Die Behauptung
Im Netz kursieren Bilder, die Bill Clinton und Stephen Hawking in ungewöhnlichen Kostümen zeigen. Sie sollen Teil offiziell veröffentlichter Epstein-Dokumente sein.
Aufgestellt von: Social Media
Falsch
Die Bilder sind KI-generiert und nicht Teil der Epstein-Akten.
Kurz erklärt
Aktuell kursieren Bilder im Netz, die Bill Clinton und Stephen Hawking in Kostümen zeigen. Angeblich seien diese Bilder Teil offiziell veröffentlichter Epstein-Dokumente.
Die Fotos wurden laut Angaben eines digitalen Creators mit KI erstellt. Eine Analyse durch ein Erkennungstool bewertet sie mit hoher Wahrscheinlichkeit als künstlich erzeugt. In den veröffentlichten Epstein-Unterlagen findet sich kein entsprechendes Material. Die virale Verbreitung erfolgte erst später in politischen und verschwörungstheoretischen Kontexten.
Analyse – Die Fakten dahinter
KI-Herkunft der Bilder
Die Bilder lassen sich auf den digitalen Content-Creator Marc-André Lavoie zurückführen. Er gab an, die Motive selbst mit der KI-Software „Grok“ generiert zu haben. Ursprünglich seien sie in Gruppen veröffentlicht worden, die ausdrücklich KI-Inhalte teilen.
Eine Analyse durch das Tool „Hive Moderation“ stufte eines der Bilder mit 96 % Wahrscheinlichkeit als KI-generiert ein.
Solche Tools erkennen typische Muster künstlicher Bildproduktion, etwa Unschärfen bei Details oder inkonsistente Bildstrukturen.
Kein Treffer in offiziellen Epstein-Dokumenten
Die Bilder wurden mit einer angeblichen Dokumentennummer versehen. Eine Suche in den veröffentlichten Unterlagen des US-Justizministeriums ergab jedoch keinen passenden Eintrag.
Wären solche Bilder tatsächlich Teil offizieller Akten gewesen, wäre eine öffentliche und politische Debatte wahrscheinlich gewesen. Bei Anhörungen im Februar 2026 zu Epstein-Themen spielten sie jedoch keine Rolle.
Kontextverlust durch Weiterverbreitung
Wir haben das Bild in der Facebook-Gruppe „Crazed AI“ gefunden. Dort erschien es am 1. März 2026 mit der Bildunterschrift „Image E663337 of Epstein files“. In dieser Gruppe werden regelmäßig KI-generierte und bewusst fiktive Bildinhalte veröffentlicht.
Erst durch die spätere Weiterverbreitung außerhalb dieses ursprünglichen Umfelds entstand der Eindruck, es handle sich um ein reales Foto aus offiziellen Epstein-Unterlagen. In den folgenden Tagen tauchten die Motive auch auf Plattformen wie X auf – häufig ohne Hinweis auf den KI-Ursprung und teilweise eingebettet in politische oder verschwörungstheoretische Narrative.
Kontext
Seit der Veröffentlichung weiterer Epstein-Dokumente Anfang 2026 kursieren zahlreiche echte und gefälschte Inhalte. Gleichzeitig nimmt die Qualität KI-generierter Bilder deutlich zu.
In polarisierten Online-Debatten werden solche Bilder oft genutzt, um bestehende Verdachtsmomente oder politische Vorwürfe visuell zu „belegen“ – auch ohne reale Grundlage.
Wirkung & Mechanismus
KI-Fakes funktionieren besonders gut, wenn sie an bekannte Skandale oder prominente Namen anknüpfen. Der emotionale Trigger liegt in Empörung, Sensationsinteresse und politischer Polarisierung.
Plattform-Algorithmen verstärken Inhalte, die starke Reaktionen auslösen. Bilder wirken dabei glaubwürdiger als reine Textbehauptungen. Nutzer teilen solche Inhalte oft schnell weiter – aus Überzeugung, Überraschung oder dem Wunsch, andere zu warnen.
Typisch ist zudem der Kontextverlust: Ein ursprünglich als KI-Experiment veröffentlichter Inhalt wird außerhalb seiner Entstehungsumgebung als vermeintlicher Beweis interpretiert.
Fazit
Die kursierenden Bilder von Bill Clinton und Stephen Hawking sind keine echten Aufnahmen und nicht Teil offizieller Epstein-Akten.
Ihre virale Wirkung entsteht durch die Kombination aus KI-Realismus, prominenten Namen und bereits vorhandenen Skandal-Narrativen. Ein kurzer Quellencheck oder eine Rückwärtssuche können helfen, solche visuelle Fakes künftig schneller zu erkennen – und ihre Verbreitung zu bremsen.
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Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.

