Bestatter John O’Looney: Weiße Wucherungen in Adern von Geimpften?

Schock-Story eines Bestatters: Angebliche Impf-Nebenwirkungen durch weiße Fasern in menschlichen Adern.

Die Behauptung

Der britische Bestatter John O’Looney behauptet, seit Beginn der Covid-19-Impfungen ziehe er aus den Gefäßen Verstorbener weiße, faserige, „tintenfischartige“ Klumpen. Diese seien ein direkter Beweis, dass die Impfungen tödlich wirken. Seine Schilderungen finden sich in Interviews und Posts.

Aufgestellt von: Bestatter John O'Looney

Falsch

Die „weißen Fasern“ sind medizinisch erklärbare postmortale Blutgerinnsel, wie sie nach dem Tod entstehen können – vor allem bei Kühlung und Einbalsamierung. Fachleute sehen darin kein Impf-Phänomen. O’Looney liefert keine Beweise, sondern Anekdoten, die Angst schüren sollen.

Ähnliche Behauptungen wurden zuvor bereits von Bestattern bzw. Einbalsamierern wie Richard Hirschman in den USA oder auch im Verschwörungsfilm „Died Suddenly“ aufgestellt. Auch diese wurden widerlegt.

💬Welche Mythen kursieren rund um Gesundheitsthemen? Antworten finden Sie im Leitfaden Gesundheits-Desinformation.

FAQ: John O’Looney und die angeblichen Impf-Klumpen

Viele fragen sich: Kann ein Bestatter wirklich etwas entdecken, was Medizinern entgangen ist?

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen
"Bestattungsunternehmer John O'Looney findet immer wieder weiße Faserklumpen in den Blutgefäßen verstorbener Covid-Impfstoffempfänger." | Screenshot Facebook
„Bestattungsunternehmer John O’Looney findet immer wieder weiße Faserklumpen in den Blutgefäßen verstorbener Covid-Impfstoffempfänger.“ | Screenshot Facebook

Wer ist John O’Looney?

O’Looney ist ein Bestatter aus Milton Keynes (UK), der sich seit der Pandemie als Impfkritiker inszeniert. Er tritt in Interviews und Videos auf, wo er von „neuen Phänomenen“ bei Verstorbenen berichtet. Seine Aussagen werden oft von Impfgegner-Seiten verbreitet.

Was genau behauptet er?

Er sagt, seit 2021 fände er regelmäßig „lange, tintenfischartige Faserklumpen“ in den Blutgefäßen Geimpfter. Für ihn sei das ein Beweis, dass die Impfung eine „Biowaffe“ sei, die Menschen töte.

Sind diese Strukturen medizinisch neu?

Nein. Pathologen erkennen darin postmortale Gerinnsel, die durch Stillstand und Abkühlung des Blutes entstehen. Diese Klumpen sind seit Langem bekannt, werden in Lehrbüchern beschrieben und haben nichts mit Impfungen zu tun.

Was sagen Fachleute dazu?

Gerichtsmediziner betonen: Solche Gerinnsel sind ein normaler Leichenbefund. Ohne Laboruntersuchung lässt sich am Aussehen nicht erkennen, wodurch ein Gerinnsel entstanden ist. Einbalsamierung verstärkt den Effekt zusätzlich.

Gab es solche Geschichten auch woanders?

Ja. Besonders in den USA behauptete der Einbalsamierer Richard Hirschman Ähnliches. Seine „Funde“ wurden in denselben Kreisen verbreitet, bis hin zum Film „Died Suddenly“. Auch dort stellten Faktenchecks klar: Kein Beweis, sondern Desinformation mit Schockbildern.

O’Looneys Schock-Behauptungen

Seit 2021 erzählt John O’Looney von „ungewöhnlichen Klumpen“ in Adern Verstorbener. Er präsentiert sich als Augenzeuge einer Katastrophe. Doch er zeigt keine wissenschaftlichen Nachweise, keine Laborproben, keine Obduktionsberichte. Stattdessen nur seine persönliche Deutung: Impfung = Ursache. Genau das ist ein klassisches Muster der Irreführung.

Was Pathologen erkennen

Die von O’Looney beschriebenen weißen, faserigen Strukturen passen exakt zu postmortalen Blutgerinnseln. Diese entstehen, wenn Blut nach dem Tod in den Gefäßen steht, Fibrin ausfällt und Klumpen bildet. Sie wirken dann wie „Abdrücke“ ganzer Gefäße. Fachleute betonen: Das ist Routinebefund in der Gerichtsmedizin, nicht erst seit Impfstart.

Einbalsamierung verstärkt den Effekt

Bei O’Looney und anderen Bestattern fällt auf: Viele „Funde“ stammen aus einbalsamierten Körpern. Dabei wird Formaldehyd ins Blut eingebracht, was Proteine gerinnen lässt. Das Ergebnis: Klumpen werden größer und zäher als üblich. Für Laien wirkt das „unnatürlich“, für Pathologen ist es ein bekanntes Artefakt.

