Die Behauptung
US-Diplomatin Victoria Nuland soll bestätigt haben, dass in der Ukraine Biowaffenlabore existieren.
Unser Fazit
Das ist falsch. Nuland sprach von diagnostischen und bio-defensiven Laboratorien, die keine Einrichtungen für biologische Waffen sind.
In Postings auf Social Media-Plattformen (HIER oder HIER) ist die Rede davon, dass die Existenz von Biowaffenlaboren in der Ukraine seit Wochen bestritten würde, als Fake oder Verschwörung bezeichnet wurde. Diese Laboratorien würden von der USA finanziert und betrieben, und nun hätte die USA dies offiziell bestätigt.
Nutzer stützen sich hierbei auf eine Aussage von Victoria Nuland, Unterstaatssekretärin für politische Angelegenheiten, vom 8. März 2022 im Senatsausschuss für Außenpolitik. In dieser antwortete sie auf die Frage von US-Senator Marco Rubio (im Video ab Minute 1:39:00), dass es in der Ukraine biologische Forschungslabore gibt. „Wir sind derzeit besorgt, dass die russische Armee die Kontrolle über sie übernehmen könnten. Wir arbeiten mit der ukrainischen Seite zusammen, um sicherzustellen, dass die Materialien der biologischen Forschung nicht in die Hände der russischen Streitkräfte gelangen“, fährt sie weiter fort.
Nuland bestätigte also nicht, dass die Ukraine über Biowaffenlabore verfüge. Stattdessen sagte sie nur, dass es in der Ukraine Labore gebe, deren Materialien in den Händen des russischen Aggressors gefährlich werden könnten.
Ein Sprecher des Außenministeriums bestärkte die Aussage Nulands gegenüber „Newsweek“, indem er erklärte, dass „Unterstaatssekretärin Nuland sich während ihrer Aussage auf ukrainische diagnostische und bio-defensive Labore bezog, die keine Einrichtungen für biologische Waffen sind.“
Existenz von Laboren in der Ukraine lange bekannt
Bereits 2005 wurde eine Zusammenarbeit der USA mit der Ukraine gestartet, in der es darum gehen sollte, die Verbreitung biologischer Waffen zu verhindern. Hier wurde ein Vertrag unterzeichnet, der es der ukrainischen Regierung ermöglicht, US-Hilfe zu erhalten, um die Sicherheit in Einrichtungen zu optimieren, in denen gefährliche Mikroben aufbewahrt werden, berichtet die Washington Post im August 2005.
Es wird hier also genau das Gegenteil angestrebt, nämlich die Entwicklung von Biowaffen zu verhindern.
In einer Erklärung vom April 2020 schreibt die US-Botschaft in der Ukraine: „Unsere gemeinsamen Anstrengungen tragen dazu bei, dass gefährliche Krankheitserreger nicht in die falschen Hände geraten.“
Fazit
Victoria Nuland bestätigte nicht die Existenz von Biowaffenlaboren in der Ukraine.
Sie gab vielmehr an, dass es in der Ukraine biologische Forschungslabore gibt, und dass das US-Außenministerium besorgt sei, dass die russische Armee die Kontrolle über diese Labore übernehmen und an die Materialien der Forschung gelangen könnte.
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Quelle: DPA, Newsweek, Washington Post
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