Die Behauptung
Auf Facebook kursiert ein Beitrag mit dem Titel „Kurz in der Zwickmühle. Kickl packt aus!“, der angeblich zu einem Artikel der „Kronen Zeitung“ führt. Dabei wird der Eindruck erweckt, es habe ein hitziges Streitgespräch zwischen Sebastian Kurz und Herbert Kickl live in einer TV-Sendung mit Armin Wolf gegeben.
Aufgestellt von: Bezahlte Werbeanzeige / Facebook
Falsch
Der angebliche Artikel der „Kronen Zeitung“ ist eine Fälschung. Es gab kein Streitgespräch zwischen Sebastian Kurz und Herbert Kickl in einer Sendung von Armin Wolf. Die gefälschte Webseite dient dazu, Nutzer auf betrügerische Finanzportale zu locken.
Kurze Faktenübersicht
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Gefälschter Artikel der „Kronen Zeitung“ suggeriert ein Streitgespräch zwischen Kurz und Kickl.
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Es existiert kein solcher Artikel auf der offiziellen Webseite der „Kronen Zeitung“.
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Die gefälschte Webseite dient als Köder für betrügerische Finanzportale.
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Nutzer werden aufgefordert, persönliche Daten preiszugeben.
Gefälschter Krone-Artikel: Wie Nutzer in die Falle gelockt werden
„Kurz in der Zwickmühle. Kickl packt aus!“ wird ein Beitrag auf Facebook betitelt. Darunter zu sehen: Ein Foto von Armin Wolf, davor ein Bild von Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz. Verlinkt wird, wie es aussieht, zu einem Artikel der österreichischen Tageszeitung „Kronen Zeitung“, in dem von einem Streitgespräch zwischen Sebastian Kurz und Herbert Kickl in einer Sendung von Armin Wolf berichtet wird. Vom Anreißer-Text sieht man nur ein Stück, das da lautet: „Eklat in der Sendung von Armin Wolf …“
Eine Story, die nach Skandal klingt. Natürlich soll und wird dies möglichst viele Nutzer dazu bewegen, den Link anzuklicken. Man will ja schließlich wissen, was da los war.
Die Seite, auf die man gelangt, ist allerdings nicht „krone.at“. Das Design und die Struktur der echten „Kronen Zeitung“ wird nachempfunden, um Glaubwürdigkeit vorzutäuschen.
Im „Artikel“, welcher über den angeblichen Eklat berichtet, wird immer wieder auf ein Finanzportal hingewiesen, zu dem auch verlinkt wird. Und das ist kein Zufall. Denn diese gefälschte Seite dient als Köder für ein betrügerisches Finanzportal. Nutzer werden hier aufgefordert, persönliche Daten wie Name, E-Mail-Adresse und Telefonnummer einzugeben, um Zugang zu einem angeblichen Finanztool zu erhalten.
Abklatsch eines alten Artikels der Kronen Zeitung
Der Artikel zum „Kurz-Kickl-Eklat“ existiert nicht auf der offiziellen Webseite der „Kronen Zeitung“. Hier wurde offensichtlich ein älterer Bericht verwendet und für betrügerische Zwecke umgestaltet.
Was fällt auf? Die URL lautet downbord.com und nicht krone.at. Der Titel vor der Überschrift wurde belassen und passt mit „Neues Zoll-Angebot“ sinngemäß nicht zu einem Thema, das sich um einen Eklat in einer TV-Sendung dreht. Das Datum wurde nur bezüglich des Monats angepasst, um Aktualität vorzugaukeln. Und dass in der Menüleiste „Ostern“ aufscheint, deutet auch auf eine ältere Kopie der Krone hin.
Diese Masche ist nicht neu
Bereits in der Vergangenheit wurden ähnliche Methoden verwendet, um Nutzer auf betrügerische Webseiten zu locken. Dabei werden oft bekannte Persönlichkeiten und Medienformate genutzt, um Vertrauen zu erwecken und die Glaubwürdigkeit der Falschinformationen zu erhöhen.
