Es gibt Corona-Regelungen, die so Manchem nicht so wirklich einleuchten – eine davon möchten wir hier beleuchten.
Viele verstehen die Logik nicht: Warum muss man beim Betreten eines Restaurants die Schutzmaske aufhaben, darf sie aber beim Sitzen abnehmen? Und warum müssen Schüler in der Pause eine Schutzmaske tragen, nicht aber, wenn sie im Unterricht sitzen?
Macht das Coronavirus etwa Unterschiede?
So wird ein Sharepic geteilt, welches jene scheinbare Unlogik verdeutlichen soll:

Die schnelle Antwort
Es geht nicht nur darum, ob man steht oder sitzt (denn das ist einem Coronavirus, welches in einem Aerosol herumschwirrt, wirklich egal), sondern um die Art und Weise, wie man sich in den Räumlichkeiten verhält (Reden, Schreien, Singen) und wie die Räumlichkeiten belüftet sind.
Zudem gibt es noch einen anderen, wichtigen Faktor beim Schulunterricht: Das Kohortenprinzip.
Durch den Unterricht in kleineren Gruppen (Kohorten) kann eine Ansteckung besser nachvollzogen werden als auf einem Pausenhof, wenn alle Schüler durcheinanderrennen.
Die ausführliche Antwort
Coronaviren fliegen nicht einfach so durch die Luft, sondernbenutzen als Taxi sogenannte Aerosole, das sind feinste Wassertröpfchen, die wir beim Atmen, Sprechen, Schreien, Singen und Husten immer ausstoßen.
Die Verteilung solcher Aerosole in Räumen sind somit ein guter Anhaltspunkt, wie stark sich auch Coronaviren verbreiten können: In einem kleinen Raum, in dem gesungen wird, beispielsweise sehr viel stärker als in einem Großraumbüro, in dem jeder still an seinem Platz arbeitet.
Die Universität in Weimar zeigt mit einem Video, wie sehr sich die Aerosole durch Atmung, Reden, Husten verbreiten. Dies ist unabhängig vom Sitzen, Stehen und Liegen.
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Abstand halten! – Wie sich Atemluft beim Husten verbreitet. Ein Experiment der Professur Bauphysik. from Bauhaus-Universität Weimar on Vimeo.
So erklärt der frühere Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin, Gerhard Scheuch:
„In Fitnessstudios kann natürlich durch die körperlichen Anstrengungen die Produktion der Aerosole durchs Atmen deutlich erhöht werden.“
Auch die Technische Hochschule Mittelhessen veröffentlichte ein anschauliches Video zu der Thematik „Aerosole in Räumen“:
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Die die chinesischen Forscher um Lu Jianyun weisen in einer Studie darauf hin, dass Aerosolo dazu tendieren, den Luftstrom zu folgen. Die niedrigeren Aerosolkonzentrationen in größeren Entfernungen könnten nicht ausreichend sein, um eine Infektion in anderen Teilen des Restaurants zu verursachen.
Und wie gut sollte ein Raum nun belüftet sein?
Darüber gibt eine recht neue Studie Auskunft:
Jene ergab, dass die Covid19 Aerosolübertragung zwischen 1,6 bis 3m Entfernung stattfindet, wenn die Personen miteinander sprechen. In ruhiger Luftumgebung ist dies sogar bis zu 8,2m.
Die getesteten Szenarien waren einschließlich in Transportfahrzeugen und Gebäuderäume und zeigten, dass eine zunehmende soziale Distanz die Infektionsrate (20–40%) in den ersten 30 Minuten selbst unter erheblich Bedingungen reduzieren kann, welche durch Lüftungssysteme zusätzlich verringert werden können.
Eine Studie aus der Universität Bozen zeigt ebenfalls, dass es besonders in Klassenräumen essentiell ist, die Räume entsprechend zu belüften, um die Viruslast einzudämmen.
Fazit
Was zuerst unlogisch erscheinen mag, erfüllt doch seinen Zweck:
Es geht nicht darum, ob man steht oder sitzt, sondern wie sich Aerosole in einem Raum verteilen.
Recherche: Markus Golla Studiengangsleiter „GuK“ IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)
https://pflege-professionell.at
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