Die Behauptung
Alice Weidel, Vorsitzende der AfD, lehne die Pendlerpauschale ab und habe diese Position in einem Interview vom 12. Juni 2024 bekräftigt.
Irreführend
Diese Aussage ist irreführend. Die angeführten Zitate stammen aus einem Interview aus dem Jahr 2018. Aktuell unterstützen Alice Weidel und die AfD die Pendlerpauschale und fordern sogar eine Erhöhung.
Alte Informationen als neu zu präsentieren, ist eine gängige Strategie, um Verwirrung zu stiften. Ein aktuelles Beispiel sind die vermeintlichen Aussagen von Alice Weidel zur Pendlerpauschale, die sich bei näherer Betrachtung als überholt herausstellen.
Die verbreitete Behauptung
In sozialen Netzwerken wird behauptet, Alice Weidel halte die Pendlerpauschale für unnötig. In einem Interview vom 12. Juni 2024 soll sie gesagt haben: „Es ist die Entscheidung jedes Einzelnen, wo er wohnen möchte. Ob er mit dem Auto fahren muss oder nicht, ist seine Entscheidung.“ Auf die Frage „Also keine Pendlerpauschale?“ soll sie geantwortet haben: „Ehrlich gesagt, sehe ich dafür keine Notwendigkeit“.
Quellenangabe
Die Aussagen stammen aus einem Interview mit dem WDR, das allerdings bereits im Jahr 2018 stattgefunden hat. Die Behauptung, Weidel habe diese Aussagen erst kürzlich getätigt, ist irreführend und falsch. Inzwischen hat sich die Position der AfD und von Weidel zur Pendlerpauschale geändert und sie unterstützen diese Maßnahme.
Die Fakten
Bei dem vermeintlich aktuellen Interview handelt es sich tatsächlich um ein Gespräch aus dem Jahr 2018. Damals äußerte sich Alice Weidel in einem Interview mit dem WDR-Journalisten Philipp Menn für die Sendung „1zu1“ kritisch zur Pendlerpauschale. Das Interview wurde am 13. Juni 2018 gesendet.
Das Video ist in der Mediathek des WDR nicht mehr abrufbar, jedoch dokumentiert eine ältere Pressemitteilung die damaligen Aussagen Weidels. Außerdem hat der WDR-Journalist Philipp Menn 2018 einen Videoausschnitt des Interviews auf der Plattform X (ehemals Twitter) geteilt.
Weiterführende Informationen
Seit 2018 hat sich die Haltung der AfD zur Pendlerpauschale geändert. Im November 2023 beantragte die AfD-Bundestagsfraktion, berufstätige Pendler stärker zu entlasten. Sie forderte, die Pendlerpauschale ab dem 1. Januar 2024 auf 50 Cent pro Kilometer zu erhöhen. Der Finanzausschuss lehnte den Antrag jedoch ab. Derzeit beträgt die Entfernungspauschale 30 Cent pro Kilometer, ab dem 21. Kilometer 38 Cent.
Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erklärte Weidels Büroleiter, dass dies die aktuelle Position der AfD und von Alice Weidel sei. Dies zeigt eine deutliche Kehrtwende gegenüber den Aussagen von 2018.
Fazit
Die Behauptung, Alice Weidel habe in einem aktuellen Interview die Pendlerpauschale abgelehnt, ist falsch. Die angeführten Zitate stammen aus einem Interview von 2018. Die aktuelle Position der AfD und von Alice Weidel unterstützt die Pendlerpauschale und fordert sogar eine Erhöhung. Diese Veränderung zeigt, wie sich politische Positionen im Laufe der Zeit ändern können und wie wichtig es ist, Informationen auf ihre Aktualität hin zu überprüfen.
Quelle: dpa
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