Vorsicht vor diesen Booking.com-Fallen!

Täuschend echte Nachrichten bringen Reisende um ihre Daten

💬Wie erkennt man Phishing-Mails und gefälschte SMS? Antworten finden Sie im Leitfaden Phishing erkennen.

Betrugsmaschen im Namen von Booking.com werden immer raffinierter

Eine Nutzerin wandte sich mit einem beunruhigenden Anliegen an uns: Nach einer Reisebuchung über Booking.com erhielt sie eine vermeintlich dringende Nachricht vom gebuchten Hotel. Der Betreff lautete „Ihr Reservierungsstatus ist gefährdet“ und enthielt die Aufforderung, über einen Link erneut ihre Buchung zu bestätigen, obwohl dies längst geschehen war.

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Screenshot der fraglichen Aufforderung zur Bestätigung der Reservierung
Screenshot der fraglichen Aufforderung zur Bestätigung der Reservierung

Der Link führte zu einer Seite, die dem Originalauftritt von Booking.com täuschend ähnlich sah, aber gefälscht war.

Bereits beim Öffnen der Seite poppt eine Trojaner-Warnung auf.

Screenshot der Warnung vor Trojaner
Screenshot der Warnung vor Trojaner

Doch dabei bleibt es nicht. Daten wie Name, Ankunftszeit und sogar Kreditkartendaten sollten eingegeben werden.

Screenshot der gefälschten Seite wo Daten erfasst werden sollen
Screenshot der gefälschten Seite wo Daten erfasst werden sollen

Das Ziel: Sensible Daten.

Hierbei handelt es sich um keinen Einzelfall. Immer wieder erreichen uns Hinweise auf ähnliche Fälle. Die Masche ist stets dieselbe: Betrüger verschicken täuschend echte Nachrichten im Namen von Hotels auf Booking.com und fordern zu einer angeblichen Verifizierung auf. Dabei nutzen sie gefälschte Webseiten, um an persönliche Daten und Kreditkarteninformationen zu kommen.

Update 3. Juni 2026: WhatsApp-Nachrichten mit echten Reisedaten

Ein aktueller Fall zeigt, dass die Masche weiterhin kursiert und inzwischen auch über WhatsApp sehr gezielt ausgespielt wird. Eine Betroffene erhielt Nachrichten zu einer tatsächlich bestehenden Booking.com-Buchung. Hotelname und Reisedatum stimmten, die Reise war bereits bezahlt. Trotzdem wurde behauptet, die Kreditkarte müsse dringend verifiziert werden, damit die Reservierung gültig bleibe.

Der Link führte jedoch nicht zu Booking.com, sondern auf eine externe Domain. Zusätzlich wurde Zeitdruck aufgebaut: Die Verifizierung müsse innerhalb weniger Stunden abgeschlossen werden.

Vorsicht: Echte Buchungsdaten machen eine Nachricht nicht automatisch vertrauenswürdig.

Besonders auffällig: Die Nachrichten kamen zunächst auf Deutsch, später von einer anderen Nummer auf Englisch. Auch das passt zu bekannten Phishing-Mustern. | Screenshots: WhatsApp
Besonders auffällig: Die Nachrichten kamen zunächst auf Deutsch, später von einer anderen Nummer auf Englisch. Auch das passt zu bekannten Phishing-Mustern. | Screenshots: WhatsApp

Wer über WhatsApp, E-Mail oder Chat zur Eingabe von Kreditkartendaten aufgefordert wird, sollte den Link nicht öffnen und stattdessen direkt über die offizielle Booking.com-App oder über verifizierte Kontaktdaten beim Hotel nachfragen. Die Betroffene reagierte richtig, indem sie die Nummern blockierte, bei WhatsApp meldete und das Hotel kontaktierte.

So gelangen die Betrüger an echte Buchungsdaten

Der Trick wirkt nicht nur, weil die Fake-Seite Booking.com so täuschend ähnlich sieht. Besonders gefährlich ist, dass die Kriminellen offenbar Zugriff auf echte Buchungsdaten haben. Sie wissen genau, wer wann welches Hotel gebucht hat. Das erhöht die Glaubwürdigkeit ihrer Nachrichten enorm. Die Betroffenen werden zum Teil mit echtem Namen angesprochen, die Unterkunft stimmt, und auch das Reisedatum ist korrekt. Diese Kombination aus echter Information und gefälschter Aufforderung ist brandgefährlich.

Kathrin Bartsch von der Verbraucherzentrale Niedersachsen erklärt, wie das möglich ist: „Über einen Hackerangriff oder aus anderen Sicherheitslücken eines Verwaltungstools der Unterkunft gelangen Kriminelle an die Daten der Kundinnen und Kunden, die über Booking.com gebucht haben.“ In einigen Fällen haben die Angreifer offenbar direkten Zugriff auf die Booking.com-Plattform der Hotels erlangt. Von dort aus verschicken sie über das interne Messaging-System scheinbar vertrauenswürdige Nachrichten.

Die Folge: Selbst Nutzer, die nur über Booking.com kommunizieren, sind nicht sicher. Betrüger nutzen bestehende Buchungen, um gezielt an sensible Daten zu kommen. Einige Betroffene erhalten die gefälschten Nachrichten nur Stunden nach der Buchung, andere erst Wochen später. Die Verwirrung ist dadurch oft groß, und viele handeln vorschnell. Genau darauf setzen die Täter.

