Abgepacktes Bio-Hundefleisch (Faktencheck)

Kathrin Helmreich,

Abgepacktes Bio-Hundefleisch (Faktencheck)
Abgepacktes Bio-Hundefleisch (Faktencheck)

Aktuell schockieren Fotos von abgepacktem Hundefleisch die Nutzer. Zu sehen ist „Labrador- und Collie-Steak“, aber auch ein Hundekadaver am Haken.

Für viele hierzulande ist es unvorstellbar Hundefleisch zu verzehren. So wundert es nicht, dass wir einige Anfragen zu Fotos erhielten, die angeblich Bio-Hundefleisch zeigen.

Es geht dabei um folgende Fotos:

Screenshot by mimikama.org
Screenshot by mimikama.org

Der Faktencheck

Die Fotos von dem abgepackten Hundefleisch
Bei den Fotos von dem verpackten Hundefleisch „Labrador Steak“ und „Collie Steak“ handelt es sich um eine Initiative der britischen Tierrechtsgruppe Animal Aid. Im Rahmen der jährlichen Aktion „Vegan-Monat“, bietet Animal Aid mit einem mobilen Anhänger das vermeintliche Hundefleisch auf verschiedenen Märkten zum Verkauf an.

Animal Aid ist gegen die Tötung aller Tiere aufgrund ihres Fleisches. Hunde erfreuen sich in Großbritannien, wie auch hierzulande, großer Beliebtheit und werden als Familienmitglieder behandelt. Hundefleisch zu essen, wird demnach von vielen Menschen als „krankhaft“ empfunden – diese Tatsache will Animal Aid für sich nutzen und Menschen dazu animieren, für andere Tiere dieselbe Liebe und Fürsorge zu entwickeln.

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Leider haben einige die Kampagne missinterpretiert und Animal Aid stellt klar, dass sie die Tötung von Hunden – oder anderen Tieren – aufgrund ihres Fleisches nicht unterstützt, sondern sich genau gegenteilig für eine fleischfreie Ernährung einsetzt.

Disclaimer: Animal Aid opposes the killing of all animals for their meat. In the UK (where Animal Aid works), dogs are not eaten, and the idea that they might be is seen as sickening. Dogs are well-loved in the UK and are welcomed into people’s homes as part of the family. Animal Aid used this deep affection for dogs to urge people to show the same love and care to other animals by not eating them. However, some people overseas have misinterpreted this campaign, either mistakenly or deliberately. Animal Aid categorically does not support the killing of dogs – or any other animals – for their meat. Instead we actively promote a diet free from all animal products.

Das Foto von dem Hundekadaver, der am Haken hängt
Das Foto, das im rechten Bereich der Collage zu sehen ist und einen Hundekadaver zeigt, der an einem Haken befestigt ist, finden wir zum Beispiel in einem Wikipedia-Beitrag über das „Lychee and Dog Meat Festival“ wieder.

Dieses Festival ist auch als Yulin-Festival bekannt und findet seit 2009 jährlich im chinesischen Yulin (Guangxi) statt. (Wir berichteten)

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Während des Festivals wird das Fleisch von rund 10.000 eigens für das Festival geschlachteten Hunden und auch Katzen verzehrt. Es wird unter anderem mit Litschis und Likör serviert.

Viele protestieren gegen das Yulin-Festival, doch auch wenn 2017 ein Verbot gegen den Verkauf von Hundefleisch während des Festivals erlassen wurde, wird dieses Verbot nicht eingehalten. (Siehe hier)

Fazit

Die Fotos des abgepackten Hundefleischs hat nichts mit dem am Haken hängenden Hund zu tun. In manchen Kulturen wird Hundefleisch gegessen – das finden aber auch dortzulande nicht alle gut. Hierzulande können sich die wenigsten Menschen vorstellen, Hundefleisch zu verzehren.

Die Initiative Animal Aid spricht sich generell gegen den Verzehr von Fleisch aus, egal von welchem Tier. Und auch gegen das Yulin-Festival gibt es viele, die dagegen protestieren.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
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