Der Tod von Lisa-Maria Kellermayr im Juli 2022 war ein Weckruf, der die verheerenden Auswirkungen von Hass und Hetze im Netz ins öffentliche Bewusstsein rückte. Wir haben HIER darüber berichtet. Die engagierte Ärztin, die zu Beginn der Pandemie hunderten Menschen das Leben gerettet hatte, wurde wegen ihres Einsatzes für die Impfung zur Zielscheibe radikaler Impfverweigerer. Die Ankündigung eines „Volkstribunals“ und zahlreiche Drohungen setzten ihr so zu, dass sie ihren Lebensmut verlor. Der Prozess gegen einen der mutmaßlichen Täter soll im März 2025 beginnen.
Radikalisierung eines digitalen Mobs
Lisa-Maria Kellermayr hatte mit ihrem Engagement im Kampf gegen die Pandemie vielen das Leben gerettet – und wurde dennoch zur Zielscheibe eines wütenden Online-Mobs. Sie kritisierte öffentlich Corona-Demonstrationen und sprach sich für Impfungen aus. Für radikale Impfgegner und Verschwörungsideologen war das Grund genug, sie anzugreifen. Sie erhielt eine beispiellose Welle von Drohungen, die von Beschimpfungen bis hin zu Morddrohungen reichten und sie und ihr Team schwer belasteten. Finanzielle Probleme und Angstzustände führten dazu, dass sie ihre Praxis schließen musste.
Die Rolle von Roman M. in dem Fall
Der im bayerischen Starnberg lebende deutsche Staatsbürger Roman M. soll zu den Personen gehören, die Kellermayr massiv bedroht haben. In mehreren E-Mails und Social-Media-Nachrichten soll er ihr mit einem „Volkstribunal“ gedroht haben. M. beteuert, seine Äußerungen nicht als Drohungen gemeint zu haben, die Ermittler und ein psychiatrisches Gutachten sehen jedoch Anhaltspunkte dafür, dass seine Nachrichten zum Selbstmord Kellermayrs beigetragen haben.
Sollte M. vor Gericht gestellt werden, drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft wegen gefährlicher Drohung. Der Angeklagte hat bislang nicht bestätigt, ob er freiwillig vor Gericht erscheinen wird. Sollte er nicht erscheinen, könnte ein Europäischer Haftbefehl gegen ihn erlassen werden.
Gesellschaftliche Auswirkungen
Der Fall Kellermayr zeigt, wie gefährlich die Eskalation von Hass im Netz sein kann. Die digitale Radikalisierung Einzelner hat zu einem tragischen Todesfall geführt, der das Thema Hate Speech und seine Folgen in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt hat. Neben den Ermittlungen gegen Roman M. wird weiterhin geprüft, ob weitere Personen aus dem Umfeld der Drohungen zur Verantwortung gezogen werden können.
Fragen und Antworten:
Frage 1: Warum wurde Lisa-Maria Kellermayr zur Zielscheibe von Hate Speech?
Antwort 1: Sie setzte sich für Impfungen ein und kritisierte Corona-Veranstaltungen, was sie ins Visier radikaler Impfgegner brachte.
Frage 2: Was wird Roman M. vorgeworfen?
Antwort 2: Ihm wird gefährliche Drohung in vier E-Mails und drei Social-Media-Beiträgen vorgeworfen.
Frage 3: Welche Folgen hatten die Drohungen für Kellermayr?
Antwort 3: Die Drohungen führten zu Angststörungen, finanziellen Problemen und schließlich zum Selbstmord.
Frage 4: Was passiert, wenn Roman M. nicht zum Prozess erscheint?
Antwort 4: Ein europäischer Haftbefehl könnte seine Festnahme und Überstellung nach Österreich ermöglichen.
Frage 5: Welche gesellschaftliche Bedeutung hat dieser Fall?
Antwort 5: Er wirft ein Schlaglicht auf die zerstörerischen Folgen von Hass im Netz und zeigt die Notwendigkeit von Maßnahmen gegen digitale Gewalt.
Fazit
Der Fall Lisa-Maria Kellermayr ist ein tragisches Beispiel für die zerstörerischen Folgen von Hass im Netz. Der bevorstehende Prozess gegen Roman M. könnte ein Präzedenzfall werden, der zeigt, wie ernst Justiz und Gesellschaft mit Hate Speech umgehen. Es bleibt wichtig, sich aktiv gegen solche Formen der Gewalt zu stellen.
Quelle: derStandard
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