Einer ganz miesen Masche mit einer angeblichen Wunderheilung fiel eine 70-jährige Frau in Sankt Augustin zum Opfer. Anfang Oktober hielt sie sich in einem Bekleidungsgeschäft in der Südstraße in Sankt Augustin auf.

Wunderheilung soll Fluch beseitigen

Dabei wurde sie nacheinander von drei unbekannten Frauen angesprochen. Die Unbekannten erzählten der Frau, dass sie sehr krank und verhext sei. Sie stünde mit einem Fuß bereits im Grab. Um ihr zu helfen, solle sie einen größeren Geldbetrag holen, auf den man diesen Fluch übertragen könne.

Sie vereinbarten einen Treffpunkt, wo die Geschädigte erscheinen sollte, nachdem sie zu Hause ihr gesamtes Bargeld abgeholt hatte. Dieser Aufforderung kam sie nach.

Mit einem kleineren Geldbetrag erschien sie dann an dem vereinbarten Treffpunkt. Eine der Frauen wickelte das Geld in ein Handtuch, zerschlug unter anderem ein Ei darüber und gaukelte der 70-Jährigen vor, dass sie dieses unter ihr Kopfkissen legen und darauf schlafen sollte. Das würde den Heilungsprozess beschleunigen. Anschließend vereinbarten sie für den nächsten Tag in Sankt Augustin an der Mittelstraße ein erneutes Treffen, bei dem die Geschädigte zu ihrer Hausbank gehen und einen fünfstelligen Betrag abholen sollte. Dadurch würde sie das „Schlechte“ aus ihrem Körper auf das Geld übertragen.

Gesunde Skepsis vor Wunderheilung gerade noch rechtzeitig

Der Sankt Augustinerin kamen jedoch Zweifel und sie kontaktierte die Polizei. Zusammen mit Zivilbeamtinnen des Kriminalkommissariats 2 und einem Zivilbeamten des Verkehrskommissariats wurde der vereinbarte Treffpunkt aufgesucht. Dort konnte eine der tatverdächtigen Frauen angetroffen werden. Die 37-jährige Frau ohne festen Wohnsitz in Deutschland wurde vorläufig festgenommen.

Während der Durchsuchung der 37-Jährigen konnte in ihren Sachen rund 23.000 Euro aufgefunden werden, die mutmaßlich aus weiteren Betrugsdelikten stammen. Das Geld wurde sichergestellt.

Sie wurde einem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft wegen versuchtem gemeinschaftlichen Betrug anordnete.

Quelle: Polizei-Kreisbehörde Rhein-Sieg

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