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Elektronischer Impfpass: Die WHO erteilt keine Einreiseverbote!

Ralf Nowotny, 14. Dezember 2020
Elektronischer Impfpass: Die WHO erteilt keine Einreiseverbote!
Elektronischer Impfpass: Die WHO erteilt keine Einreiseverbote!

Die WHO entwickelt einen elektronischen Impfpass. Doch seit wann kann die WHO Einreiseverbote erteilen?

Impfpässe sind bei Weitem nichts Neues. Neu sind eigentlich nur zwei Dinge:
Es soll ihn in elektronischer Form geben, und (natürlich) soll dann dort auch eine Corona-Impfung eingetragen werden. Doch erteilt die WHO mit einem solchen Impfpass und der Eintragung direkte Einreiseverbote?

Ein Info-Video der Schweizer Seite „20 Minuten“ wird rege geteilt oder neu hochgeladen:

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In dem Video wird behauptet, dass man in Zukunft nur noch mit diesem gelben Impfpass reisen könne. Dies plane zumindest die WHO, welche gleichzeitig auch an einer elektronischen Version des Impfpasses arbeite.

Dies sorgt bei vielen Nutzern, welche teilweise das Video neu hochladen, für Aufregung:

Aufregung um den Impfpass
Aufregung um den Impfpass

Sie verpflichten uns nicht zu impfen, doch sie wollen uns nicht raus lassen, wenn wir uns nicht impfen lassen“ schimpft der aufgeregte Nutzer in Großbuchstaben.

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Was wahr ist

Korrekt ist, dass die WHO an einem elektronischen Impfpass arbeitet (siehe HIER), doch dies ist fast nur Nebensache, denn die Einreise-Behauptung ist ja jene, die viele aufregt.

Auf den Seiten des Auswärtigen Amtes (siehe HIER) finden sich alle möglichen Reiseländer von Afghanistan bis Zypern. Bei einem Klick auf die Länder erfährt man dann auch die jeweiligen Einreisebestimmungen.

So erfährt man beispielsweise dort, dass für eine Einreise nach Ägypten ein negativer PCR-Test erforderlich ist, der nachweislich nicht älter als 72 Stunden sein darf. Durchaus verständlich, denn Ägypten ist stark von COVID-19 betroffen, da braucht es nicht auch noch erkrankte Touristen.

Aber auch Nachweise für Impfungen werden von Ägypten verlangt, beispielsweise der Nachweis einer Polio-Impfung, wenn man aus dem Kongo, Kenia, Niger oder Syrien einreist, also Gebieten, die von Polio betroffen sind.

Daraus kann man folgern, dass Ägypten und andere Länder auch irgendwann den Nachweis einer Corona-Impfung fordern, da es sich dabei um eine Pandemie handelt.

Was falsch ist

Doch kann man nun daraus schließen, dass die WHO Einreiseverbote erteilt?
Nein, dazu ist sie gar nicht ermächtigt!

Einreisebestimmungen werden von den Ländern getroffen, auch Fluglinien können bestimmen, ob beispielsweise ein negativer PCR-Test vorliegen muss, die WHO selbst hat dabei überhaupt kein Mitspracherecht, sondern kann nur Empfehlungen aussprechen.

Die WHO, genau genommen Catherine Smallwood, leitende Notlagenbeauftragte beim WHO-Regionalbüro für Europa stellt auch selbst in einer Pressekonferenz klar, dass sie keine „Immunitätsnachweise“ empfehlen, sondern die Länder selbst auf die Daten schauen sollen, um zu bestimmen, ob beispielsweise ein negativer PCR-Test für eine Einreise nötig ist oder nicht.

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Auch eine Impfflicht wird von der WHO nicht befürwortet (siehe HIER).

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Fazit

Es ist nicht neu, dass einige Länder bestimmte Impfungen für eine Einreise voraussetzen. Dies war auch bisher nie ein Problem, doch insbesondere bei Corona- und Pandemie-Leugnern sorgt für Aufregung, dass man dann ja nicht mehr ins Ausland reisen könne – und geben dafür der WHO die Schuld, welche überhaupt gar nicht für die Einreisebestimmungen der Länder verantwortlich ist.

Weitere Quelle: dpa

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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