Telegram-Gründer Durov warnt vor Fake News auf Telegram

Autor: Annika Hommer

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3 Millionen neue Nutzer bei Telegram. / Artikelbild: BigTunaOnline - Shutterstock.com
3 Millionen neue Nutzer bei Telegram. / Artikelbild: BigTunaOnline - Shutterstock.com

Telegram-Gründer Pavel Durov will seinen Messengerdienst im Ukraine-Konflikt offenbar stärker auf Fake News prüfen und erwägt die Abschaltung von Kanälen.

Der Krieg Russlands um die Ukraine wird nicht nur mit Waffen ausgetragen, sondern auch mit Informationen und Falsch-Informationen. Dieser Medien-Krieg tobt in den sozialen Netzwerken und ist besonders da gefährlich, wo die Menschen auf verlässliche Informationen dringend angewiesen sind, wie gerade in der Ukraine. Gerade dort werden via Telegram derzeit von russischer Seite gezielt Fake News und Desinformation verbreitet. Es geht um die Meinungshoheit in den Sozialen Netzwerken.
So übertitelte Ukraines Präsident Selenskyj ein Video auf Telegram, das ihn vor dem ukrainischen Regierungssitz zeigte, mit den Worten:

„Не вірте фейкам“, zu Deutsch: „Glauben Sie nicht den Fälschungen.“

Statement von Telegram-Gründer Durov

Bislang galt gerade Telegram als besonders widerstandsfähig, was die Kontrolle von Fake News anging. Das hat der Plattform viel Kritik eingebracht. Doch nun ist es Telegram-Gründer Pavel Durov mittlerweile wohl selbst bewusst geworden, dass seine Plattform eine sehr fragwürdige Rolle gerade in der Ukraine spielt.

Durov sagte in seinem eigenen Telegram Kanal Durov-Russia (HIER), dass einige Telegram-Kanäle zunehmend eine Quelle nicht verlässlicher, bzw. falsche Informationen seien und er nicht wolle, dass seine Anwendung missbraucht würde, um den Ukraine Konflikt zu vertiefen (HIER).

Mit dem Onlineübersetzungsdienst von Deepl liest sich sein Statement so:

„Telegram-Kanäle werden zunehmend zu einer Quelle für nicht verifizierte Informationen über ukrainische Ereignisse. Wir haben nicht die Kapazität, alle Veröffentlichungen der Sender auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Ich empfehle russischen und ukrainischen Nutzern dringend, misstrauisch gegenüber allen Daten zu sein, die derzeit über Telegram verbreitet werden.
Wir wollen nicht, dass Telegram als Werkzeug zur Verschärfung von Konflikten und zur Aufstachelung von Zwietracht zwischen den Volksgruppen benutzt wird. Sollte die Situation eskalieren, werden wir in Erwägung ziehen, den Betrieb von Telegram-Kanälen in den betroffenen Ländern für die Dauer des Konflikts teilweise oder vollständig einzuschränken.“

Telegram-Gründer warnt vor Telegram

Bitte nochmal zum Genießen: Der Telegram-Gründer selbst sagt, dass Nutzer den Informationen auf seiner eigenen Plattform gegenüber sehr misstrauisch sein und sie genau prüfen sollen!
Wer sich auch nur ansatzweise mit den Kanälen in Europa beschäftigt hat, weiß, dass das eigentlich eine sehr kluge Aussage ist, der aber schon längst hätten Taten folgen müssen. Die deutschsprachigen Telegramkanäle werden geflutet mit russischer Propaganda, die nicht immer sofort als solche zu erkennen, aber dafür umso gefährlicher ist. In der EU werden derzeit Wege geprüft, den Netzwerken Regeln aufzuerlegen, die die Qualität der Inhalte und den Schutz der Nutzer vor Falschinformationen verbessern sollen (HIER). Nicht umsonst will die EU die russischen Staatsmedien RT und Sputnik in Europa  sperren (HIER). Dies ist nicht nur eine Sanktion gegen Russland, sondern auch der Versuch, die russische Desinformationskampagne einzudämmen.

Ukrainische Nutzer gegen Löschung von Kanälen

Gleichzeitig wird aber auch bekannt, dass Durow daraufhin von den Nutzern gebeten wurde, Telegram nicht einzuschränken, da die Plattform oftmals ihre einzige Informationsquelle sei (HIER).  In Russland hat jeder 4. Einwohner einen Telegramm-Account. Die Plattform dient nicht nur zum Austausch privater Nachrichten, sondern hat den Charakter eines sozialen Netzwerkes. Und ist damit für die russische Regierung ein hervorragendes Tool, „ihre“ Informationen zu verteilen. Aber auch der ukrainische Präsident Selenskyj sendet seine Botschaften über seinen Telegram-Kanal (HIER), um so auch russische Staatsangehörige zu erreichen.

Es bleibt abzuwarten, ob Durovs Selbst-Erkenntnis dazu führt, dass Telegram-Kanäle tatsächlich stärker auf Fake News hin kontrolliert und entsprechende Beiträge individuell gelöscht werden. Oder ob er seine Aussagen auf ganze Kanäle  bezieht, die unter Umständen abgeschaltet werden sollen.

Wer ist Pavel Durov?

Der Telegram-Gründer, der auch das Kontakt-Netzwerk VK.com gründete, ist eine widersprüchliche Persönlichkeit. Gebürtiger Russe, der seine Kindheit teilweise in Italien verbrachte, bevor er nach Russland zurückkehrte und zwei große Soziale Plattformen ins Leben rief. Mehrfach geriet er mit der russischen Staatsführung aneinander und wehrte sich gegen deren inhaltliche Einmischung in seine Netzwerke, unter anderem gegen die Sperrung der Seite des Regime-Kritikers Nawalny. Später ging er ins Exil und betonte ausdrücklich, keinerlei Absichten zu haben, jemals wieder zurückzukehren (HIER).


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