Keine Rakete: Video zeigt Flugzeugabsturz in Florida

Ein Video eines steil herabstürzenden Objekts wird ohne Erklärung verbreitet. Es zeigt den Absturz eines Learjet 60 in Florida, keine Rakete.

Die Behauptung

In sozialen Medien wird ein Video eines steil herabstürzenden Objekts mit der Frage „Was seht ihr?“ verbreitet. Die fehlende Einordnung kann den Eindruck erwecken, es handle sich um eine Rakete.

Aufgestellt von: Nutzerübermittelte X-Screenshots vom 3. November 2026; Original-Post-URLs liegen nicht vollständig vor.

Irreführend

Irreführend. Die Aufnahme zeigt den Absturz eines Learjet 60 am 1. November 2026 in Palm Beach County in Florida. Das herabstürzende Objekt ist ein Flugzeug, keine Rakete. Der sichtbare Beitrag lässt den tatsächlichen Hintergrund offen.

💬Wie werden echte Bilder gezielt falsch eingeordnet? Antworten finden Sie im Leitfaden Bild- und Kontext-Fakes.

FOX 13 veröffentlicht die Dashcamaufnahme mit dem Namen ihres Urhebers, Aki Kuusisto, und der Nachrichtenagentur Storyful. Der Straßenverlauf und die auffälligen Strommasten stimmen mit dem Ausschnitt im übermittelten Screenshot überein. Der Sender ordnet die Bilder dem dokumentierten Learjet-Absturz in Palm Beach County zu.

Ein X-Beitrag verbreitet den kurzen Ausschnitt mit der Frage „Was seht ihr?“, ohne den Unfall zu erklären. Das steil herabstürzende Objekt kann dadurch für eine Rakete gehalten werden. Eine ausdrückliche Raketenbehauptung steht im sichtbaren Beitrag allerdings nicht; eine gezielte Täuschungsabsicht lässt sich aus der offenen Frage allein nicht feststellen.

Anonymisierter X-Beitrag mit einem Videoausschnitt eines steil abstürzenden Flugzeugs.
Anonymisierter und zugeschnittener Screenshot: Der Beitrag fragt nach der Aufnahme, nennt aber keine konkrete Erklärung.

Flug und Absturz sind unabhängig dokumentiert

Laut ABC News bestätigte die US-Luftfahrtbehörde FAA den Absturz eines Learjet 60 auf dem Weg von Austin in Texas nach North Eleuthera auf den Bahamas. Flightradar24 dokumentiert den Flug der Maschine mit der Kennung N722BD und einen sehr schnellen Sinkflug. Die Behörde NTSB untersucht den Unfall. FOX 13 berichtet unter Berufung auf Verkehrsminister Sean Duffy, dass alle neun Menschen an Bord starben.

Flightradar24 wertete auch aufgezeichneten Flugfunk aus: Die Besatzung meldete Vereisung und Turbulenzen. Das sind Informationen über die Bedingungen vor dem Absturz. Die endgültige Unfallursache war im geprüften Recherchestand noch nicht festgestellt.

Der Kern der vorgeschlagenen Anmerkung stimmt

Auf einem weiteren Screenshot ist eine noch nicht öffentlich angezeigte Community Note zu sehen. Sie ordnet das Video ebenfalls dem Learjet-Absturz zu. X kennzeichnet den Vorschlag ausdrücklich als Beitrag eines experimentellen KI-Mitwirkenden, der überprüft werden muss.

Vorgeschlagene Community Note mit Kennzeichnung als experimenteller KI-Beitrag.
Zugeschnittener Screenshot der vorgeschlagenen Anmerkung. Die Zuordnung zum Absturz ist unabhängig belegbar.

Die geografische und zeitliche Zuordnung der Anmerkung wird durch die genannten Quellen gestützt. PolitiFact recherchierte darüber hinaus die Herkunft des Videos und berichtet, dass Kuusisto es zunächst auf Facebook veröffentlichte. Damit besteht eine überprüfbare Quellenkette unabhängig von der vorgeschlagenen KI-Anmerkung.

Quellen

FAKTENCHECK
UNTERNEHMEN
Flightradar24 / Ian Petchenik
2. November 2026
MEDIUM

MIMIKAMA · FAKTENCHECK

Faktencheck als Bild teilen

Den Faktencheck per Artikellink teilen oder das 4:5-Faktenbild als PNG herunterladen.

Social-Faktenbild · 4:5 · 1080 × 1350 px

Bild wird vorbereitet …

Bitte prüfe beim Teilen, ob der gekürzte Text die Aussage korrekt wiedergibt. Die vollständige Recherche ist im Artikel verlinkt.


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.