„Tragödie im Heidepark“: Vorsicht vor der Schlagzeile!

Andre Wolf, 8. Oktober 2020
Klickfalle mit Heidepark als Köder
Klickfalle mit Heidepark als Köder

Kombinierte Bedrohung auf Facebook: Mithilfe von Fakenews greifen Betrüger Zugangsdaten von Facebooknutzern ab. Der Heidepark muss als Köder herhalten.

Dramatische Schlagzeile: „Tragödie im HeidePark! 9 Menschen fielen von der Schaukel…“. Diese Meldung lässt viele Menschen erstarren. Was ist in dem bekannten norddeutschen Freizeitpark geschehen?

Wir greifen vor: In dem Park ist rein gar nichts geschehen! Betrüger haben lediglich einen dramatischen Vorfall erfunden, um Menschen mithilfe dieser Schlagzeile in eine Falle zu locken.

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Die Methode, die in dieser Falle angewendet wird, ist nicht neu. Auf Facebook taucht ein reißerisches Snippet (Vorschaubild mit Schlagzeile) auf, welches die Nutzerinnen und Nutzer dazu veranlasst, auf das Snippet zu klicken, um sich die gesamte Geschichte anzeigen zu lassen.

Daraufhin öffnet sich eine Webseite. Dort wird behauptet, man solle ein Video anklicken, um alles zu dieser Geschichte sehen zu können. Das ist auch hier der Fall, man sieht lediglich eine Videovorschau und eine Person, die angeblich aus der Gondel einer Achterbahn gefallen ist.

Klickfalle mit Heidepark als Köder
Klickfalle mit Heidepark als Köder

Auch auf dieser Webseite wird wieder behauptet, dass sich im Heidepark eine Tragödie abgespielt habe. Eine Quelle dazu, eine Beschreibung oder nähere Hinweise findet man nicht, lediglich den Hinweis „KLICKEN, UM ZU SEHEN!“.

Phishing mit Heidepark-Köder

Vorsicht, denn nach dem Klick auf das vermeintliche Video öffnet sich eine Webseite, die dem Login von Facebook nachempfunden ist und nach den Anmeldedaten fragt. Bei dieser Seite handelt es sich nicht um Facebook, Betrüger haben lediglich eine Kopie angefertigt, um Anmeldedaten abzufangen.

Es handelt sich also bei der Geschichte zum Heidepark um eine frei erfundene Falschmeldung, die ausschließlich dazu dient, Menschen in eine Klickfalle zu locken. Es bleibt zu wünschen, dass Facebook diese Methode recht schnell als Spam erkennt. Solange jedoch muss man ein wenig aufpassen und dieser dramatischen Meldung keinen Glauben schenken.

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