Die Behauptung
In sozialen Medien und Videos wird behauptet, Elon Musk habe Bundeskanzler Friedrich Merz und die Bundesregierung wegen „Beihilfe zum Mord“ im Fall der getöteten Schülerin Liana K. verklagt.
Aufgestellt von: Soziale Medien / YouTube
Faktencheck: Falsch
Musk hat keine Klage eingereicht. Er veröffentlichte lediglich Beiträge auf X, in denen er den deutschen Behörden Mitschuld gab und drastische Konsequenzen forderte. Weder in seriösen Medien noch in juristischen Registern gibt es Hinweise auf ein Verfahren. Selbst rechte Portale berichten nur von Musks Forderungen, nicht von einer Klage. Juristisch wäre eine persönliche Klage Musks gegen Deutschland ohnehin kaum möglich. Die Meldung ist eine Zuspitzung, die gezielt Empörung erzeugen soll.
Musk, Merz und die angebliche Klage
Der Fall Liana K. bewegte Deutschland und wurde durch Musks Kommentare internationalisiert. Doch aus einer politischen Forderung wurde im Netz eine erfundene Klage. Hier zeigt sich ein typischer Mechanismus der Desinformation: Wunschdenken und Spekulation werden als Tatsache verkauft.
Elon Musk äußerte sich Anfang September 2025 mehrfach auf X. Er schrieb, deutsche Behörden hätten „Beihilfe zum Mord“ geleistet und müssten dafür vor Gericht gestellt werden.
Doch genau an diesem Punkt griffen rechte Blogger und YouTuber zu
Aus Musks Forderung wurde eine angebliche Tat. Titel wie „Musk verklagt Merz!“ verbreiteten sich viral. Belege fehlten – was niemanden in diesen Kreisen störte. Die Zuspitzung erfüllte ihren Zweck: Empörung, Klicks, politische Stimmungsmache.
Drei Beispiele verdeutlichen das Muster:
- YouTube-Videos mit tausenden Aufrufen: Dort wurde behauptet, Musk habe bereits eine Klage eingereicht. Doch im Inhalt fand sich nur der Verweis auf seine X-Posts. Keine Aktenzeichen, keine Anwälte, keine Gerichtsdokumente.
- Rechte Blogs schrieben, Musk „verlange harte Konsequenzen“, merkten aber selbst an, dass „ein derartiges Verfahren wohl nicht stattfinden wird.“ Trotzdem übernahmen viele Leser nur die Schlagzeile, der Rest wurde ignoriert.
- Soziale Netzwerke: Auf Plattformen wie Telegram kursierten Collagen mit Musks Bild und angeblichen Gerichtspapieren. Diese Dokumente waren frei erfunden, stilistisch fehlerhaft und ohne Quelle.
Die Wirkung ist klar
Menschen, die ohnehin an ein Versagen des Staates glauben, sehen ihre Vorurteile bestätigt. Musk wird als „mächtiger Retter“ inszeniert, der angeblich gegen das Establishment vorgeht. Tatsächlich gibt es keine Klage.
Juristisch ist das leicht erklärbar
Musk kann weder in Den Haag noch in den USA Deutschland wegen eines Mordfalls verklagen. Staaten genießen Immunität, und internationale Gerichte sind für solche Fälle nicht zuständig. Nur die Familie von Liana K. könnte rechtlich aktiv werden, nicht der Tech-Milliardär. Dies wurde auch in Medien wie hna.de klar benannt.
Die Falschmeldung erfüllt also zwei Funktionen:
Sie schürt Wut über angebliches Behördenversagen und stellt Musk als mutigen Gegner „des Systems“ dar. Beides dient einer politischen Agenda, die besonders der AfD nutzt.
Diese Art von Irreführung ist gefährlich
Wer glaubt, dass ein Milliardär gegen die Regierung klagt, entwickelt leicht das Gefühl, in einem zusammenbrechenden Rechtsstaat zu leben. Misstrauen und Polarisierung wachsen, obwohl die Tatsachen klar sind: Musk hat gesprochen, nicht geklagt.
FAQ
Hat Elon Musk wirklich eine Klage gegen Deutschland eingereicht?
Nein. Er hat lediglich auf X gefordert, deutsche Behörden müssten vor Gericht gestellt werden. Eine Klage existiert nicht.
Warum berichten manche Seiten trotzdem von einer Klage?
Könnte Musk theoretisch Deutschland verklagen?
Nein. Staaten sind vor ausländischen Gerichten immun. Internationale Gerichte nehmen nur Staaten oder Kriegsverbrecher ins Visier, nicht einzelne Kriminalfälle im Inland.
Könnte die Familie von Liana K. rechtlich gegen Deutschland vorgehen?
Ja, denkbar wäre eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, aber erst nach Ausschöpfung aller deutschen Rechtswege. Musk könnte das nur unterstützen, nicht selbst betreiben.
Wie reagierte die Bundesregierung auf die Vorwürfe?
Sie ging nicht direkt auf Musk ein. Kanzler Scholz hatte bereits 2024 betont, auch Milliardäre dürften Unsinn reden. Man wollte seiner Provokation keine Bühne geben.
Fazit
Die Behauptung, Elon Musk habe Bundeskanzler Friedrich Merz und die Bundesregierung verklagt, ist frei erfunden. Er veröffentlichte scharfe Kritik auf X, doch aus seinen Worten wurde im Netz eine erfundene Klage konstruiert. Juristisch ist eine solche Klage unmöglich, und in keinem offiziellen Register gibt es Hinweise darauf.
Die Falschmeldung dient allein dazu, Empörung zu schüren und Musks Rolle künstlich zu überhöhen. Wahrheit ist überprüfbar und in diesem Fall eindeutig: Musk hat keine Klage eingereicht.
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