Hat Selenskyj einen Deal mit Trump auf Anweisung der Demokraten abgelehnt?

Gerücht über „geheimes Abkommen“ zwischen US-Demokraten und Selenskyj: Angeblich brachten sie ihn vor seinem Treffen mit Trump dazu, das im Raum stehende Abkommen abzulehnen.

Die Behauptung

Am 28. Februar 2025 traf sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump mit Demokraten, die ihn dazu brachten, ein Abkommen abzulehnen. Dieses Abkommen hätte den USA erlaubt, auf Mineralien in der Ukraine zuzugreifen, im Gegenzug für US-Unterstützung im Krieg gegen Russland.

Irreführend

Diese Behauptung ist irreführend. Zwar fand das Treffen mit US-Senatoren tatsächlich vor dem Treffen mit Trump statt, doch anwesend waren sowohl Demokraten als auch Republikaner. Zudem gibt es keine Beweise dafür, dass Selenskyj von den Demokraten dazu gedrängt wurde, den Deal abzulehnen. Im Gegenteil: Zwei Tage später bestätigte Selenskyj, dass die Ukraine grundsätzlich bereit sei, das Abkommen anzunehmen.

Kurze Faktenübersicht:

  • Selenskyjs Treffen mit US-Senatoren: Fand am 28. Februar 2025 vor dem Treffen mit Trump statt und war überparteilich. Republikanische und demokratische Senatoren nahmen teil.
  • Fehlende Beweise für Einflussnahme: Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Demokraten Selenskyj beeinflusst haben, den Deal abzulehnen. Senator Chris Murphy nannte die Behauptung eine „totale Lüge“.
  • Selenskyjs Stellungnahme: Am 2. März 2025 erklärte er, dass die Ukraine bereit sei, den Deal anzunehmen – im Widerspruch zu den kursierenden Behauptungen.
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In sozialen Medien kursiert ein Bild, das Selenskyj an einem großen Tisch mit anderen Politikern sieht. Laut dem beigefügten Text handle es sich dabei um Trump-feindliche Demokraten, die Selenskyj davon überzeugten, den von Trump angebotenen Deal abzulehnen.

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Screenshot Facebook
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„New York Post: Selenskyj traf sich zuerst mit US-Demokraten und dann erst mit Trump – zusammen haben sie „auf perverse Art das Ergebnis bekommen, das sie wollten“

Vor dem Treffen mit Trump traf sich Selenskyj mit Trump-feindlichen Demokraten, die ihm laut Senator Chris Murphy (D-Conn.) rieten, die Bedingungen des Mineraliengeschäfts abzulehnen, das der Präsident anbot.

„Ich habe gerade ein Treffen mit Präsident Selenskyj hier in Washington beendet. Er bestätigte, dass das ukrainische Volk ein gefälschtes Friedensabkommen nicht unterstützen wird, bei dem Putin alles bekommt, was er will, und es keine Sicherheitsvorkehrungen für die Ukraine gibt“, schrieb Murphys Büro am Freitag um 11.15 Uhr auf X.

Er fügte ein Bild von Selenskyj an einem Konferenztisch bei, auf dessen gegenüberliegender Seite Murphy saß.
40 Minuten später traf Selenskyj im Weißen Haus ein, wo Trump ihm entgegenkam, lächelte, ihm die Hand schüttelte und ihn ins Oval Office führte.

Wie die Welt inzwischen weiß, geriet das Treffen schnell aus den Fugen und endete damit, dass Trump den arroganten, undankbaren Mann wütend aus dem Weißen Haus warf.

Das Treffen, das davor mit den Demokraten stattgefunden hatte, untergräbt die wilden Behauptungen, Trump und Vizepräsident J. D. Vance hätten einen Hinterhalt inszeniert. In Wirklichkeit war es Selenskyj, der mit einem Hintergedanken kam …

Zelensky verriet seine Landsleute … Auf eine perverse Art und Weise haben Murphy und andere Demokraten das Ergebnis bekommen, das sie wollten. Das Feuerwerk im Weißen Haus lieferte ihnen einen Vorwand, ihren Russland-Russland-Russland-Schwindel zu wiederholen.“

Beitragstext

Woher stammt das Gerücht?

Die Behauptung wurde von Michael Goodwin in einer Meinungskolumne der New York Post aufgestellt – einer rechtsgerichteten Publikation. Goodwin stützte sich auf einen X-Post des demokratischen Senators Chris Murphy, in dem dieser über ein Treffen mit Selenskyj berichtete.

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Doch Goodwin verschwieg, dass an dem Treffen auch mindestens drei republikanische Senatoren beteiligt waren.

Ein von Murphy gepostetes Bild zeigt Selenskyj mit seinem Team, darunter sein Stabschef Andrij Jermak sowie mehrere ukrainische Regierungsvertreter. Auch die US-Delegation ist auf weiteren Bildern erkennbar: Neben Murphy waren die demokratischen Senatoren Amy Klobuchar und Chris Coons. Auch mit dabei waren die republikanischen Senatoren Lindsey Graham, Chuck Grassley und Roger Wicker anwesend, was Michael Goodwin in seinem Artikel wohl vergessen hatte zu erwähnen und was aber auf Fotos, die Senator Chris Coons postete, zu sehen war:

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Was tatsächlich besprochen wurde

Selenskyj selbst veröffentlichte nach dem Treffen ein Video auf X, in dem er sagte, er habe sich mit einer „überparteilichen Delegation des US-Senats“ getroffen.

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Themen des Gesprächs waren laut Selenskyj:

✅ US-Militärhilfe für die Ukraine
✅ Relevante Gesetzesinitiativen
✅ Selenskyjs bevorstehendes Treffen mit Trump
✅ Bemühungen um einen gerechten und dauerhaften Frieden
✅ Die Bedeutung robuster Sicherheitsgarantien für die Ukraine

Von einer Einflussnahme der Demokraten auf Selenskyjs Entscheidung zum Mineraliendeal war in keinem der Berichte die Rede.

Warum ist die Behauptung irreführend?

1️⃣ Falsche Darstellung des Treffens: Die Darstellung, dass nur Demokraten anwesend waren, ist nachweislich falsch. Republikanische Senatoren waren ebenfalls beteiligt.

2️⃣ Kein Einfluss auf Selenskyjs Entscheidung: Es gibt keine Beweise dafür, dass die Demokraten Selenskyj überredeten, den Deal abzulehnen, wie auch Chris Murphy auf X richtigstellte.

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Selenskyj selbst bestätigte, dass sein Land bereit sei, den Deal anzunehmen.

3️⃣ Manipulative Rhetorik: Die Formulierung, Selenskyj sei „arrogant und undankbar“ gewesen oder die Demokraten hätten die Situation „pervers“ ausgenutzt, ist nicht faktenbasiert, sondern ein rhetorisches Mittel zur politischen Stimmungsmache.

Fazit

Die Behauptung, die Demokraten hätten Selenskyj beeinflusst, einen Deal mit Trump abzulehnen, ist nicht belegt und verzerrt die Faktenlage. Das Treffen war überparteilich, und Selenskyj erklärte später, dass die Ukraine grundsätzlich bereit sei, den Deal anzunehmen. Die ursprüngliche Darstellung der New York Post basiert auf einer einseitigen Interpretation und lässt wesentliche Informationen aus.

Quelle: Snopes, Euronews

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