Wird WhatsApp kostenpflichtig? 4 Euro für Werbefreiheit geplant?

WhatsApp testet optionales Abo gegen Werbung im Status-Tab – Preis und Start noch offen.

Die Behauptung

WhatsApp werde künftig kostenpflichtig. Nutzer müssten rund 4 Euro pro Monat bezahlen, um den Messenger ohne Werbung nutzen zu können.

Aufgestellt von: Unbekannt

Faktencheck: Irreführend

WhatsApp arbeitet laut dem gut vernetzten Leaker-Portal WABetaInfo an einem optionalen Abo-Modell, das Nutzerinnen und Nutzern in der EU und in Großbritannien ermöglichen soll, Werbung im Bereich „Aktuelles/Updates“ (Status und Kanäle) auszublenden.

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Wird WhatsApp kostenpflichtig?

Aktuell machen im Netz zahlreiche Meldungen die Runde, wonach der Messenger künftig 4 Euro pro Monat verlangen soll, um werbefrei genutzt werden zu können. Schlagzeilen sprechen bereits von einer „drastischen Änderung“ und vom Ende des kostenlosen WhatsApp. Doch diese Darstellung greift zu kurz. Tatsächlich geht es nicht um ein Bezahlmodell für den gesamten Dienst, sondern um eine geplante, freiwillige Zusatzfunktion – und selbst deren Preis ist bislang nicht offiziell bestätigt.

In der aktuellen Android-Beta (Version 2.26.3.9) ist zwar ein entsprechender Menüpunkt inklusive eines Preishinweises von rund 4 Euro sichtbar. Dabei handelt es sich jedoch um einen vorläufigen Platzhalter und nicht um eine verbindliche Preisfestlegung. Der Betrag kann sich bis zur Einführung noch ändern und je nach Land oder Kontoeinstellungen variieren.

Wird WhatsApp kostenpflichtig? 4 Euro für Werbefreiheit geplant?
Wird WhatsApp kostenpflichtig? 4 Euro für Werbefreiheit geplant?
Screenshot von WABetaInfo

Die kursierenden Screenshots stammen aus einer internen Testversion von WhatsApp für Android und wurden vom Leaker-Portal WABetaInfo veröffentlicht. Sie zeigen erstmals konkret die Benutzeroberfläche des geplanten Abo-Modells. Zu sehen sind unter anderem Hinweise auf ein Abonnement für „Status & Channels ohne Werbung“, ein Monatsbetrag von 4 Euro sowie die Verwaltung über den Google Play Store. Außerdem wird explizit darauf hingewiesen, dass persönliche Nachrichten weiterhin Ende-zu-Ende-verschlüsselt bleiben und nicht für Werbung verwendet werden.

Die Darstellungen belegen, dass Meta die Funktion technisch bereits vorbereitet. Sie ersetzen jedoch keine offizielle Ankündigung. Preis, Ausgestaltung und Zeitpunkt der Einführung können sich bis zur Veröffentlichung noch ändern.

Wichtig:

  • Das Abo wäre freiwillig.
  • Es betrifft ausschließlich den Updates-Tab (Status & Kanäle).
  • Private Chats, Gruppen und Anrufe bleiben kostenlos und werbefrei.
  • Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung privater Kommunikation bleibt unverändert bestehen.
  • Die Verwaltung soll über In-App-Abos im Google Play Store erfolgen.

Hintergrund ist die EU-Regulierung, die großen Plattformen vorschreibt, Nutzerinnen und Nutzern eine Wahl zwischen personalisierter Werbung oder einem kostenpflichtigen, werbefreien Modell zu ermöglichen. Vergleichbare Modelle existieren bereits bei Facebook und Instagram.

Faktencheck

Was an der Behauptung irreführend ist

1
„WhatsApp wird kostenpflichtig“

Diese Formulierung suggeriert, dass der Messenger künftig nur noch gegen Bezahlung nutzbar sei. Das ist nicht korrekt. Nach aktuellem Stand bleibt WhatsApp in seiner Kernfunktion – also für private Chats, Gruppen und Anrufe – weiterhin kostenlos. Geplant ist lediglich ein freiwilliges Zusatzabo, das ausschließlich den werbefreien Zugriff auf den Updates-Tab (Status und Kanäle) ermöglicht. Von einem generellen Bezahlmodell für die App kann daher keine Rede sein.

2
Der genannte Preis von 4 Euro

Der Betrag von rund 4 Euro stammt aus einer frühen Android-Beta und wurde nicht von Meta offiziell angekündigt oder bestätigt. Solche Werte dienen in Testversionen häufig als Platzhalter und können sich bis zur Veröffentlichung noch ändern. Zudem ist unklar, ob es ein einheitliches Preismodell für alle Länder geben wird oder ob der Preis abhängig von Region oder Kontoeinstellungen variiert.

3
Ein angeblicher Starttermin im Jahr 2026

Für einen konkreten Einführungstermin gibt es derzeit keine belastbaren Hinweise. Weder Meta noch WhatsApp haben einen Zeitplan veröffentlicht. Die Funktion wird in den Entwicklerberichten lediglich als „in Entwicklung“ beschrieben und für ein „zukünftiges Update“ vorgesehen. Jahreszahlen wie 2026 beruhen daher auf Spekulationen und nicht auf bestätigten Informationen.

4
Die Darstellung als „drastische Änderung“

Auch diese Einordnung ist überzogen. Werbung im Updates-Tab wird von WhatsApp bereits seit 2025 in einzelnen Ländern getestet, unter anderem in den USA. Neu ist nicht die Werbung selbst, sondern lediglich die geplante Möglichkeit, sie in Europa gegen Bezahlung auszublenden. Für die meisten Nutzerinnen und Nutzer ändert sich an der Funktionsweise der App dadurch wenig bis nichts.

5
„20 Jahre ohne nennenswerte Einnahmen“

Diese Aussage ist sachlich falsch. WhatsApp erzielt seit Jahren Einnahmen über kostenpflichtige Business-Dienste, insbesondere über die WhatsApp Business API, mit der Unternehmen Kundenservice und automatisierte Kommunikation abwickeln. Das geplante Abo-Modell wäre daher keine erstmalige Monetarisierung, sondern lediglich eine weitere Einnahmequelle neben bereits bestehenden Geschäftsmodellen.

Fazit

WhatsApp plant kein Bezahlmodell für den gesamten Messenger. In Entwicklung ist lediglich ein freiwilliges Abo, mit dem Nutzerinnen und Nutzer in Europa Werbung im Status- und Kanalbereich ausblenden können. Der aktuell genannte Preis von rund 4 Euro stammt aus einer Beta-Version und ist nicht verbindlich.

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Die verbreitete Darstellung „WhatsApp wird kostenpflichtig“ ist daher verkürzt und irreführend, trifft aber insofern teilweise zu, als Meta tatsächlich eine Bezahloption gegen Werbung vorbereitet. Die Abwicklung des Abonnements soll laut den bisherigen Beta-Hinweisen als In-App-Kauf über den Google Play Store erfolgen und dort auch kündbar sein. Werbung im Updates-Tab wird von Meta bereits seit 2025 in einzelnen Ländern, darunter den USA, getestet.

Ein konkreter Termin für die Einführung des Abo-Modells in Europa ist derzeit nicht bekannt. Auch zur endgültigen Preisgestaltung gibt es bislang keine offizielle Bestätigung. Die Funktion befindet sich weiterhin in der Entwicklung.

WhatsApp bleibt also kostenlos. Nur das Ausblenden von Werbung im Status-Bereich könnte künftig Geld kosten.

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