Kein „Turbokrebs“-Komplott: Wer die acht Ärzte wirklich waren

Wieder einmal wird ein tragisches Ereignis zum Nährboden für abwegige Verschwörungstheorien.

Die Behauptung

Acht Ärzte, die Beweise für „Turbokrebs durch mRNA-Impfungen“ hatten, seien bei einem Flugzeugabsturz in Brasilien getötet worden, um ihre Forschung zu unterdrücken.

Aufgestellt von: Unbekannt

Faktencheck: Falsch

Diese Behauptung ist falsch. Die Verstorbenen waren keine Krebsforscher, und der Begriff „Turbokrebs“ ist eine Erfindung ohne wissenschaftliche Grundlage. Ihr Tod hat nichts mit einer angeblichen Vertuschung zu tun.

Kurze Faktenübersicht:

1. Begriff „Turbokrebs“: Dieser Begriff ist kein medizinischer Ausdruck, sondern eine Erfindung eines Verschwörungstheoretikers.
2. Die Opfer: Die acht Verstorbenen waren mit der Universidade Estadual do Oeste do Paraná (Unioeste) verbunden, jedoch nicht in der Krebsforschung tätig.
3. Ursache des Absturzes: Der Flugzeugabsturz wird noch untersucht; bisher deutet vieles auf Vereisung der Tragflächen hin.

Bewertung: Diese Behauptung ist falsch. Die Todesopfer hatten keine Verbindung zur Krebsforschung, und der Begriff „Turbokrebs“ ist eine spekulative Erfindung.

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Verunglückte „Krebsforscher“: Wer waren die Opfer wirklich?

Nach dem Flugzeugabsturz in Brasilien verbreiten sich wilde Spekulationen im Internet. Die gängigste Verschwörungstheorie besagt, dass acht Ärzte, die Beweise für „Turbokrebs durch mRNA-Impfungen“ besaßen, getötet wurden, um ihre Arbeit zu vertuschen. Ein Blick auf die Tatsachen zeigt jedoch, dass diese Behauptung haltlos ist.

Es handelt sich um diese Behauptung: „Das sind die Gesichter der 8 Krebsforscher, die bei dem Flugzeugabsturz in Brasilien ums Leben gebracht wurden! Sie haben die Zusammenhänge mit den MRNA-Injektionen und Turbokrebs erforscht und wollten ihre Arbeit veröffentlichen.“

Es handelt sich um diese Behauptung: "Das sind die Gesichter der 8 Krebsforscher, die bei dem Flugzeugabsturz in Brasilien ums Leben gebracht wurden! Sie haben die Zusammenhänge mit den MRNA-Injektionen und Turbokrebs erforscht und wollten ihre Arbeit veröffentlichen."

Die Behauptung, dass die acht Todesopfer Krebsforscher waren, ist falsch.

Professoren und Ärzte – aber keine Onkologen: Die Verstorbenen hatten zwar alle akademische oder medizinische Hintergründe, jedoch keinen Bezug zur Onkologie oder Krebsforschung. Sie alle waren jedoch mit der Universidade Estadual do Oeste do Paraná (Unioeste) verbunden und hatten verschiedene wissenschaftliche Hintergründe, die nichts mit Onkologie oder mRNA-Impfungen zu tun hatten.


Ihre beruflichen Tätigkeiten erstreckten sich auf verschiedene Fachgebiete:

Prof. Deonir Secco:
Beruf: Professor für Agrartechnik
Hintergrund: Er lehrte am Campus Cascavel der Unioeste und war Doktor der Agronomie. Seit 2010 unterrichtete er im Bereich Energietechnik in der Landwirtschaft.

Prof. Edilson Hobold:
Beruf: Professor für Sportpädagogik
Hintergrund: Lehrte am Campus Marechal Cândido Rondon der Unioeste. Er war Doktor der Sportpädagogik mit Schwerpunkt auf Sporttraining und Sportpädagogik und arbeitete als Schiedsrichter bei der Internationalen Judoföderation (FIJ).

Prof. José Roberto Leonel Ferreira:
Beruf: Radiologe
Hintergrund: Er war bis vor drei Monaten als Professor und Arzt am Universitätskrankenhaus des Westens von Paraná tätig. Er war außerdem Inhaber eines Zentrums für bildgebende Verfahren und seit 1989 als Radiologe in einer Klinik in Cascavel tätig.

