Los Angeles Fakes: Pflastersteine, bezahlte Demonstranten und Verschwörungserzählungen

Falsche Bilder und irreführende Behauptungen heizen die Stimmung rund um die L.A.-Proteste an.

Die Behauptung

In sozialen Netzwerken kursieren Bilder von gestapelten Pflastersteinen und brennenden Polizeiautos, die angeblich die aktuellen Proteste in Los Angeles zeigen. Weitere Beiträge behaupten, Demonstranten würden bezahlt und die mexikanische Regierung plane eine militärische Intervention in Kalifornien.

Aufgestellt von: Soziale Medien

Faktencheck: Irreführend

Teilweise wahr. Einige Inhalte haben realen Ursprung, sind aber veraltet oder aus dem Zusammenhang gerissen. Andere wurden mit KI erstellt oder stammen aus Satirekontexten, etwa die Craigslist-Anzeige über angeblich bezahlte Demonstranten. Die Behauptung einer mexikanischen Militärintervention ist frei erfunden.

Kurze Faktenübersicht:

  • Falsch zugeordnete Bilder: Pflastersteine stammen aus New Jersey oder Malaysia, nicht aus L.A.
  • Veraltete Videos: Brennender Polizeiwagen stammt aus dem Jahr 2020 (George-Floyd-Proteste).
  • KI-generierte Inhalte: Fehlerhafte Details entlarven manipulierte Aufnahmen.
  • Satirische Craigslist-Anzeige: Kein Beweis für bezahlte Demonstranten, sondern Teil einer Comedy-Show.
  • Unbelegte Vorwürfe: Es gibt keine Hinweise auf eine geplante mexikanische Militärintervention.
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Falsch zugeordnete Bilder: Pflastersteine als angeblicher Beweis

Ein virales Bild zeigt gestapelte Pflastersteine auf einer Straße und wird als Beweis für eine geplante Gewaltanwendung bei den Protesten in Los Angeles präsentiert: „Es ist ja nicht so, dass diese „Proteste“ organisiert sind.“

Screenshot X (hier archiviert)
Screenshot X (hier archiviert)

Dieses Bild wurde jedoch in New Jersey aufgenommen und zeigt Materialien für Bauarbeiten: Hier wurden Fassadenarbeiten durchgeführt.

In diesem Kontext wurde ein weiteres Bild von roten Pflastersteinen geteilt: „Warnung: Soros-finanzierte Organisationen haben Hunderte von Paletten mit Ziegelsteinen bestellt, die in der Nähe von ICE-Einrichtungen platziert werden sollen, um von militanten Demokraten gegen ICE-Agenten und -Mitarbeiter eingesetzt zu werden!!! Es herrscht Bürgerkrieg!!!“

Screenshot X (hier archiviert)
Screenshot X (hier archiviert)

Doch wie bereits Nutzer hier vermerkten, stammt dieses Foto in Wahrheit von einem malaysischen Onlineshop für Baumaterial (hier archiviert) und hat keinen Bezug zu den Protesten in Los Angeles.

Veraltete Videos: Brennender Polizeiwagen aus 2020

Ein Video, das einen brennenden Polizeiwagen zeigt, wurde von verschiedenen Nutzern in sozialen Netzwerken geteilt, um die Gewalt der aktuellen Proteste zu illustrieren.

Screenshot X
Screenshot X (hier archiviert)

Eine Bilderrückwärtssuche zeigt jedoch, dass dieses Video bereits 2020 während der George-Floyd-Proteste aufgenommen wurde und somit keinen Bezug zu den aktuellen Ereignissen hat.

Craigslist-Anzeige als angeblicher Beweis für bezahlte Demonstranten

Eine besonders populäre Falschbehauptung drehte sich um eine Craigslist-Anzeige, die angeblich beweisen sollte, dass Demonstranten für ihre Teilnahme an den Protesten in Los Angeles bezahlt werden. Die Anzeige, die martialische Sprache nutzte und wöchentliche Zahlungen von bis zu 12.500 US-Dollar versprach, verbreitete sich viral über diverse soziale Plattformen.

Unter anderem wurde sie in einem X-Post mit dem Titel „CALIFORNIA RIOT IS A FUNDED OPERATION“ als angeblicher Beweis für eine gezielte Destabilisierung der USA genutzt.

