Schon mal von der alten Geschichte des Trojanischen Pferds gehört? Ein Geschenk, das in Wirklichkeit eine Bedrohung in sich verbirgt. Ähnlich verhält es sich mit einer aktuellen Betrugsmasche über „Sicher bezahlen“ auf Kleinanzeigen.

Vom vermeintlichen Käufer zum Angreifer

Es beginnt ganz harmlos: Ein Interessent meldet sich. Er ist begeistert von dem angebotenen Artikel und möchte ihn so schnell wie möglich kaufen. Doch dann kommt der Haken: Er möchte die Funktion „Sicher bezahlen“ nutzen und benötigt dafür Ihre E-Mail-Adresse. Sie ahnen, wohin das führt?

Der Trugschluss der Sicherheit bei „Sicher bezahlen“

Viele denken, dass die Funktion „Sicher bezahlen“ ein zusätzlicher Schutz vor Betrügern ist. Tatsächlich kann sie aber zum Einfallstor werden, wenn man nicht aufpasst. Der Trick ist deshalb so perfide, weil er genau die Funktion ausnutzt, die eigentlich für mehr Sicherheit sorgen soll. Die Betrüger verstecken sich hinter den positiv bewerteten Profilen, die sie gekapert haben, und geben sich auf diese Weise eine Tarnung.

Gefälschte Mails: Die Tücke im Detail

Hat der Betrüger die E-Mail-Adresse, folgt der nächste Schritt: Eine täuschend echt aussehende Phishing-Mail landet im Postfach des Verkäufers. Auf den ersten Blick scheint sie direkt von Kleinanzeigen zu kommen. Doch Vorsicht! Ein Klick auf den Link in dieser Mail und Sie landen auf einer gefälschten Seite, die nur ein Ziel hat: Ihre Kreditkartendaten.

Wie erkenne ich den Betrugsversuch?

Die Alarmglocken sollten bereits dann läuten, wenn ein Käufer nach der E-Mail-Adresse fragt, um die Funktion „Sicher bezahlen“ nutzen zu können. Ein echter Käufer würde dies niemals tun, er würde diesen Service direkt auf der Plattform nutzen. Hinzu kommt, dass die Funktion dann genau das Gegenteil von dem tut, was der Betrüger vorgibt zu tun: Die Daten des Nutzers werden geschützt und nicht abgefragt!

Lesen Sie auch >   Sicher buchen, sicher reisen: Hotelbetrug erkennen und vermeiden

Was tun, wenn ich reingefallen bin?

Atmen Sie erst einmal tief durch. Informieren Sie Ihre Bank. Ändern Sie alle Passwörter. Melden Sie den Vorfall bei Kleinanzeigen. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Denn nur, wenn solche Vorfälle bekannt werden, ist es möglich, etwas dagegen zu unternehmen.

Fazit

Schützen statt ärgern.
Sicher, Online-Verkäufe können bequem sein. Man sollte sich aber auch über die Schattenseiten im Klaren sein. Deshalb gilt: Seien Sie immer wachsam und fragen Sie lieber noch einmal nach, wenn Sie unsicher sind.

Das könnte auch interessieren:

Lauterbachs „Empfehlung Kälte- und Nässeschutzplan“ im Faktencheck
Warnung! Abmahnung im Namen von Dr. Matthias Losert
Die unsichtbare Gefahr im Netz: Der Psychologie von Internetfallen auf der Spur

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)