Wahlprognose 2029: Fake-Zahlen im Umlauf

Ein Twitter-Account macht Meinung statt Wissenschaft – und viele fallen darauf rein.

Die Behauptung

Eine Grafik zur Bundestagswahl 2029 zeigt angeblich aktuelle Umfragewerte laut der AfD stärkste Kraft wäre. Die Quelle: ein Account namens „PrognosUmfragen“. Doch diese „Umfrage“ ist weder seriös noch nachvollziehbar.

Aufgestellt von: Unbekannt

Faktencheck: Falsch

Falsch. Die in der Grafik genannten Zahlen stammen nicht von anerkannten Instituten. Die Quelle ist ein anonymer Twitter-Account ohne überprüfbare Methodik und Experten halten ihn für unseriös.

Kurze Faktenübersicht

  • Keine anerkannte Quelle: „PrognosUmfragen“ ist kein etabliertes Institut.

  • Zahlen weichen stark ab: Reale Umfragen zeigen deutlich andere Werte.

  • Transparenz fehlt: Keine Angaben zu Erhebungsmethodik oder Stichproben.

  • Expertenwarnung: Der Rat der Markt- und Sozialforschung rät zur Vorsicht.

Wie beeinflussen Narrative die öffentliche Meinung? Antworten finden Sie im Leitfaden Narrative & Meinungsmache.

Ein Twitter-Account simuliert Seriosität und wird tausendfach geteilt

Warum dieses Thema wichtig ist
Manipulierte oder erfundene Wahlprognosen können die öffentliche Meinung beeinflussen. Wenn solche Fake-Inhalte massenhaft verbreitet werden, droht eine Verzerrung der demokratischen Debatte.

Der Fake im Faktencheck: Was zeigt die Grafik wirklich?

Ende April 2025 macht eine Grafik auf der Plattform X (ehemals Twitter) die Runde: CDU bei 21 %, AfD bei 27 %, SPD und Grüne im Keller. Die Quelle: der Account „PrognosUmfragen“. Dieser nennt sich selbst „genauester Prognoseanbieter“, liefert aber keinerlei Belege für seine Daten.

Wahlprognose 2029: Fake-Zahlen im Umlauf
Screenshot des Postings mit den Fake-Zahlen aus den sozialen Medien

Was auf den ersten Blick nach offizieller Statistik aussieht, ist schlicht Meinungsmache. Besonders auffällig: CDU und CSU werden getrennt aufgeführt – ein unübliches Verfahren, das der CDU schadet und die AfD stärkt. Offizielle Umfragen wie von Infratest dimap oder Forsa listen die Union gemeinsam und mit deutlich höheren Werten.

Warum solche Accounts gefährlich sind

Der Account bleibt anonym. Kein Impressum, keine Methodik, keine Quelle. Dass dieser dennoch zigtausendfach geteilt wird, auch von Ex-Politikern, zeigt ein wachsendes Problem: Desinformation mit professionellem Anstrich.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) prüfte „PrognosUmfragen“ mehrfach und kam zum klaren Urteil: Nicht seriös. Auch der Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung forderte öffentlich, solche Accounts zu stoppen oder wenigstens Standards einzuhalten. Passiert ist: nichts.

Was wirklich dahintersteckt

Wer hinter dem Account steckt, bleibt offen und das vermutlich bewusst. Denn Transparenz wäre das Ende der Glaubwürdigkeit. Der Betreiber verweigerte mehrfach Auskünfte, eine eigene Webseite fehlt ebenso wie jeglicher Eintrag im Handelsregister.

Laut Bundeszentrale für politische Bildung muss zwischen Stimmungsbild und Projektion unterschieden werden. Die genannte Grafik ist keines von beidem, sondern ein inszeniertes Zerrbild. Ohne Methodik, ohne Kontext, ohne Grundlage.

Die echten Zahlen sehen anders aus

Die echten Sonntagsfragen, wie etwa von YouGov oder Forschungsgruppe Wahlen, zeigen: CDU/CSU um 25 – 27 %, AfD 22 – 26 %, Grüne und SPD mit teils deutlich besseren Werten als in der Grafik von „PrognosUmfragen“. Auch kleinere Parteien wie BSW oder Die Linke wurden dort korrekt dargestellt, im Gegensatz zum Fake-Pic.

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Fazit zum Thema

Ein Twitter-Account täuscht Wissenschaftlichkeit vor und wird von vielen dafür belohnt. Doch echte Prognosen brauchen Transparenz, Methodik und Verantwortung. Wer manipulierte Zahlen glaubt und teilt, spielt denen in die Hände, die unsere Demokratie beschädigen wollen.

Quelle: dpa

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