Raquel Ribeiro Moreira:
Beruf: Dozentin für Sprachwissenschaften
Hintergrund: Sie war Teil des Postgraduiertenprogramms in Sprachwissenschaften am Campus Cascavel der Unioeste. Sie spezialisierte sich auf Diskursanalyse, Bildung und Produktion von Lehrmaterialien.

Mariana Comiran Belim:
Beruf: Intensivmedizinerin
Hintergrund: Sie war seit 2019 als Ärztin tätig und arbeitete auf der Intensivstation für Erwachsene im HUOP. Sie absolvierte eine Weiterbildung in klinischer Medizin und befand sich in der Ausbildung zur Onkologin an der UOPECCAN.

Sarah Sella Langer:
Beruf: Kinderärztin
Hintergrund: Sie arbeitete im HUOP und war in der pädiatrischen Intensivstation tätig. Sie hatte auch an Forschungsprojekten zur Immuntherapie bei atopischer Dermatitis teilgenommen.

Ana Caroline Redivo:
Beruf: Ehemalige Studentin der Betriebswirtschaft
Hintergrund: Sie war Absolventin des Kurses in Betriebswirtschaft am Campus Cascavel der Unioeste.

Hadassa Maria da Silva:
Beruf: Ehemalige Studentin des Rechnungswesens
Hintergrund: Sie war Absolventin des Kurses in Rechnungswesen am Campus Cascavel der Unioeste.


Die Website Jornal Paraná Norte veröffentlichte am 9. August 2024 einen Artikel der detailliert über die Opfer des Flugzeugabsturzes in Brasilien berichtet. Der Online-Nachrichtendienst, der sich auf regionale Nachrichten aus dem Bundesstaat Paraná spezialisiert hat, veröffentlichte nicht nur das Originalbild der verunglückten Maschine, sondern auch eine ausführliche Liste der Todesopfer.

Unter dem Titel „Acht Opfer des Flugzeugabsturzes auf einem Flug, der von Cascavel gestartet war, gehörten zur Unioeste“ wurden die Berufe und Hintergründe der Verstorbenen beleuchtet, die alle in Verbindung mit der Universidade Estadual do Oeste do Paraná (Unioeste) standen. Die Unioeste selbst gab eine offizielle Mitteilung heraus, in der sie ihrem tiefen Bedauern über den Verlust von Professoren, Ärzten und ehemaligen Studenten ausdrückte, die sich auf dem Weg von Cascavel nach São Paulo befanden, als das Flugzeug abstürzte und 61 Menschenleben forderte.

Die Verschwörungstheorie, die behauptet, an Bord hätten sich Onkologen mit brisanten Erkenntnissen über „Turbokrebs“ befunden, wird durch die tatsächlichen Fakten schnell entkräftet.

Die Fluggesellschaft veröffentlichte eine vollständige Passagierliste, aus der klar hervorgeht, wer an Bord war. Unter den Opfern waren vier Ärzte, deren Namen auch in einer Trauermitteilung des regionalen Ärzteverbandes von Paraná (CRM-PR) genannt wurden. Zwei von ihnen waren Onkologinnen an einer Krebsklinik in Paraná, während die anderen beiden als Radiologe und Allergologin tätig waren. Die Identitäten der übrigen Opfer sind ebenfalls bekannt und wurden detailliert von der Nachrichtenplattform UOL beschrieben.

Wie entstand die Verschwörungstheorie?

Die Grundlage dieser Verschwörung ist eine Mischung aus Unwissenheit und gezielter Desinformation. Der Begriff „Turbokrebs“ wurde von einem Rechtsanwalt während einer sogenannten „Pathologie-Konferenz“ geprägt, ohne wissenschaftlichen Hintergrund. Seine Aussage, dass dieser Begriff „keine medizinisch korrekte Bezeichnung“ ist, wird von den Anhängern dieser Theorie ignoriert. Medizinische Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) haben keinerlei Hinweise auf einen Anstieg von Tumorerkrankungen in Verbindung mit mRNA-Impfstoffen.

Fazit zum Thema Flugzeugabsturz und „Turbokrebs“

Es gibt keine Verbindung zwischen dem tragischen Flugzeugabsturz in Brasilien und einer angeblichen „Turbokrebs“-Vertuschung. Die Verschwörungstheorie ist eine spekulative und falsche Erfindung, die das Leid der Hinterbliebenen für die Verbreitung von Unsinn missbraucht. Es ist wichtig, solche Behauptungen kritisch zu hinterfragen und sich auf verlässliche Quellen zu stützen.


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