Fehlende Beweise für Impf-Bezug

O’Looney behauptet, die Klumpen träten nur bei Geimpften auf. Doch Bestatter wissen in den meisten Fällen gar nicht, ob ein Verstorbener geimpft war. Zudem bestätigen Fachgesellschaften: In Obduktionen wurde kein neues Phänomen beschrieben. Auch offizielle Register wie das deutsche DeRegCOVID fanden keinen Zusammenhang.

Andere Erzählungen, gleiches Muster

Der US-Bestatter Richard Hirschman berichtete ab 2021 fast wortgleich dieselben „Funde“. Er räumte jedoch ein: „Ich kann nicht beweisen, was das ist. Ich bin kein Arzt.“ Dennoch machten Impfgegner daraus ein „Beweisstück“.

Diese Geschichten kulminierten im Film „Died Suddenly“, der mit Schockbildern und Falschbehauptungen arbeitet, bis hin zu Videos aus der Zeit vor der Pandemie.

Andere O’Looney-Behauptungen: „Turbokrebs“ & Co.

John O’Looney verbreitet nicht nur die Geschichte von weißen Klumpen. Immer wieder warnt er auch vor angeblich massenhaft auftretendem „Turbokrebs“ bei Geimpften, also extrem schnell wachsenden Krebserkrankungen. Diese Behauptung wurde von Fachgesellschaften und Krebsforschern mehrfach klar widerlegt: In den Krebsregistern gibt es keine Anzeichen für eine plötzliche Zunahme aggressiver Tumoren nach Impfungen.

Auch weitere von O’Looney kolportierte Behauptungen – etwa angeblich „massiv steigende Totgeburten“ durch Impfung – wurden durch offizielle Daten längst widerlegt.

Solche Geschichten tauchen regelmäßig in impfkritischen Kreisen auf, basieren aber auf Einzelfällen, Fehlinterpretationen oder reiner Panikmache. Gemeinsam ist all diesen Erzählungen: Sie operieren mit Einzelbeispielen ohne Belege, ignorieren große Datensätze und sollen gezielt Ängste vor den Impfstoffen schüren.

Die eigentliche Gefahr: Desinformation

O’Looney und andere verbreiten ihre Geschichten nicht im Fachkreis, sondern in Verschwörungsmedien. Ziel ist nicht wissenschaftliche Klärung, sondern das Schüren von Angst: Impfungen als „Biowaffe“, Regierung als „Täuschungsapparat“. Das erzeugt Misstrauen, gefährdet Impfbereitschaft und polarisiert die Gesellschaft.

FAZIT

John O’Looney behauptet, er finde „tintenfischartige Klumpen“ in Adern Geimpfter. Doch die Realität ist eine andere: Was er beschreibt, sind postmortale Gerinnsel: Medizinisch bekannte Phänomene, kein Impf-Schaden. Fachleute sehen darin nichts Neues.

Ähnliche Behauptungen (Hirschman, „Died Suddenly“) wurden längst als Desinformation entlarvt.

Quellenverzeichnis:
„Died suddenly“ – Plötzlich verstorben. Ein internationaler Faktencheck. | MIMIKAMA
Photos of blood clots removed during embalming don’t show any link with COVID-19 vaccines; blood clotting risk is much higher after COVID-19 than vaccination | sciencefeedback.co
Mike Adams’ flawed analysis of a clot sent by embalmer Richard Hirschman doesn’t demonstrate any link between blood clots and COVID-19 vaccines | science.feedback.org
US embalmer baselessly links clots to Covid-19 vaccines | AFP FactCheck
False claims linking ‚white clots‘ to mRNA vaccines resurface online in Thailand | AFP FactCheck
‚Died Suddenly‘ film amplifies false Covid-19 vaccine claims | AFP FactCheck
Funeral director’s viral claims about vaccinated people not based in fact | FullFact
‘Died Suddenly’ Pushes Bogus Depopulation Theory | FactCheck
Fact Check: Study does not say COVID vaccines may have fuelled excess deaths | Reuters
“Embalmers finding ‘strange clots’ in jabbed people” | PolitiFact
There’s no scientific evidence that vaccines are responsible for strange blood clots observed by embalmers | Poynter
mRNA-Impfstoffe und „Turbokrebs“: Wie fundiert sind die Behauptungen? | MIMIKAMA
Turbokrebs durch COVID-Impfung: Fakt oder Fiktion? | MIMIKAMA

Lesen Sie auch: Nanoroboter in Impfstoffen? Warum sich diese Behauptungen 2025 immer noch halten

MIMIKAMA · FAKTENCHECK

Faktencheck als Bild teilen

Den Faktencheck per Artikellink teilen oder das 4:5-Faktenbild als PNG herunterladen.

Social-Faktenbild · 4:5 · 1080 × 1350 px

Bild wird vorbereitet …

Bitte prüfe beim Teilen, ob der gekürzte Text die Aussage korrekt wiedergibt. Die vollständige Recherche ist im Artikel verlinkt.


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.