Die Behauptung

Angeblich habe der Oberste Gerichtshof (Supreme Court) der USA bestätigt, dass COVID-19 Impfstoffe keine Impfstoffe seien. Robert F. Kennedy Jr. habe den Prozess initiiert und ihn hinterher als Erfolg bezeichnet.

Unser Fazit

Nein, der Supreme Court der USA bestätigt zu keinem Zeitpunkt, dass die COVID-19 Impfungen „irreparable mRNA Gentherapien“ seien. Robert F. Kennedy Jr. dementiert selbst, an einem solchen Prozess teilgenommen zu haben.

Regelrecht empört schrieb der Autor einer Seite (archiviert HIER) bereits im August, er verstehe nicht, warum dieses Urteil „kaum durch die Weltpresse“ gehe, schließlich habe der Supreme Court der USA die Schädlichkeit der Corona-Impfungen bestätigt, Robert F. Kennedy Jr. habe einen Prozess gegen „sämtliche Lobbyisten der Pharma“ gewonnen.
Doch sogar Kennedy Jr. selbst widerspricht der Behauptung!

Die Behauptung

Eigentlich dachten wir ja, dass das Thema bereits im April 2021 erledigt sei (wir berichteten), doch eine bestimmte Seite musste das Thema wieder aufwärmen und implizieren, dass es aktuell sei, weshalb bei uns seitdem Anfragen dazu hereinkommen.
Also gut, gehen wir es nochmal kompakt an.

Ein angebliches Urteil des Supreme Court
Ein angebliches Urteil des Supreme Court

Angeblich habe der Oberste Gerichtshof (Supreme Court) der USA bestätigt, dass COVID-19 Impfstoffe keine Impfstoffe seien. Robert F. Kennedy Jr. habe einen „Prozess gegen alle Pharmalobbyisten“ gewonnen, die „durch die Covid mRNA-Gentherapien verursachten Schäden“ seien irreparabel.

Außerdem habe das Urteil bestätigt, dass die Impfungen gegen den Nürnberger Kodex verstoßen (das ist Unsinn), der deutsche Anwalt Dr. Rainer Füllmich und über 100 deutsche Anwälte an dem Prozess mitwirkten und Kennedy in einer ersten Stellungnahme den Prozess als Erfolg bezeichne.

Als Quelle der Behauptungen nennt die deutsche Seite einen Artikel einer englischen Seite, die darüber im Juli 2022 berichtete (archiviert HIER), doch diese brachten fast exakt denselben Artikel mit kleinen Änderungen bereits im August 2021 (siehe HIER). Oder anders gesagt: Daran ist nichts aktuell.

Das Urteil ist nicht auffindbar

Glücklicherweise kann man auf den Seiten des Supreme Court nach Urteilen suchen (siehe HIER), ihr könnt also selbst versuchen, dieses Urteil zu finden. Viel Erfolg dabei, uns gelang es nicht. Es gibt auch eine inoffizielle Suchmaschine für Urteile (siehe HIER), aber auch dort: Fehlanzeige.

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Die Seiten und Social Media-Accounts, die die Behauptung verbreiten, liefern natürlich auch keinerlei Beweise: Keine Links, nicht einmal ein Screenshot des Urteils. Es soll einfach geglaubt werden. Und es wird auch von „Selbstdenkenden“ geglaubt. Einfach, weil es da steht.

Kennedy Jr. dementiert selbst die Behauptung

Sowohl Associated Press, als auch USA Today fragten im Mai und im September 2021 Kennedy Jr. selbst, was an der Behauptung dran ist, schließlich soll er ja laut den Artikeln selbst ein Statement dazu abgegeben haben, welches aber ebenfalls nirgendwo auffindbar ist.

Gegenüber USA Today äußerte er sich nur sehr knapp: „Diese Aussage ist unwahr. Ich weiß nicht, woher sie stammt“.
Gegenüber der Associated Press äußerte sich Kennedy ausführlicher:

Der Artikel über den Supreme Court ist eine Fehlinformation. Das Zitat ist gefälscht. Offensichtlich hat es jemand erfunden und verbreitet es, denn das gleiche Zitat taucht immer wieder auf, egal wie oft ich es dementiere. Derselbe Artikel taucht immer wieder auf“.

Fazit

Nein, der Supreme Court der USA bestätigt zu keinem Zeitpunkt, dass die COVID-19 Impfungen „irreparable mRNA Gentherapien“ seien. Robert F. Kennedy Jr. dementiert selbst, an einem solchen Prozess teilgenommen zu haben.

Antwort genug, liebe Verschwörungsmythos-Seite? Das Urteil geht „kaum durch die Weltpresse“, weil es nicht existiert!

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)