Los Angeles Fakes: Pflastersteine, bezahlte Demonstranten und Verschwörungserzählungen – mimikama.org
Screenshot X (hier archiviert)

Doch wie die Nachrichtenagentur Associated Press recherchierte, handelte es sich bei der Anzeige um einen satirischen Streich für die Comedy-Show „Goofcon1“. Der Moderator Joey LaFleur erklärte, dass die Anzeige am 5. Juni veröffentlicht wurde und Teil eines Live-Experiments war, bei dem während der Show mit Interessenten telefoniert wurde.

KI-generierte Inhalte: Verwirrung durch fehlerhafte Details

Ein weiteres Video, das angeblich einen Nationalgardisten während der Proteste zeigt, weist mehrere Unstimmigkeiten auf. So steht auf einem Polizeiauto „LAPC“ statt „LAPD“, und die Ampeln leuchten gleichzeitig rot und grün. Diese Fehler deuten darauf hin, dass das Video durch Künstliche Intelligenz generiert wurde.

Los Angeles Fakes: Pflastersteine, bezahlte Demonstranten und Verschwörungserzählungen – mimikama.org
Screenshot X (hier archiviert)

Unbegründete Behauptungen: Keine mexikanische Militärintervention geplant

In sozialen Netzwerken wird behauptet, die mexikanische Regierung plane eine militärische Intervention in Kalifornien.

Screenshot X
Screenshot X

Diese Behauptung entbehrt jeder Grundlage. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum betonte auf einer Pressekonferenz, dass Mexiko den Grundsatz der Nichteinmischung anwendet und keine militärischen Maßnahmen in den USA plant.

FAQ

Sind die Bilder von gestapelten Pflastersteinen echt?

Ja, die Bilder sind echt, aber sie stammen nicht aus Los Angeles. Eines wurde in New Jersey aufgenommen und zeigt Materialien für Bauarbeiten. Ein anderes stammt von einem malaysischen Onlineshop für Baumaterial.

Zeigt das Video mit dem brennenden Polizeiwagen die aktuellen Proteste?

Nein, das Video stammt aus dem Jahr 2020 und zeigt die Proteste nach dem Tod von George Floyd. Es hat keinen Bezug zu den aktuellen Ereignissen in Los Angeles.

Wurden Demonstranten in Los Angeles für ihre Teilnahme bezahlt?

Nein. Die Craigslist-Anzeige war ein satirischer Streich und Teil einer Comedy-Show. Der Ersteller hat bestätigt, dass sie nichts mit den tatsächlichen Protesten zu tun hat. Die Behauptung über bezahlte Demonstranten ist unbegründet.

Ist das Video mit der „LAPC“-Aufschrift authentisch?

Nein, das Video weist mehrere Unstimmigkeiten auf, wie die fehlerhafte Aufschrift „LAPC“ statt „LAPD“ und gleichzeitig rot und grün leuchtende Ampeln. Diese Fehler deuten darauf hin, dass das Video durch Künstliche Intelligenz generiert wurde.

Plant Mexiko eine militärische Intervention in Kalifornien?

Nein, es gibt keine Belege für eine solche Planung. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum betonte, dass Mexiko den Grundsatz der Nichteinmischung anwendet und keine militärischen Maßnahmen in den USA plant.

Fazit

Falschmeldungen rund um die Proteste in Los Angeles verbreiten sich rasend schnell, werden zehntausendfach geteilt und mit scheinbarer Überzeugung weiterverbreitet, selbst wenn sie nachweislich nicht stimmen.

Ob alte Videos, aus dem Zusammenhang gerissene Fotos oder satirische Inhalte wie die Craigslist-Anzeige: In sozialen Netzwerken wird oft gar nicht mehr überprüft, ob etwas echt ist. Das Ergebnis: Ein chaotisches Meinungsbild, das auf Fehlinformationen basiert.

Quelle:
Tagesschau
LeadStories – Photo Of Bricks Was NOT Taken In Los Angeles During Protests In Early June 2025
SkyNews – George Floyd death: US shops looted, cars set alight, tear gas fired
NBC Los Angeles: Violence Flares Up on the Streets of Los Angeles – NBC Los Angeles
AP News: FACT FOCUS: A Craigslist ad is not proof of paid protesters in LA. It was posted as a prank
YouTube / Claudia Sheinbaum: Achtung der Menschenrechte von Migranten

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