Tschernobyl: Energoatom warnt vor möglichem Strahlungsaustritt

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Auf Telegram warnt die ukrainische Atomenergiefirma Energoatom vor möglichem Strahlungsaustritt im Kraftwerk Tschernobyl.

So manch einer mag sich unangenehm an den April 1986 erinnern, als sich im Atomkraftwerk Tschernobyl ein Super-GAU ereignete, ein größter anzunehmender Unfall: Am 26. April 1986 kam es im Block 4 des Kraftwerks zu einer vollständigen Kernschmelze, wodurch radioaktives Material austrat, was die UDSSR damals tagelang zu vertuschen versuchte.
Laut der
staatlichen ukrainischen Atomenergiefirma Energoatom steht eine solche Katastrophe nun wieder bevor.

Die Warnung

Energoatom schweigt zu den Angaben auf dessen Facebook– und Twitter-Kanälen, berichtet aber dafür umso ausführlicher auf deren offiziellen Telegram-Kanal:

Demnach sei die 750-kV-Hochspannungsleitung zwischen dem Kernkraftwerk Tschernobyl und Kiew beschädigt worden und sei mittlerweile abgeschaltet.
Das Problem dabei: Dadurch ist Tschernobyl und alle kerntechnischen Anlagen in der Sperrzone von der Stromversorgung abgeschnitten, wodurch etwa 20.000 abgebrannte Brennelemente nicht mehr gekühlt werden können.
Dadurch steige die Temperatur in den Verglasungsbecken, es bilde sich Dampf, und radioaktive Stoffe werden in das Wasser freigesetzt. Mit dem Wind können die radioaktiven Wolken in andere Regionen der Ukraine, Weißrusslands, Russlands und Europas transportiert werden.
Zudem funktioniere durch den fehlenden Strom auch die Belüftungsanlage nicht, wodurch die Mitarbeiter im Kraftwerk eine gefährliche Strahlendosis abbekommen. Auch das Feuerlöschsystem sei außer Betrieb, bei einem Geschosseinschlag bestehe somit eine große Brandgefahr.
In einer weiteren Telegram-Nachricht ergänzt Energoatom, dass sich die Lage in dem Atomkraftwerk verschlechtert habe. Das Personal der Anlage sei seit zwei Wochen nicht mehr ausgewechselt worden, und die IAEO (Internationale Atomenergie-Organisation) habe keinen externen Zugriff auf die Überwachungsgeräte.

IAEA nicht besorgt

Auf Twitter teilt die IAEO mit, dass der Stromausfall nicht besorgniserregend sei. Die Wärmebelastung des Lagerbeckens für abgebrannte Brennelemente und das Volumen des Kühlwassers im Kernkraftwerk reiche auch ohne Strom für eine wirksame Wärmeabfuhr aus.

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Mehr Informationen

Die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) berichtet zudem, dass selbst bei Ausfall aller Notstromdieselaggregate beim derzeitigen Zustand des Standortes nicht von einer schnellen und größeren Freisetzung von Radioaktivität auszugehen sei.


Artikelbild: Tschernobyl / Pixabay
Artikel in dem Zusammenhang:
Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hat in ihrem 15. Update zum Krieg in der Ukraine große Besorgnis zur aktuellen Lage vor Ort in Tschernobyl geäußert.


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