Bereits zu Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine bezeichnete Putin die ukrainische Regierung als „Bande von Drogensüchtigen und Neo-Nazis“. Beweise dafür gibt es keine, weswegen einschlägige Seiten und Accounts versuchen, Beweise zu liefern, was jedoch bisher immer scheiterte.
Ein von Wolodymyr Selenskyj selbst aufgenommenes nächtliches Video, in dem er sehr erschöpft wirkt, soll nun in einem Detail den Beweis zeigen, dass er Kokain schnupfe – doch die vermeintliche Line ist eindeutig eine Tischverzierung.

Die Behauptung

Eine sehr einschlägige Seite (archiviert HIER) publizierte die Behauptung, dass in dem Selenskyj-Video eine Kokain-Line zu sehen sein:

MIMIKAMA
Dreiste Falschbehauptung der Seite über das Selenskyj-Video

Dazu wird behauptet, dass das Video kurz darauf wieder gelöscht worden wäre, um die LeserInnen glauben zu lassen, dass die Seite damit einen Skandal zeige, der verheimlicht werden sollte. Auch auf Twitter wird die Behauptung aufgestellt:

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Der Faktencheck

Das Video ist mitnichten gelöscht worden, sondern findet sich immer noch auf dem offiziellen Instagram-Account des ukrainischen Präsidenten:

In dem Video spricht Selenskyj sichtbar erschöpft in die Kamera, schwenkt die Kamera und zeigt Papiere vor sich, ein Foto von seiner Familie, einen Keramikhahn und die ukrainische Flagge und sagt dabei „Wir arbeiten. Wir lieben. Wir sind dankbar. Wir sind stolz. Und wir werden siegen“. Dabei soll auf seinem Tisch eine Kokain-Line zu sehen sein. Doch schauen wir uns den Frame doch einfach mal genau an:

Keine Kokain-Line, sondern eine Tischverzierung
Keine Kokain-Line, sondern eine Tischverzierung

Exakt bei Sekunde 16 ist der vermeintliche Beweis zu sehen: Das ist entweder die längste Kokain-Line der Welt, die sogar unter dem Familienfoto entlang geht, oder schlicht und einfach eine Tischverzierung!

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Fazit

Bei der Behauptung handelt es sich also um einen eher verzweifelten und leicht durchschaubaren Versuch, Selenskyj nachzuweisen, dass er Kokain schnupfe. Eine deutlich sichtbare Tischverzierung ist jedenfalls kein Beweis.

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)