Am 1. Juni trendete ein Hashtag auf Twitter, der wilde Spekulationen auslöste: Wurde Washington DC vom Funknetz und Internet getrennt?

Es ging los um 1 Uhr morgens Ortszeit (9 Uhr morgens hierzulande) am 1. Juni: Auf Twitter trendete plötzlich der Hashtag #DCBlackout, viele Accounts berichteten, dass es in Washington DC kein Netz mehr gäbe, auch bekäme man meine Nachrichten mehr von Nutzern dort. Internet und Funknetze sollen abgeschaltet worden sein.

Washington DC ist eines der Brennpunkte der Proteste, die dem Tod von George Floyd folgten; die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten ein.

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Virale Verbreitung

Der Hashtag #DCBlackout wurde innerhalb weniger Stunden über eine halbe Millionen mal auf Twitter verwendet und sorgte für allgemeine Unruhe in sozialen Medien: Wurden tatsächlich wie in einem totalitären Staat sämtliche Kommunikationsverbindungen gekappt, damit von den Protesten nichts nach außen dringt und sich Demonstranten nicht per Smartphone organisieren können?

Beweise? Fehlanzeige!

Zuerst wurde der Hashtag nur vereinzelt verwendet und bekam dann eine Verbreitung, als immer mehr Nutzer immer mehr Behauptungen dazuschrieben:

Natürlich wurden dann auch Technikspezialisten auf die Behauptung aufmerksam, doch überraschenderweise konnten diese keinen Blackout in Washington und Umgebung feststellen:

„Die Echtzeit-Netzwerkdaten aus Washington, DC zeigen keinen Hinweis auf eine massenhafte Internetunterbrechung über Nacht oder während der letzten 48 Stunden.

Die beobachtbare Festnetz- und Mobilfunkkonnektivität bleibt derzeit stabil.“

Nichtsdestotrotz wurde weiter über einen #DCBlacout getweetet – kurioserweise auch von vielen Einwohnern aus Washington DC, die testen wollten, ob es wirklich einen Blackout gibt und damit der beste Beweis sind, dass es gar keinen gab.

Natürlich waren in der Nacht auch eine Vielzahl von Reportern in Washington DC, die über die Ausschreitungen berichten und ihre Bilder, Videos und Berichte ständig an ihre Redaktionen schicken – doch auch diese konnten keinen Blackout in der Nacht feststellen, wie hier beispielsweise eine Reporterin von ABC7 News klarstellt:

Nachdem immer klarer wurde, dass es sich bei #DCBlackout um Desinformation handelt, schritt Twitter ein: Der Hashtag wurde aus den Trending Topics genommen, viele zumeist recht neue Accounts, die den Hashtag wiederholt verwendeten, wurden gelöscht.

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Fazit

Die Frage ist noch offen, warum der Hashtag überhaupt so viral ging. Die Kollegen von Snopes befragten dazu die Homeland Security and Emergency Management Behörde des Bezirks Washington und bekamen als Antwort, dass es Hinweise auf eine gezielte Desinformationskampagne gäbe, die Beweise wurden an die örtliche Polizeibehörde, die Bundesbehörden und das FBI weiter geleitet.

Auch jetzt noch wird von vielen Accounts über den #DCBlackout diskutiert, sich die Frage gestellt, warum die Medien nichts darüber berichten – einem Ereignis, das es nur in der Gerüchteküche der sozialen Medien gab.


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