Antimuslimische Hetze mit irreführenden Karten

Die Behauptung, Muslime seien für eine Serie von Kirchenbränden in Frankreich verantwortlich, ist irreführend. Faktencheck klärt auf.

Die Behauptung

Eine im Internet verbreitete Grafik behauptet, dass in Frankreich in den letzten Jahren zahlreiche christliche Kirchen von Muslimen in Brand gesteckt wurden.

Faktencheck: Irreführend

Diese Aussage ist irreführend. Brandstiftungen und Vandalismus an französischen Kirchen haben häufig keine ideologischen oder religiösen Motive. Die verbreitete Grafik stammt von einer umstrittenen Organisation und enthält eine Vielzahl von Vorfällen, die nicht ausschließlich Muslimen zugeschrieben werden können.

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Nach dem Brand in der Kathedrale von Rouen wurde eine Grafik verbreitet, die angeblich die Brände christlicher Kirchen in Frankreich in den letzten Jahren dokumentiert. Diese Karte wird benutzt, um eine antimuslimische Stimmung zu erzeugen. Die Darstellung ist jedoch irreführend und manipulativ.

Die verbreitete Behauptung

In sozialen Netzwerken wird behauptet, Muslime seien für eine Reihe von Kirchenbränden in Frankreich verantwortlich. Diese Vorwürfe basieren auf einer Karte, die angeblich alle Brände und Vandalismusakte gegen christliche Kirchen in Frankreich in den letzten Jahren zeigt.

Antimuslimische Hetze mit irreführenden Karten
Screenshot der Behauptung aus den sozialen Medien

Vorläufige Bewertung

Die Vorwürfe sind stark übertrieben und irreführend. Der Brand der Kathedrale von Rouen wurde durch Bauarbeiten verursacht. Die geteilte Grafik enthält viele Vorfälle ohne ideologische oder religiöse Motive.

Faktencheck

Brand in Rouen: Der Brand in der Kathedrale von Rouen wurde durch Bauarbeiten verursacht. Bauarbeiter berichteten, dass Plastik auf einer Arbeitsplattform Feuer fing. Es gibt keine Hinweise auf Brandstiftung.

Herkunft der Grafik: Die Karte stammt von der Organisation „Observatoire de la christianophobie„, die seit 2016 vermeintlich antichristliche Taten in Frankreich dokumentiert (ähnlich dem „Einzelfallticker“ der AfD). Die Karte enthält nicht nur Brände, sondern auch Diebstähle, Vandalismus und andere Vorfälle.

Fragwürdige Einstufungen: Viele der auf der Karte verzeichneten Vorfälle wurden von Minderjährigen ohne ideologische oder religiöse Motive begangen. Die französische Zeitung Le Monde weist darauf hin, dass die Einstufung als „christenfeindlich“ oft fragwürdig sei.

Hintergrund der Organisation: Die Organisation wurde von dem ultrakonservativen Katholiken Guillaume de Thieulloy gegründet, der auch rechtsextreme Medien betreibt. Die Organisation versteht sich als Gegengewicht zu öffentlichen Vorwürfen gegen Muslime und wendet sich gegen „Inländerdiskriminierung“.

Falsche Kontextualisierung: Die Karte wird häufig im Zusammenhang mit Bränden wie dem der Kathedrale Notre-Dame in Paris verbreitet, obwohl diese Vorfälle nicht christenfeindlich motiviert waren.

Weiterführende Informationen

Vergleich mit Kanada: Eine ähnliche Grafik zeigt Kirchenbrände in Kanada und stellt einen falschen Zusammenhang mit der muslimischen Bevölkerung her. Diese Brände stehen jedoch im Zusammenhang mit der Entdeckung von Gräbern indigener Kinder auf ehemaligen Schulgeländen.

Vorsicht vor Fehlinformationen: Solche Grafiken und Posts werden häufig in rechtsextremen Kreisen verbreitet, um Feindbilder zu schaffen und antimuslimische Stimmungen zu verstärken. Es ist wichtig, Quellen kritisch zu hinterfragen und nicht auf manipulative Darstellungen hereinzufallen.

Fazit

Die Behauptung, Muslime seien für eine Serie von Kirchenbränden in Frankreich verantwortlich, ist irreführend und entbehrt jeder Grundlage. Viele der Vorfälle haben keinen religiösen oder ideologischen Hintergrund. Es ist wichtig, der Verbreitung von Fehlinformationen und Hass entgegenzutreten.

Quelle: tagesschau.de

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