Armin Wolf kennt diese Masche und warnt davor auf seinen Social-Media-Accounts. Schon des Öfteren musste er – ungefragt und unwissentlich – als Lockvogel fungieren.
Facebook-Werbeanzeige: Missbrauch eines gekaperten Profils
Bei dem fraglichen Facebook-Post handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Beitrag, sondern um eine bezahlte Werbeanzeige. Ein Blick in die Meta-Werbebibliothek zeigt deutlich, dass das zugrundeliegende Profil zahlreiche gleichartig gestaltete Anzeigen geschaltet hat.
Diese Werbeanzeigen haben immer denselben Aufbau und einen Link zur gefälschten Version der „Kronen Zeitung“.
Das Facebook-Profil, über das die Werbung geschaltet wurde, scheint ursprünglich ein privates Nutzerkonto gewesen zu sein. Es liegt die Vermutung nahe, dass dieses Konto durch Phishing, also betrügerische Zugriffsversuche, kompromittiert wurde. Statt eigener Beiträge werden nun ausschließlich gesponserte Inhalte verbreitet, in diesem Fall betrügerische Finanzangebote.
FAQ
Wie erkenne ich gefälschte Nachrichtenartikel auf Facebook?
Gefälschte Artikel erkennt man unter anderem an ungewöhnlichen Domainnamen, fehlendem Impressum, reißerischen Überschriften und schlecht oder ungewöhnlich formulierten Texten. Oft wird mit Prominenten geworben und ein angeblicher Skandal angedeutet. Ein Blick auf die Originalquelle, z. B. die echte Webseite der „Kronen Zeitung“, kann schnell Klarheit schaffen.
Warum werden gekaperte Profile für Werbung genutzt?
Diese Profile wirken vertrauenswürdiger als neu erstellte Fake-Accounts. Wenn ein eigentlich privates Konto plötzlich Werbung für dubiose Finanztools macht, liegt meist ein Phishing-Angriff vor. Betrüger übernehmen solche Konten, um damit gezielt Werbekampagnen zu starten und Nutzer zu täuschen.
Was passiert, wenn ich meine Daten auf einem unseriösen Finanzportal eingegeben habe?
Diese Daten können dann für betrügerische Zwecke verwendet werden, wie zum Beispiel für Phishing-Angriffe oder Identitätsdiebstahl. Da es auf diesen Seiten um Investitionen geht, ist Geld, das man hier einzahlt, schnell verloren.
Was soll ich tun, wenn ich Opfer eines solchen Betrugs geworden bin?
Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank, wenn Sie Zahlungsdaten eingegeben haben. Melden Sie die gefälschte Seite bei Facebook. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Wie kann ich mich vor solchen Betrugsmaschen schützen?
Misstrauen bei reißerischen Inhalten ist der erste Schutzmechanismus. Persönliche Daten sollten niemals leichtfertig auf unbekannten Seiten eingegeben werden. Zwei-Faktor-Authentifizierung, starke Passwörter und Vorsicht beim Öffnen von Nachrichten oder Links tragen zusätzlich zur Sicherheit bei.
Fazit
Der Fall rund um die gefälschte „Kronen Zeitung“-Meldung mit Armin Wolf, Sebastian Kurz und Herbert Kickl zeigt exemplarisch, wie perfide Betrüger im Netz vorgehen. Durch das Zusammenspiel aus prominentem Inhalt, manipulierten Webseiten und bezahlter Verbreitung über gehackte Profile werden User gezielt in eine Falle gelockt. Das Ziel: Die Herausgabe persönlicher Daten zur weiteren monetären Ausbeutung.
Die Masche ist keinesfalls neu, aber in ihrer Ausführung immer raffinierter. Werbeanzeigen mit bekannten Gesichtern, reißerischen Aussagen und scheinbar seriösen Quellen wirken zu Unrecht häufig vertrauenswürdig. Entscheidend ist, kritisch zu bleiben, Quellen zu prüfen und auf sichere Internetnutzung zu achten.
Quelle: DPA
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