Laut den neuen Datenschutzrichtlinien von TikTok soll es der Kurzvideoplattform erlaubt werden, neben allgemeinen Informationen auch „biometrische Identifikationen“ aus Audio- und Videoaufnahmen zu sammeln.

Wie Techcrunch berichtet, besagen die neuen Richtlinien, dass nun „Finger-, Gesichts- und Stimmabdrücke“ der User aus deren Clips von TikTok gespeichert werden dürfen.

Eindeutige Identifikation der TikTok-User möglich

Diese Daten werden bislang für keine bekannte Funktion von TikTok benötigt, erlauben im Gegensatz zu „allgemeinen Daten“ allerdings eine eindeutige Identifikation eines jeden User der Kurzvideoplattform. Nach einer Anfrage von Techcrunch konnte TikTok nicht sagen, für welche Dienste diese Daten benötigt werden. Das Unternehmen kündigte aber an, „dort, wo das Gesetz es verlangt“ vor dem Einsatz dieser Technik explizit um Erlaubnis zu bitten.

Ergänzung nach Klage

Nachdem die TikTok-Muttergesellschaft Bytedance einen Rechtsstreit durch einen Vergleich in Höhe von 92 Millionen US-Dollar beendet hat, ergänzte das Unternehmen dies in seinen Nutzungsbedingungen. Die Klage wurde wegen der Behauptung erhoben, TikTok verstoße gegen die biometrischen Datenschutzgesetze des Bundesstaates Illinois. Die Kurzvideoplattform kündigte nach dem Vergleich an, biometrischen Daten nur noch dann zu sammeln, wenn dies explizit mit allen anwendbaren Gesetzen in den Datenschutzrichtlinien stünde. Mit der Anerkennung der neuen Richtlinien stimmen TikTok-User in den USA also der Sammlung ihrer biometrischen Daten zu.

Objekte und Hintergründe werden zu Werbezwecken analysiert

Zusätzlich zu den biometrischen Daten können auch „allgemeine Informationen“ gesammelt werden. Dazu gehören neben Informationen, die für die Verwendung von Filtern und Effekten sowie die Moderation von Inhalten und anderen „nicht personenbezogenen Vorgängen“ erforderlich sind auch Daten zu Objekten, die sich im Hintergrund von Videos befinden. Diese können wiederum für Werbezwecke genutzt werden, oder um zur Bestimmung der Demografie. Derlei Daten seien bereits vor der Einführung der aktualisierten Richtlinien gesammelt worden, nun sei es laut „Mashable“ allerdings erstmals offengelegt worden.

Keine einheitlichen Gesetze in Bundesstaaten

Da in den USA nicht jeder Bundesstaat über eigene Privatsphärengesetze für biometrische Daten verfügt, ist es möglich, dass TikTok nur in den notwendigen Staaten die Erlaubnis zur Speicherung entsprechender Informationen einholt. Nutzer in anderen Bundesstaaten könnten dadurch gegebenenfalls uninformiert bleiben.

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Quelle: derstandard.de
Artkielbild von antonbe auf Pixabay
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