Betrüger geben sich als Polizei Berlin bzw. Europol und Interpol aus und schüchtern Verbraucherinnen und Verbraucher ein.

Die Mails mit Betreff wie „Vorladung vor Gericht“ „Krim/VER/REG/VORLADUNG/Nr. 07006…-Wichtig“ „Gewährleistung der Rechtsverfolgung“ „Einberufung_Nr. 42/0021 / SDPJ / Betreff: ANKLAGE!“ enthalten eine PDF-Datei, die angereichert durch diverse Logos verschiedener europäischer Polizeibehörden und Interpol, sowie diverser Stempel und Unterschriften seriös wirken soll. Vereinzelt werden auch Behördennamen, Logos, Stempel, Unterschriften und Namen gefühlt wahllos vermischt oder frei erfunden.

Screenshot der aktuellen FAKE E-Mail von der Polizei Berlin, Europol und Interpol sowie dem Bundesministerium der Verteidigung
Screenshot der aktuellen FAKE E-Mail von der Polizei Berlin, Europol und Interpol sowie dem Bundesministerium der Verteidigung

Angeblich soll sich der Empfänger per Mail zurückmelden und zu den in der Mail genannten Vorwürfen äußern. Man hätte eine Straftat begangen (u.a. Cyberpornografie, Kinderpornografie, Pädophilie, Online-Masturbation, Exhibitionismus, Online-Auftragswesen und sexuelle Erpressungsite Pornograhique…) [Hinweis: Die Schreibweise wurde aus den Mails mit dortigen Fehlern übernommen]. Die Schreibweise und die für Deutschland falsche Verwendung der zuständigen Behörden, Logos und Rechtsvorschriften lässt vermuten, dass es sich um Täter mit französischem Hintergrund/französischer Sprache handeln könnte.

Wer sich nicht innerhalb der genannten Frist melden würde, müsste mit weiteren Maßnahmen, u.a. Veröffentlichung der persönlichen Daten, Erstellen eines Berichtes usw. rechnen. So könnten auch Familienangehörige und Freunde von der Tat erfahren. Eine Rückmeldung müsste dann z.B. an [email protected] erfolgen.

Diese Mails sind gefälscht und stammen nicht von den genannten Behörden.

Wer eine solche Mail bekommen hat, sollte bitte nicht den Anhang öffnen und/oder keine persönlichen Daten an die dort genannten Mailadressen zurücksenden. Falls Sie der gefälschten Aufforderung nachgekommen sein sollten, informieren Sie Ihre örtliche Polizeidienststelle und erstatten Sie ggf. Anzeige.

Versenden Sie niemals Ausweiskopien an unbekannte Personen! Weiterhin kann es zu Zahlungsaufforderungen im Anschluss der Kontaktaufnahme kommen. Kommen Sie keiner Zahlungsaufforderung nach! Seien Sie vorsichtig, wenn Sie solche Mails bekommen. Es besteht zudem immer die Gefahr von Schadsoftware, die als Anhang mitgeschickt wird.

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Soll ich auf diese E-Mail antworten?

​​​​​​Nein, auf gar keinen Fall. Diese Fake-E-Mail stammt nicht von der Polizei, sondern von Kriminellen. Sobald du antwortest, bestätigst du den Kriminellen, dass deine E-Mail-Adresse existiert. In weiterer Folge kannst du mit der Forderung eines hohen Geldbetrags rechnen.

Woran erkenne ich, dass es sich um Betrug handelt?

  • E-Mail-Adressen: Sieh dir die E-Mail-Adresse des Absenders genau an. Auch sollst du an eine aol-Adresse antworten. Diese sind keine offiziellen E-Mail-Adressen der Polizei.
  • Fehlende Anrede: Wenn es keine Anrede gibt und du nur mit einem „Hallo“ oder mit „Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr“ angesprochen werden, kannst du davon ausgehen, dass das Schreiben massenhaft an unzählige Personen versendet wurde.
  • Unterschiedliche Anredeformen: Mal wirst du geduzt, dann gesiezt.
  • Keine konkrete Beschreibung der Straftat: Du wirst einer Straftat beschuldigt. Worum es sich aber genau handelt, wird nicht ausgeführt – also wann, was, wo konsumiert oder geteilt wurde.
  • Zeitdruck und zahlreiche Drohungen: Das Schreiben erzeugt Druck, sofort zu antworten. Antwortest du nicht innerhalb von 48 Stunden, wird angeblich ein Haftbefehl gegen dich ausgestellt. Auch wird „deine Datei“ an die Medien weitergegeben, du sollst öffentlich bloßgestellt werden.
  • Bestrafung ohne Anhörung: Du wirst ohne eine Anhörung und persönliche Aussage bestraft. Dabei handelt es sich um kein offizielles Vorgehen!
  • Unvollständige Sätze, Übersetzungsfehler: Achte auf die Schreibweise. Hier finden sich unvollständige Sätze, diverse Begrifflichkeiten und auch die Grammatik sind teilweise falsch.

Keine offizielle Behörde versendet derartige Schriftstücke!

Quelle

Polizeiprävention
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2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)