„DRAMA: schreckliche Verkehrsunfälle
Ich möchte jetzt nur einen schweren Unfall melden, der viele Tote und mehrere Verletzte hinterlassen hat – die ins Krankenhaus gebracht werden; vielleicht ist ja jemand in deiner nähe. Die Polizei bittet uns, uns zu konsultieren und Videos und Fotos der Opfer anzusehen und zu sehen, ob wir sie kennen: https://….“
So lautet der Text, der aktuell auf Facebook verbreitet wird.

Erst handelt es sich um Verkehrsunfälle (Plural), dann möchte „ich“ nur einen schweren Unfall melden. Abgesehen von der mangelhaften Übersetzung fehlen hier Angaben, die diesen Beitrag realistisch erscheinen lassen. Die naheliegendsten Fragen, die man sich wohl stellen würde, sind hier ohne Zweifel:
– Wo fand der Unfall statt?
– Wann passierte der Unfall?
Auch handelt es sich nicht um einen offiziellen Aufruf der Polizei, wie der kryptische Link, der hier angeführt wird, verrät.
Was steckt hinter dem Link?
Zuerst gelangt man auf eine Loginseite, die dem Facebook-Login nachempfunden wurde:

Auch hier kann man an der URL in der Browserleiste erkennen, dass man sich NICHT auf Facebook befindet. Und wozu einloggen? Schließlich haben wir den Beitrag eben gerade auf Facebook gelesen und waren eingeloggt. Also, geben wir hier Phantasiedaten wie „blibjdkallkds@skjd.de“ und ein ebenso zufällig getipptes Passwort ein. – Und siehe da: Es funktioniert. Wir erhalten keine Fehlermeldung.
Wenn ihr nicht sicher seid, ob die Login-Abfrage wirklich von Facebook stammt, versucht mal, euch mit solchen Phantasiedaten „einzuloggen“. Funktioniert es, ist das die Bestätigung, dass hier nicht wirklich ein Abgleich mit vorhandenen Userdaten stattfindet, sondern diese Seite lediglich dazu da ist, eure Logindaten abzugreifen!
Phishing und Malware
Gibt man hier tatsächlich seine Facebook-Logindaten ein, geht der erste Punkt an die Betrüger, die hinter dieser Seite stecken. Eure Logindaten sind nun in ihren Händen. Doch das war in diesem Fall noch nicht alles.
Erst sieht man eine Seite, auf der man in verschiedenen Sprachen aufgefordert wird, weiterzuklicken:

Kommt man dieser Aufforderung nach, wird unser Antivirensystem in Alarm versetzt und warnt uns vor „potenziell unerwünschtem Inhalt“.
Denn hier wird man auf eine Download-Seite geleitet, auf der man eine Browser-Erweiterung installieren soll, um fortfahren zu können.
Fazit
Bei Meldungen, die nicht von offiziellen Behörden veröffentlicht werden, wenn es um Zeugenaufrufe oder Mithilfe nach Unfällen geht, sollte man von Vornherein misstrauisch sein. Sind die Angaben noch dazu so ungenau wie in diesem Text, kann man davon ausgehen, dass hier kein offizieller Aufruf dahinter steckt.
Derartige Meldungen tauchen immer wieder mal auf. Zugunfälle, Flugzeugabstürze und eben auch Verkehrsunfälle werden erfunden, um Menschen ihre persönlichen Daten abzuluchsen.
Darum unbedingt und immer prüfen, ob etwas Wahres an der Geschichte dran sein kann. Je spektakulärer sie klingt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass hier Betrüger – wie auch in diesem Fall – am Werk sind: Dieser Verkehrsunfall ist frei erfunden!
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