminelle Politiker der Welt aufzwingen wollen, um die Auswirkungen auf Europa abzumildern, die stagnierende Wirtschaft wiederzubeleben und neue Impfstoffe zu verkaufen. – Haha, die Fotografen haben wohl eine Dinosaurier-Immunität!“ | Screenshot Facebook (hier archiviert)

Das Foto hat keinen Bezug zu den Hantavirus-Fällen auf der „MV Hondius“. Es stammt aus Almería in Spanien und zeigt eine internationale Notfallübung vom 7. Mai 2025. Der Mann mit Kamera ist daher kein Widerspruch zu einem realen Seucheneinsatz, sondern Teil einer dokumentierten Übungssituation.

Das Foto stammt aus Almería

Über eine Bilderrückwärtssuche findet man das Foto auf der Website der Hafenbehörde von Almería finden. Dort wurde am 7. Mai 2025 über die Übung „Marsec 25“ berichtet. Koordiniert wurde sie von der spanischen Marine und dem Gesundheitsministerium.

Geprobt wurde ein Gesundheitsnotfall auf See. Das Szenario: ein Schiff mit Verdachtsfällen von Ebola an Bord. Das verbreitete Foto zeigt genau diese Übung. Ein Abgleich mit weiteren Aufnahmen lokaler Medien vom selben Tag passt dazu.

Damit ist die zentrale Behauptung überprüfbar widerlegt. Das Bild ist echt, aber der verbreitete Zusammenhang ist falsch.

Der Kontext wurde nachträglich verändert

Solche Beiträge arbeiten oft mit einer einfachen Umdeutung. Ein reales Bild wird aus seinem ursprünglichen Ereignis gelöst und mit einem anderen Vorfall verknüpft. Dadurch wirkt die Szene plötzlich wie ein Beleg für angebliche Widersprüche.

Hier wird besonders auf die Person mit Kamera ohne Schutzanzug verwiesen. In den Kommentaren soll das als Hinweis auf eine Inszenierung mit Absicht der Ablenkung gelesen werden. Nur: Diese Schlussfolgerung setzt voraus, dass das Foto überhaupt am Ort des Hantavirus-Ausbruchs entstand. Doch wie wir bereits feststellen konnten: Genau das stimmt nicht.

Der Beitrag mag auf den ersten Blick vielleicht plausibel wirken. Denn wer bereits misstrauisch auf Meldungen zu Ausbrüchen schaut, erkennt in so einem Bild scheinbar sofort ein Muster. Tatsächlich wird aber ein altes Motiv in einen neuen Rahmen gesetzt.

Zur Hondius gibt es keinen Bildbeleg

Die bekannten Angaben zum Ausbruch auf der „MV Hondius“ beschreiben mehrere gemeldete Erkrankungsfälle während der Reise von Argentinien Richtung Antarktis und später in den Südatlantik. Später wurde der Ausbruch dem Andes-Typ des Hantavirus zugeordnet. Nach WHO-Angaben wurden Verdachts- und bestätigte Fälle isoliert und medizinisch überwacht.

Das kursierende Bild belegt diese Lage jedoch nicht. Es dokumentiert weder den Ort noch den Zeitpunkt noch die betroffenen Personen. Es ersetzt also keine Quelle, sondern wird selbst zur falschen Behauptung umgebaut. Schutzanzüge, Schiff, Kamera, Kommentare: Alles zusammen liefert eine fertige Deutung. Der Fehler liegt nicht im Bild selbst, sondern in seiner falschen Zuordnung.

FAQ zum Thema: Hondius und Hantavirus-Bild

Zeigt das Bild wirklich den Hantavirus-Ausbruch auf der „Hondius“?

Nein. Das Foto steht nicht im Zusammenhang mit dem Ausbruch auf der „MV Hondius“. Es zeigt eine Übung in Almería vom 7. Mai 2025 mit einem Ebola-Szenario.

Woher stammt die Aussage zur angeblichen Inszenierung auf der „Hondius“?

Sie entsteht aus Kommentaren zum Foto, in denen auf Personen ohne Schutzanzug verwiesen wird. Die Deutung baut auf einem falschen Kontext auf, nicht auf einem echten Beleg.

Wie prüft man das Hantavirus-Foto zur „Hondius“ im Internet?

Am schnellsten über eine Bilderrückwärtssuche. Findet man ältere Treffer bei Behörden, Medien oder Bilddatenbanken, lässt sich der ursprüngliche Zusammenhang oft direkt nachweisen.

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