Wenn das Telefon klingelt und eine unbekannte Telefonnummer im Display erscheint, sollten Verbraucher momentan besonders vorsichtig sein. Denn hinter dem Anruf könnten professionelle Betrügerbanden stecken, die sich als vermeintliche Mitarbeiter von Europol, der Bundespolizei, Interpol oder anderen Polizeidienststellen ausgeben.

Ihre Masche hat Hochkonjunktur und Erfolg

Die Kriminellen konnten bereits zahlreiche Opfer reinlegen und um Hunderttausende Euros erleichtern. Der Betrug startet mit gefälschten Rufnummern, die auf den ersten Blick unauffällig erscheinen. Diese lassen sich mit geringem technischen Know-how fälschen. Sogenanntes „Telefon-Spoofing“ wird schon seit langem für Betrügereien eingesetzt. Die Masche, sich als Polizei auszugeben hat aber eine neue Qualität. Zum einen finden diese Anrufe massenhaft statt, zum anderen wird bei den Opfern psychologischer Druck aufgebaut, damit sie ihre persönlichen Daten preisgeben und Geld überweisen.

Was genau hinter der sogenannten „Europol-Masche“ steckt, erläutert ESET Sicherheitsexperte Thomas Uhlemann in seinem aktuellen Blog-Artikel auf WeliveSecurity.

„Fake-Anrufe von vermeintlichen Polizisten haben in den ersten sechs Monaten des Jahres massiv zugenommen. Die deutschen Rufnummern sehen echt aus und scheinen auch regelmäßig gewechselt zu werden. Häufig starten die Anrufe mit einer englischsprachigen, automatischen Ansage, dass etwas mit dem Personalausweis oder der Sozialversicherungsnummer des Angerufenen nicht stimmt. Gehen sie darauf ein, werden sie mit einer echten Person verbunden, die die Opfer um persönliche Daten und Geld erleichtern soll.

Seien Sie misstrauisch, lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und geben Sie auf gar keinen Fall den Anrufern persönliche Daten oder Geld. Im Zweifel lieber auflegen und direkt die nächstgelegene Polizeidienststelle anrufen, um den Sachverhalt abzuklären.“

Thomas Uhlemann, ESET Security Specialist

Merkmale der Fake-Anrufe

  • Bei Rufannahme ist meist eine Bandansage zu hören.
  • Der Angerufene soll die Taste „Eins“ drücken.
  • Nach Drücken der Taste wird der Anrufer an eine Person weitergeleitet, die zur Herausgabe persönlicher Daten sowie zur Überweisung von Geld auffordert.
Lesen Sie auch >   Attentat auf Donald Trump in Pennsylvania: Nährboden für Verschwörungstheorien

Warum ist die Masche so erfolgreich?

Seit mehreren Wochen tyrannisiert die „Europol-Masche“ viele Menschen, insbesondere in Deutschland. 12.470 Beschwerden hat die Bundesnetzagentur erhalten. Über 3.500 Anzeigen allein in Berlin soll es wegen dieser Fake-Anrufe geben. Diese Fälle bilden nur die berüchtigte Spitze des Eisbergs. Ist nur ein Bruchteil der aktuellen Spam-Welle erfolgreich, hat es sich für die Kriminellen schon gelohnt.

In vielen Fällen sehen die Rufnummern echt aus und lassen sich sogar Behörden wie Europol zuordnen. In modernen Telefonanlagen kann nämlich jeder problemlos eine fingierte, ausgehende Rufnummer einstellen. Cyberkriminelle mieten zudem ganze Rufnummernblöcke im Internet.. Zudem sorgt ein vermeintlicher Polizist am anderen Ende der Leitung für Schrecken, da man das Schlimmste befürchtet. Diese Aspekte sind ein Grund, warum diese Maschen derzeit so erfolgreich ist. 

Vier Security-Tipps bei Fake-Anrufen

  • Geben Sie am Telefon keine Details über sich oder Ihre finanziellen Verhältnisse preis.
  • Lassen Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln oder unter Druck setzen, legen Sie einfach auf.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
  • Sollten Sie einen solchen Anruf erhalten, erstatten Sie Strafanzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle.

Quelle: WeLiveSecurity

Passend dazu: Wieder eine Welle von betrügerischen Anrufen angeblicher Europol- und Interpol-Polizisten

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)