Smart Home: Mit schlecht gewählten Passworten öffnet man nicht nur professionellen Hackern Tür und Tor
Wer an Weihnachten mit elektronischen Geschenken an sich und seine Lieben sein Smart Home ausbaut, sollte das Thema Sicherheit nicht vernachlässigen.
Das rät eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die verwendeten Passworte zu richten, um das eigene Hausnetzwerk nicht ungewollt für die neugierige Nachbarschaft zu öffnen.
Immer mehr Geräte im Smart Home über WLAN verbunden
Fernseher, Medienserver, Heizungssteuerung, Rollläden, Licht – über das Smart Home sind immer mehr Gerätschaften via WLAN-Netzwerk verbunden.
Im einfachsten Fall sind alle diese Systeme nur durch ein einziges Passwort geschützt, das – im schlimmsten Fall – leicht zu erraten ist.
„Die typischen Passworte, wie der Name des Haustieres oder der Kosename des Partners, sind immer ungeeignet, aber im nachbarlichen Umfeld können sie sich tatsächlich als Einfallstor für neugierige Nachbarn erweisen. Durch die räumliche Nähe wissen diese oft mehr als man denkt und können diese Worte besonders leicht erraten“, sagt Oliver Dehning, Leiter der Kompetenzgruppe Sicherheit im eco Verband.
Das perfekte Passwort
Doch nicht nur die gut bekannten Nachbarn, sind eine potenzielle Gefahr für ein schlecht geschütztes Heimnetzwerk. In Zeiten, in denen viele Personen in ihren Social Media-Profilen ganz unbeschwert persönliche Informationen preisgeben, ist „Passwort Hacking“ ein beliebtes Hobby.
Des Rätsels Lösung sind nämlich oft schon einzelne Begriffskombinationen aus dem Lieblingsfußballclub, dem Namen des Haustiers, der Freundin oder den Hobbies.
„Das perfekte Passwort besteht also in einer willkürlichen Buchstaben- und Zahlenkombination, die in keinerlei Verbindung zum Eigentümer des zu schützenden Gerätes oder Netzwerks steht“, so Dehning.
Er rät dazu, für das höchstmögliche Sicherheitsniveau, neben Sonderzeichen, abwechselnd Groß- und Kleinbuchstaben zu nutzen.
„Aber auch ein solches Passwort verliert seinen Wert, wenn es unachtsam aufbewahrt wird. Der beste Aufbewahrungsort ist daher natürlich der eigene Kopf“, so Dehning.
Damit das Passwort nicht in Vergessenheit gerät, nennt er einen einfachen Trick:
„Man denke sich einen Satz aus, wie: ‚Meine Katze will um acht immer fernsehen – komisch!‘, und mache daraus ein Passwort: „MKwu8if-k!“ – das errät keiner und man kann es sich trotzdem merken.“
Als nächste Stufe für die Gewährleistung maximaler Sicherheit sollte für jede Plattform, jeden Online-Shop etc. ein eigenes Passwort entwickelt werden.
Wer sich dennoch unsicher ist, kann zumindest für weniger wichtige Passwörter verschlüsselte Passwortdatenbanken nutzen. So muss nur noch das „Masterpasswort“ im Gedächtnis bleiben.
„Selbstverständlich gilt es in diesem Fall vor allem sicherzustellen, dass diese Passwortdatenbank nicht verlorengeht“, warnt der Leiter der Kompetenzgruppe.
Sicherheit geht vor
Bei allem Verständnis für den Wunsch, die weihnachtlichen Geschenke schnell in Betrieb zu nehmen, empfiehlt sich gerade im häuslichen Umfeld eine besonders sorgfältige Absicherung gegen ungewollte „Nachbarschaftshilfe“, rät der Verband. Der heimische Server mag zwar auf den ersten Blick keine hochsicherheitsrelevanten Informationen enthalten, aber wenn der Lebenslauf für die aktuelle Bewerbung, die Bikinibilder aus dem Urlaub oder die Datei mit den PINS für die Bankkonten und Kreditkarten die Runde machen oder sich die Jalousien nachts wie von Geisterhand öffnen, ahnt man vielleicht schon, dass man bei der Wahl seines Passwortes nicht sorgfältig genug war.
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Artikel- und Vorschaubild: GaudiLab / Shutterstock.com
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