Fake-Seiten tarnen sich als Stadtportale, Medien- und Medizinportale oder offizielle Institutionen, um fragwürdige Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Das Gefährliche daran: Oft reicht nur ein kleiner Tippfehler oder ein unglücklich gewähltes Suchergebnis, um in die Falle dieser abenteuerlichen Werbe- und Verkaufsstrategien zu tappen.
Tarnung und Täuschung im Internet mit Fake-Seiten
Der ARD-faktenfinder hat recherchiert und als Beispiel eine Suche nach dem „Hamburg Journal“ des NDR angeführt. Wer stattdessen „Hamburger Journal“ eingibt, kann auf einer Webseite landen, die nur dem Anschein nach dem offiziellen Webauftritt des gesuchten Medien-Unternehmens entspricht.
Diese Seiten tarnen sich als Stadtportale von unterschiedlichen deutschen Städten oder gar als seriöse medizinische Beratungsangebote. Die zuständigen Behörden bestätigen, dass solche Seiten nichts mit den realen Institutionen zu tun haben.
Ein genauerer Blick auf diese Seiten zeigt, dass sie zumeist aus zufällig ausgewählten, frei zugänglichen Pressemitteilungen oder PR-Texten bestehen, die zum Teil an Aktualität zu wünschen lassen. Einige Inhalte wurden vermutlich sogar von künstlicher Intelligenz erstellt.
Der Absender hinter den Angeboten
Diese Fake-Seiten gehören alle zu ein- und demselben Unternehmen: „Young and Moore Publishing“. Der ARD-faktenfinder hat rund 40 Webseiten und vier angebliche Printprodukte gefunden, die diesem Netzwerk angehören.
Die Masche läuft dermaßen ab, dass die angeblichen Stadt- und Medienportale über angebliche Errungenschaften diverser Produkte berichten. Ratgeberseiten geben Produkt-Empfehlungen ab, und Medizinportale präsentieren „unabhängige Tests“. Was folgt, ist der direkte Link zu jenen Anbietern, bei denen man genau diese Produkte kaufen kann.
Vermarktung der unseriösen Angebote durch dubiose Agentur
Die Vermarktung erfolgt über die Agentur Reachstar „powered by AdRock“ in Dubai. Auf deren Website wird offen mit effektiven Marketinglösungen geworben, die eine gute Positionierung in Suchmaschinen versprechen. Ein Werbevideo zeigt, wie einfach es geht: Einloggen, gewünschte Webseiten auswählen, Text hochladen und online bezahlen. Die Kosten beginnen bei 100 Euro pro Artikel.
Was die möglichen Themengebiete angeht, werden hier wohl keine Grenzen gesetzt: Auch Werbung für Kryptowährungen, Glücksspiel und fragwürdige Gesundheitsprodukte können geschaltet werden.
Werbung für gefährliche Produkte
Beworben wird unter anderem ein Präparat namens „GlukoBest“ zur vollständigen Heilung von Diabetes und auch Krebs. Die Verbraucherzentrale NRW warnt ausdrücklich davor, dem Versprechen des Anbieters zu vertrauen und prüft rechtliche Schritte gegen den Anbieter „Visionarix Marketing“.
„Zufälligerweise“ (?) haben alle beteiligten Firmen ihren Standort im selben Gebäudekomplex in der Freihandelszone von Dubai.
Reaktionen und Konsequenzen
Anfragen des ARD-faktenfinder bei AdRock und Young and Moore Publishing blieben unbeantwortet. Die Verfolgung von Urheber- und Markenrechtsverletzungen oder anderer rechtlicher Ansprüche gestaltet sich als schwierig, da der Sitz von Young and Moore Publishing angeblich auf den Marshallinseln liegt und die meisten Webseiten durch Cloudflare „verschleiert“ werden.
Häufige Fragen und Antworten
- Wie kann ich Fake-Seiten erkennen?
Fake-Seiten können schwer zu erkennen sein, da sie oft gut gestaltet und professionell aussehen. Achten Sie auf kleine Unstimmigkeiten wie Tippfehler in der URL oder fragwürdige Inhalte. Wenn Sie unsicher sind, recherchieren Sie auf der Website oder suchen Sie nach anderen Ergebnissen zu dem gewünschten Unternehmen oder der gewünschten Einrichtung und vergleichen Sie diese. - Warum sind gefälschte Gesundheitsprodukte gefährlich?
Gefälschte Gesundheitsprodukte können gefährlich sein, da sie oft keine wissenschaftliche Grundlage haben und ihre Wirkung nicht getestet wurde. Sie können Nebenwirkungen haben oder dazu führen, dass wichtige medizinische Behandlungen unterlassen werden. Vertrauen Sie nur Produkten, die von anerkannten Gesundheitsbehörden zugelassen sind. - Was tun, wenn ich auf eine Fake-Seite stoße?
Wenn Sie auf eine gefälschte Website stoßen, melden Sie dies der zuständigen Behörde oder der Verbraucherzentrale. Geben Sie keine persönlichen Daten ein und tätigen Sie keine Käufe. Informieren Sie auch andere, um die Verbreitung solcher Seiten zu verhindern. - Wie kann man sich vor solchen Betrügereien schützen?
Schützen Sie sich, indem Sie vorsichtig mit persönlichen Informationen umgehen und nur vertrauenswürdige Websites nutzen. Installieren Sie Sicherheitssoftware und halten Sie diese auf dem neuesten Stand. Seien Sie skeptisch bei Angeboten, die zu gut klingen, um wahr zu sein.
Fazit
Fake-Seiten sind eine wachsende Gefahr im Internet. Sie tarnen sich geschickt und verkaufen fragwürdige oder gefährliche Produkte. Es ist wichtig, wachsam zu sein und sich vor solchen Betrugsmaschen zu schützen. Die Verbraucherzentrale und andere Institutionen arbeiten daran, solche Seiten zu bekämpfen und die Verbraucher zu informieren.
Quelle: Tagesschau / ARD-faktenfinder
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