Die Behauptung
US-Präsident Donald Trump sagte, in Deutschland werde jede Woche ein neues Kohlekraftwerk eröffnet. Er behauptete zudem, dass Windkraft gescheitert sei und Deutschland deshalb verstärkt auf Kohle setze.
Falsch
Falsch. Seit 2020 wurde in Deutschland kein neues Kohlekraftwerk mehr in Betrieb genommen. Tatsächlich wurden 2024 sogar 18 Anlagen abgeschaltet. Deutschland setzt verstärkt auf erneuerbare Energien und plant den Kohleausstieg bis spätestens 2038 – möglicherweise schon 2030.
Kurze Faktenübersicht:
- Letztes neues Kohlekraftwerk: Datteln 4, Inbetriebnahme im Jahr 2020.
- Geplante Stilllegung: Kohleausstieg in Deutschland bis spätestens 2038.
- Zahl der Abschaltungen: 18 Kohlekraftwerke wurden 2024 vom Netz genommen.
- Dominierende Energiequelle: Windkraft mit 31,5 % Anteil an der Stromerzeugung 2024.
Trumps Kohlephantasien, warum seine Aussagen völlig danebenliegen
Donald Trump versucht erneut, sich als Retter der amerikanischen Kohleindustrie zu inszenieren. Dafür ist ihm offenbar jedes Mittel recht, auch offensichtliche Falschbehauptungen über andere Länder.
Trumps Behauptung: Jede Woche ein Kohlekraftwerk in Deutschland
Bei einer Pressekonferenz am 7. April 2025 behauptete er, dass Deutschland „jede Woche ein neues Kohlekraftwerk“ eröffne, nachdem man angeblich mit Windenergie und anderen Alternativen gescheitert sei.
Diese Behauptung wiederholte er am Folgetag, als er mehrere Dekrete zur Förderung der Kohleindustrie in den USA unterzeichnete.
Die Aussage fiel in einem Atemzug mit seiner Lobpreisung der „schönen, sauberen Kohle“, ein Begriff, den Trump bereits seit Jahren bemüht, um seine umweltschädliche Energiepolitik schönzufärben.
Die Realität in Deutschland: Kohleausstieg statt Kohleboom
Ein kurzer Blick auf die Daten der Bundesnetzagentur entlarvt Trumps Aussage als reinen Unsinn. Das letzte neue Kohlekraftwerk, Datteln 4, wurde 2020 in Betrieb genommen. Seither: keine neuen Inbetriebnahmen.
Im Gegenteil: Im Jahr 2024 wurden laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ganze 18 Kohlekraftwerke stillgelegt. Das Ziel ist klar: Bis spätestens 2038 soll in Deutschland Schluss sein mit der Kohleverstromung. Die Bundesregierung strebt sogar ein Vorziehen auf das Jahr 2030 an.
Windkraft gescheitert? Trumps Verdrehung der Tatsachen
Trumps Versuch, die deutsche Energiewende als gescheitert darzustellen, ist nicht nur falsch, er ist bizarr. Laut Statistischem Bundesamt war Windkraft 2024 mit einem Anteil von rund 31,5 % die wichtigste Stromquelle in Deutschland. Zusammen mit anderen erneuerbaren Quellen machten sie knapp 60 % des Strommixes aus. Kohle dagegen nur etwa 22,5 %.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Erneuerbare Energien sind längst keine Randerscheinung mehr, sie dominieren zunehmend die Energieversorgung in Deutschland.
Warum verbreitet Trump diese Lüge? Ein Blick auf die Motive
Trumps Falschbehauptung ist kein Ausrutscher, sondern Teil einer gezielten Rhetorik. Er will eine Industrie reanimieren, die in den USA wirtschaftlich am Boden liegt. Seine Behauptungen über Deutschland dienen dabei lediglich als Feindbild, ganz nach dem Motto: „Wenn selbst Deutschland zur Kohle zurückkehrt, muss es ja richtig sein.“
Dass er dabei faktenwidrig und propagandistisch agiert, ist für ihn kein Problem, solange die Schlagzeile stimmt. Dabei wird bewusst ignoriert, dass sich der globale Trend längst weg von Kohle hin zu nachhaltigen Energien bewegt.
Daten, Beweise und offizielle Quellen
- Bundesnetzagentur: Kraftwerksliste bestätigt, dass Datteln 4 (2020) das letzte neue Kohlekraftwerk war.
- Statistisches Bundesamt: Erneuerbare deckten 59,4 % des Stroms im Jahr 2024, Wind war führend.
- Statista** (Februar 2025):** Noch 43 aktive Kohlekraftwerke in Deutschland, keine wöchentliche Zunahme.
Kritische Analyse & Enthüllung, Trumps Desinformation ist kein Einzelfall
Zensur, Feindbilder und fossile Freunde: Wie Trump mit Propaganda regiert
Trumps Behauptung, Deutschland eröffne wöchentlich neue Kohlekraftwerke, ist kein Ausrutscher, sondern Teil eines Musters: gezielte Desinformation, mediale Einschüchterung und rückwärtsgewandte Ideologie.
Ein bezeichnendes Beispiel: Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) wurde aus dem Weißen Haus ausgeschlossen, weil sie sich weigerte, den „Golf von Mexiko“ in „Golf von Amerika“ umzubenennen, eine absurde Sprachregelung, die Trump durchsetzen wollte. Ein US-Bundesrichter kassierte den Ausschluss: Die Maßnahme verstoße gegen das First Amendment der US-Verfassung. Wer kritische Medien ausschließt, stellt sich offen gegen die Pressefreiheit.
Diese autoritäre Haltung zeigt sich auch in Trumps Energiepolitik. Während er „schöne, saubere Kohle“ preist, verbreitet er die frei erfundene Geschichte eines deutschen Kohlebooms, obwohl Deutschland längst den Kohleausstieg beschlossen hat. Seine Begründung: Der Energiebedarf von KI, Kryptowährungen und E-Autos. Doch Expert:innen wie Lea Moffitt, Leiterin der Klimaschutz-NGO Evergreen, halten dagegen: „Trump nutzt KI als Vorwand, um seinen fossilen Spendern mit der dreckigsten, teuersten Energiequelle aus der Klemme zu helfen.“
Trumps energiepolitische Rhetorik ist also kein technisches Argument, sondern ein populistisches Narrativ. Sie dient dazu, Klimaschutz zu diskreditieren, Medien zu delegitimieren und alte Industrien künstlich am Leben zu halten. Deutschland wird dabei bewusst zum Feindbild erklärt, nicht wegen Fakten, sondern wegen politischem Kalkül.
Fazit zum Thema
Die Behauptung von Donald Trump, Deutschland würde wöchentlich ein neues Kohlekraftwerk eröffnen, ist schlichtweg falsch. Der Faktencheck zeigt: Das Gegenteil ist der Fall, Deutschland schaltet Kohlekraftwerke ab und baut die erneuerbaren Energien massiv aus. Trumps Aussagen sind reine Rhetorik zur Unterstützung seiner innenpolitischen Agenda und entbehren jeder sachlichen Grundlage. Wer sich auf Fakten statt Propaganda verlässt, erkennt schnell: In Deutschland stirbt die Kohle, sie boomt nicht.
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