„Ist das wahr“?, so beginnt eine der unzähligen Anfragen an uns.

Kein Fake: Warntafeln vor „Otto-Show“-Wiederholungen

Das Thema:

Der öffentlich-rechtliche Sender stellt mehrere Ausgaben der „Otto-Show“ aus den Jahren 1973 und 1974 in der Mediathek zur Verfügung. Vor Beginn schaltet der öffentlich-rechtliche Sender einen „Warnhinweis“. Darin steht Folgendes: „Das folgende Programm wird, als Bestandteil der Fernsehgeschichte, in seiner ursprünglichen Form gezeigt. Es enthält Passagen mit diskriminierender Sprache und Haltung“, bzw. „Passagen die heute diskriminierend betrachtet werden.“

Ein zeitloses Lachen oder doch Zeichen einer vergangenen Epoche? Der WDR gräbt zur Feier von Otto Waalkes‘ 75. Geburtstag seine legendäre „Otto-Show“ aus den 70ern wieder aus. Doch nicht ohne einen Warnhinweis…

MIMIKAMA
Screenshot: Warnhinweis / WDR im Vorspann vor der „Otto-Show I aus dem Jahr 1973 

Die Rückkehr einer Ikone

Otto Waalkes, der unumstrittene Comedy-Gigant der 70er Jahre, feierte kürzlich seinen 75. Geburtstag. Als Geschenk an die Fans bringt der WDR seine legendären „Otto-Shows“ zurück in die Mediathek. Die Shows, die zwischen 1973 und 1981 ausgestrahlt wurden, ließen die Schulhöfe Deutschlands vor Aufregung wuseln. Sie machten Otto zum nationalen Superstar, und die Wiederholungen sind zweifellos eine würdige Hommage an sein Comedy-Erbe.

Zeitgemäße Vorkehrungen

Doch die Zeiten ändern sich. Mit einem humorvollen Augenzwinkern hat der WDR Vorkehrungen getroffen und vor den Episoden Warntafeln eingefügt. Junge Zuschauer, die Otto möglicherweise nur durch seinen Hit „Friesenjung“ kennen, werden daran erinnert, dass das Programm „Passagen enthält, die heute als diskriminierend betrachtet werden“. Der WDR betont, dass dies zur historischen Einordnung und Wertschätzung des Materials dient.

Der WDR gibt nicht genau an, welche Teile der Show als möglicherweise diskriminierend betrachtet werden könnten. In der „Otto Show 2“ erzählt der Komiker einen Witz über ein „traditionelles chinesisches Lied“. Laut Waalkes ist der Titel des Liedes „Ping-Pong“, wobei die Frau das „Ping“ symbolisiert und der Mann ihr metaphorisch an das „Pong“ fasst.

In einem anderen Segment singt Waalkes von einer massiven Pille für katholische Frauen, so schwer, dass sie sie vor ihre Schlafzimmertür legen könnten, als humorvolle Anspielung.

Ein weiteres Lied handelt von einem mittellosen Mädchen, das sich wünscht, Sterne mögen sich in Geld verwandeln. Ein zufällig vorbeifahrender Sportwagenfahrer hört dies, hält an und verspricht dem Mädchen, sie zu einem luxuriösen Ort zu bringen, weil er glaubt, dass sie leichtgläubig sei. Waalkes schließt mit der humorvollen Anmerkung, dass Fußgänger nachts besser auf dem linken Fahrstreifen gehen sollten, da sie zwar nicht besser sichtbar, aber schwieriger zu hören sind.

Otto nimmts mit Humor

Otto, der Meister der Komik, reagierte mit seinem charakteristischen Witz: „Vor Komik kann nicht genug gewarnt werden, besonders die ‚Otto-Show‘ kann zu Lachmuskelkater führen.“ Aber er reflektiert auch ernsthafter: Humor hat oft Grenzen getestet, und die Normen der 70er Jahre waren anders als heute. Er betonte, dass Komik dazu neigt, alltägliche Regeln zu brechen und Tabus zu hinterfragen.

Die Gratwanderung des Humors


Nicht zum ersten Mal muss Waalkes Stellung zu Gags nehmen, die vielleicht nicht gut gealtert sind. Besonders Diskussionen gab es 2020 rund um die Nutzung des „N-Worts“ in „Otto – Der Film“ von 1985, als dieser auf einem Streamingdienst verfügbar wurde. Doch Otto argumentiert, dass der Kontext und die Absicht entscheidend sind. Wann ist ein Witz nur ein Witz, und wann überschreitet er die Grenze?

Fazit

Comedy ist ein ständiger Tanz zwischen dem, was in der Gesellschaft akzeptiert wird, und dem, was sie herausfordert. Otto Waalkes‘ „Otto-Show“ war ein bahnbrechendes Comedy-Phänomen ihrer Zeit. Mit dem Wandel der Zeit und der Moral verändert sich auch unsere Wahrnehmung von Komik. Die Wiederaufnahme dieser legendären Show durch den WDR mit Warnhinweisen zeigt, dass Humor immer im Kontext seiner Zeit gesehen werden sollte und wie wichtig es ist, sowohl das Erbe als auch die aktuelle Sensibilität zu respektieren.

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