Auf Facebook wird zu diesem angeblichen Unfall ein kurzer Text und Fotos von Verkehrsunfällen gepostet:
„INFOS SCHWERER UNFALL
Der Unfall, der sich heute in unserer Stadt ereignet hat, hat zahlreiche Opfer und Tote gefordert, darunter ein 7-jähriges Kind. Die Polizei sucht nach den Familien einiger Opfer. Hier finden Sie Fotos der Opfer und Videos vom Zustand des Geländes …“

Was hier auffällt, ist, dass derselbe Text mit unterschiedlichen Bildern gepostet wird. Die Einsatzfahrzeuge sehen nicht unbedingt wie hierzulande aus. Die Ortsangabe ist mit „in unserer Stadt“ ebenfalls mehr als nur vage.
Eine schnelle Google-Bildersuche zeigt, dass ein Foto aus Montreal, Kanada stammt, das andere aus Saint-Maur in Frankreich.
Der Link zu den Details ist allerdings bei beiden Postings derselbe.
Hier kann etwas nicht stimmen
Richtig. Denkt man nur kurz nach, würde man einen solchen Aufruf der Polizei auch in regionalen Medien zu lesen oder hören bekommen, da es ja um „unsere Stadt“ geht. Doch zu diesem „schweren Unfall mit zahlreichen Opfern und Toten“ gibt es nur diese Facebook-Beiträge.
Lässt man sich dazu hinreißen, hilfsbereit oder neugierig auf den Link zu klicken, wird man gebeten, sich auf Facebook einzuloggen. Spätestens hier sollten die Alarmglocken schrillen. Einerseits ist man, wenn man diese Beiträge gesehen hat, ja bereits auf der Plattform unterwegs und eingeloggt, andererseits sollte man hier auch auf die URL der Seite achten! Denn es handelt sich um eine gefälschte Loginseite von Facebook:

Gibt man hier seine Login-Daten ein, spielt man diese den Betrügern hinter dieser Falschmeldung zu.
Fazit
Bei Meldungen, die nicht von offiziellen Behörden veröffentlicht werden, wenn es um Zeugenaufrufe oder Mithilfe nach Unfällen geht, sollte man von Vornherein misstrauisch sein. Sind die Angaben noch dazu so ungenau wie in diesem Text, kann man davon ausgehen, dass hier kein offizieller Aufruf dahinter steckt.
Derartige Meldungen tauchen immer wieder mal auf. Zugunfälle, Flugzeugabstürze und eben auch Verkehrsunfälle werden dann erfunden, um Menschen ihre persönlichen Daten abzuluchsen.
Darum unbedingt und immer prüfen, ob etwas Wahres an der Geschichte dran sein kann. Je spektakulärer sie klingt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass hier Betrüger – wie auch in diesem Fall – am Werk sind: Dieser Verkehrsunfall ist frei erfunden!
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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)