Täuschung mit System: Wie die falschen Seiten Vertrauen erschleichen

Eine gefälschte Nachricht mit echtem Absender, genau das macht die Betrugsmasche so erfolgreich. Die Phishing-Seiten sehen aus wie das Original. Logo, Farben, Schriftarten, sogar die Nutzerführung sind oft identisch. Wer den Link öffnet, landet auf einer Seite, die dem offiziellen Portal zum Verwechseln ähnlich ist. Doch wer genau hinschaut, erkennt den Unterschied: Die URL hat mit Booking.com nichts zu tun. Adressen wie booking.id-confirm-page oder bookingverify-check.info sind klare Anzeichen für Betrug.

Hinzu kommt: Die Nachricht baut gezielt Druck auf. Es sei „zwingend erforderlich“, die Angaben zu bestätigen. Solche Formulierungen setzen Reisende unter Zugzwang. Die Täter kalkulieren mit Angst und Unsicherheit, und das erschreckend erfolgreich.

Besonders gefährlich ist die Aufforderung zur Eingabe von Kreditkartendaten. Zwar heißt es, es seien „keine weiteren Zahlungen erforderlich“, gleichzeitig wird aber erklärt, dass der Betrag „vorübergehend einbehalten“ werde. Auch das ist Teil der Täuschung. Tatsächlich fließt das Geld direkt an die Täter oder wird als Basis für weitere Betrugsaktionen genutzt.

Reaktionen, Sicherheitswarnungen und mögliche Konsequenzen

Booking.com selbst hat bereits mehrfach vor dieser Betrugsmasche gewarnt. Das Unternehmen betont: Es werden niemals sensible Daten wie Kreditkarteninformationen oder Passwörter über E-Mail, Chat oder WhatsApp abgefragt. Trotzdem häufen sich die Fälle. Die Täter agieren zunehmend professioneller, die Nachrichten werden immer besser, die Fake-Seiten immer raffinierter.

Die Verbraucherzentralen rufen zur Vorsicht auf. Wer eine solche Nachricht erhält, sollte niemals auf den Link klicken. Stattdessen: Direkt über die App oder Webseite von Booking.com prüfen, ob es eine echte Nachricht zur Buchung gibt. Oder direkt das Hotel kontaktieren. Wer sich unsicher ist, sollte besser zweimal nachfragen als einmal zu viel klicken.

Ein Trojaner-Hinweis, wie im geschilderten Fall, ist ein weiteres Alarmzeichen. Er zeigt, dass nicht nur Daten abgegriffen werden sollen, sondern dass auch das Gerät der Nutzer kompromittiert werden könnte. So könnten noch mehr persönliche Informationen und sensible Daten ausgelesen werden.

Die Betrüger nehmen dabei keine Rücksicht auf Verluste. Betroffene berichten von leeren Konten, gesperrten Karten und wochenlangem Aufwand, um ihr Geld zurückzubekommen. Auch der Vertrauensverlust gegenüber Booking.com ist enorm, obwohl das Unternehmen selbst nichts direkt dafür kann.

Was du jetzt tun musst: Reagieren statt resignieren

Diese Masche ist so gut gemacht, dass selbst vorsichtige Menschen ihr zum Opfer fallen können. Wer bereits in die Falle getappt ist, sollte sofort handeln:

  1. Anzeige bei der Polizei erstatten: Auch wenn die Erfolgsaussichten gering erscheinen, ist eine Anzeige wichtig. Sie hilft dabei, das Ausmaß des Betrugs zu erfassen und weitere Opfer zu schützen.
  2. Booking.com kontaktieren: Der Kundenservice kann die betroffene Buchung prüfen und weitere Schritte einleiten. Es ist wichtig, dass Booking .com über jeden Betrugsversuch informiert wird.
  3. Hotel direkt kontaktieren: Oft wissen die Hotels gar nichts von der gefälschten Nachricht. Ein Anruf kann helfen, Klarheit zu schaffen. Sicherheitsvorkehrungen können auch von Hotelseite getroffen werden, um künftige Betrügereien einzudämmen.
  4. Bank oder Kreditkartenanbieter informieren: Viele Banken bieten die Möglichkeit einer Rückbuchung an, vor allem wenn noch keine Abbuchung erfolgt ist oder es sich um betrügerische Transaktionen handelt.

Und für alle, die noch nicht betroffen sind, gilt: Augen auf bei der Buchung. Skepsis ist kein Zeichen von Paranoia, sondern von gesunder Vorsicht. Wer eine Nachricht erhält, die ungewöhnlich klingt oder zu viel verlangt, sollte immer zuerst direkt über die Plattform oder telefonisch beim Hotel nachfragen.

Fazit: Gefälschte Booking-Nachrichten sind keine Ausnahme mehr

Diese Betrugsmasche ist kein Einzelfall und kein Zufall. Sie ist geplant, professionell umgesetzt und brandgefährlich. Die Täter verfügen über echte Buchungsdaten, nutzen das Vertrauen in große Plattformen aus und bauen gezielt Druck auf. Wer den Unterschied zwischen einer echten Nachricht und einer Falle nicht erkennt, riskiert nicht nur seine Reise – sondern auch seine finanziellen Daten.

Wer das ignoriert, riskiert mehr als nur eine Stornierung.

Quellen


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