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Tipps zur Betrugsmasche „Schockanrufe“

Betrügereien am Telefon scheitern; Polizei gibt Tipps zur Betrugsmasche „Schockanrufe“

Tom Wannenmacher,

Gestern Vormittag registrierte die Polizei erneut drei Betrugsversuche mit der Masche „Schockanrufe“. Zum Glück verlief keiner dieser Anrufe erfolgreich.

Ein unbekannter Anrufer gab sich als Polizeibeamter aus

Zunächst meldeten sich Telefonbetrüger bei einer Einwohnerin aus Witzenhausen sich am Mittwochvormittag gegen 11.35 Uhr. Ein unbekannter Anrufer gab sich gegenüber der Frau als Polizeibeamter aus. In dem Gespräch behauptete er, eine Freundin des Opfers, die der Anrufer auch namentlich benannte, habe eine andere Person überfahren. Da das Opfer aber wusste, dass die besagte Freundin nicht über einen Führerschein verfügt, legte sie sogleich auf und ließ sich nicht in ein weiteres Gespräch verwickeln. Dennoch nahm die Frau vorsorglich Kontakt zu der benannten Freundin auf, wobei sich dann der Sachverhalt als endgültig erfunden herausstellte.

Frau gab sich als Tochter des Opfers aus

Nur 10 Minuten später versuchten Telefonbetrüger einen 81-Jährigen Rentner aus Hessisch Lichtenau mit einer ähnlichen Geschichte übers Ohr zu hauen. Eine Frau meldete sich mit weinerlicher Stimme, gab sich als Tochter des Opfers aus und erklärte, sie habe jemanden totgefahren. Als der Senior geistesgegenwärtig nach dem Namen der Tochter fragte, legte die unbekannte Anruferin auf, sodass auch in diesem Fall kein schädigendes Ereignis eintrat.

Angebliche Tochter hatte einen Unfall

Mit gleicher Masche versuchten Betrüger auch am Mittwochmittag bei einer 65-jährigen Frau aus Meißner. Zunächst meldete sich ein vermeintlicher Polizeibeamter mit der Geschichte, dass die Tochter der 65-Jährigen einen Unfall gehabt habe, wodurch eine Frau zu Tode gekommen sei. In der Folge übernahm dann eine Frau das Gespräch und versuchte sich als Tochter auszugeben.

Die Haft der Tochter sei nur mit einer Kautionssumme von 40.000 Euro abzuwenden. Die Betrüger versuchten den Druck auf die Frau weiter zu erhöhen, indem sich noch eine weitere Person als Staatsanwalt ausgab und mit der Haft der Tochter drohte, sofern das Geld nicht schnellstens beschafft werden sollte. Da die Frau aber angab, die Forderungen aus persönlichen Gründen nicht erfüllen zu können, gaben die Betrüger letztlich auf. Das Opfer nahm dann mit ihrer echten Tochter Kontakt auf, wo sich dann der Anruf als Betrugsversuch entpuppte.

Italienische Länderkennung – +0039…

Die Beamten des Fachkommissariats für Betrugskriminalität teilen zu letzterem Fall ergänzend mit, dass das Opfer über Rufnummern mit italienischer Länderkennung (+0039…) kontaktiert wurde. Generell kommt es in dieser Art von Betrugsfällen häufig vor, dass die Opfer von ausländischen Telefonanschlüssen angerufen werden.

Tipps zur Betrugsmasche „Schockanrufe“

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich von einem Anrufer nicht drängen und unter Druck setzen. Vereinbaren Sie frühestens für den kommenden Tag einen Gesprächstermin und überprüfen Sie die Angaben.
  • Lassen Sie sich vom Anrufer die Telefonnummer geben und überprüfen Sie diese mit bereits bekannten Nummern.
  • Rufen Sie die jeweilige Person unter der ihnen bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
  • Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache.
  • In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft bei Unfällen die Eltern/Angehörigen anruft und hohe Summen für eine Kaution fordert. Dabei handelt es sich um eine Betrugsmasche.
  • Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110 und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Quelle

Polizei Eschwege
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