Die Behauptung
Das verbreitete Video zeigt einen aktuellen Brandanschlag auf eine Wahlbox während der US-Zwischenwahlen 2026.
Aufgestellt von: Nutzerzuschrift mit Facebook-Screenshot; Ausgangshinweis: AFP-Faktencheck vom 3. November 2026.
Falsch
Falsch. Die Aufnahme zeigt einen Brand in Vancouver im US-Bundesstaat Washington vom 28. Oktober 2024. Das Video ist echt, die Zuordnung zu den Midterms 2026 ist falsch.
Der Lokalsender KATU berichtete bereits am 28. Oktober 2024 über die rauchende Wahlbox am Fisher’s Landing Transit Center in Vancouver im US-Bundesstaat Washington. Der damalige Bericht beschreibt, wie Einsatzkräfte brennende Stimmzettel aus dem Behälter auf den Boden beförderten. Die jetzt verbreitete Szene gehört damit zur US-Präsidentschaftswahl 2024.
Im vorliegenden Facebook-Screenshot wird das Video als „Breaking“-Meldung über Brandanschläge in Portland und Vancouver verbreitet. Ein Hinweis auf das Aufnahmejahr fehlt. AFP dokumentierte die erneute Verbreitung vor den Midterms 2026 und ordnete die Aufnahme dem damaligen KATU-Bericht zu. Der im Screenshot sichtbare Senderhinweis „KATU 2“ passt zu dieser Herkunft. Der Originalbericht des Senders und die damaligen Behördenmitteilungen bestätigen Ort und Datum des Brandes.
Die Brandanschläge von 2024 sind dokumentiert
Bei den Behältern handelt es sich um offizielle Einwurfboxen für Briefwahlunterlagen. KATU war nach eigenen Angaben am frühen Morgen vor Ort und nennt den Kameramann Evan Bell als Urheber der Bilder. Auch die Mitteilung der Wahlbehörde von Clark County vom selben Tag bestätigt den Brand an genau diesem Standort und erklärt, welche eingeworfenen Unterlagen betroffen sein konnten.
Das FBI führt die Anschläge ausdrücklich unter Oktober 2024. Die Behörde dokumentiert einen Vorfall vom 8. Oktober in Vancouver sowie Brandanschläge vom 28. Oktober in Vancouver und Portland. Laut der Ermittlungsseite wurden improvisierte Brandsätze eingesetzt; die Behörde sucht weiterhin nach Hinweisen zur Identität des Tatverdächtigen. Vancouver liegt hier im Bundesstaat Washington, an der Grenze zu Oregon.
Für beschädigte Stimmzettel gab es Ersatzunterlagen
Clark County meldete am 30. Oktober 2024, dass 488 beschädigte Stimmzettel den jeweiligen Wahlberechtigten zugeordnet werden konnten. Sechs weitere waren nicht identifizierbar; zusätzliche Unterlagen könnten vollständig zu Asche verbrannt sein. Viele der identifizierten Betroffenen hatten bereits Ersatz beantragt, für die übrigen kündigte die Behörde den Versand an. Sie stellte außerdem klar, dass das Verfahren eine doppelte Zählung für dieselbe Person verhindert. Die Zahlen belegen den damaligen Schaden, sagen aber nichts über einen neuen Brand 2026 aus.
Beim Brand in Portland war der Schaden geringer: Nach Angaben von Multnomah County lagen 412 Stimmzettel in der betroffenen Box, drei wurden beschädigt. Die Behörde kontaktierte die drei betroffenen Personen und stellte Ersatzunterlagen aus. Das eingebaute Löschsystem hatte weitere Schäden begrenzt.
Zuletzt berichtete AFP nach Auskünften der zuständigen Wahlverantwortlichen vom 2. November 2026, dass es in ihren beiden Verwaltungsbezirken bis dahin 2026 keine vergleichbaren Wahlbox-Brände gegeben habe. Die Verantwortlichen beschrieben außerdem nachgerüstete Löschsysteme und Sensoren. Diese aktuellen Angaben stammen aus der AFP-Recherche; die öffentlich zugänglichen Mitteilungen von 2024 belegen die damaligen Vorfälle und Maßnahmen. Eine Aussage über sämtliche Vorfälle in den gesamten USA lässt sich daraus nicht ableiten.
Quellen
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