Ivermectin heilt Krebs? Tragischer Brand bei einer Ärztin wird zur Verschwörungsgeschichte

Dr. Karen Ruthman stirbt bei Hausbrand, und wird zur Figur einer gefährlichen Ivermectin-Verschwörung,

Die Behauptung

Eine Ärztin soll ermordet worden sein, nachdem sie angeblich bewiesen hatte, dass Ivermectin Krebs heilen kann. Die Pharmaindustrie habe sie zum Schweigen gebracht.

Aufgestellt von: Soziale Medien, div. Webseiten

Falsch

Falsch. Dr. Karen Ruthman war eine reale Person, die bei einem tragischen Brand starb, doch es gibt keinerlei Hinweise, dass sie mit Krebsforschung oder Ivermectin zu tun hatte. Die Geschichte ist eine Erfindung aus dem Umfeld von Verschwörungsseiten.

Kurze Faktenübersicht:

  • Dr. Ruthman starb bei einem Hausbrand am 5. Dezember 2024 in Plantation, Florida
  • Es existieren keine Hinweise auf Forschung oder Aussagen von ihr zu Ivermectin oder Krebs
  • Die Verschwörungstheorie stammt von der Seite „amg-news.com“
  • Das Medikament ist nicht als Krebsheilmittel anerkannt, Studien dazu sind vorläufig und nicht für den Menschen zugelassen
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Ivermectin als angebliches Wundermittel gegen Krebs – ein gefährlicher Mythos, der durch das Schicksal einer Ärztin weiteren Auftrieb bekommt.

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Der tragische Tod von Dr. Karen Ruthman

In den frühen Morgenstunden des 5. Dezember 2024 brach in einem Wohnhaus in Plantation (Florida) ein Feuer aus. Dabei kam Dr. Karen Ruthman ums Leben, eine in der Region bekannte Hausärztin. Ihr Ehemann war zum Zeitpunkt des Feuers nicht zu Hause. Die Behörden untersuchten den Vorfall als „verdächtigen Brand“. Ein Benzinkanister am Tatort sorgte für Spekulationen, ein offizieller Ermittlungsabschluss steht noch aus.

Freunde und Nachbarn beschrieben Ruthman als einen liebevollen, engagierten Menschen, der sein Leben der medizinischen Versorgung gewidmet hatte. Von einer Beteiligung an kontroverser Forschung oder Whistleblowing-Aktivitäten war öffentlich nie die Rede.

Ursprung der Verschwörungserzählung

Wenige Tage nach ihrem Tod begannen diverse verschwörungsideologische Webseiten, eine ganz andere Geschichte zu verbreiten: Dr. Ruthman habe angeblich herausgefunden, dass Ivermectin Tumore schrumpfen lasse, und sei deshalb zum Schweigen gebracht worden.

Belege? Fehlanzeige.

Screenshot Facebook
Screenshot Facebook

Insbesondere die Seite „amg-news.com“ verbreitete diese Geschichte. Dabei wurden dramatische Behauptungen formuliert, die auf angebliche Patientenakten, Interviews und bevorstehende Publikationen verwiesen,ohne je Beweise dafür zu liefern.

Was sagt die Wissenschaft?

Ivermectin ist ein Antiparasitikum, das bei bestimmten Wurminfektionen eingesetzt wird. Es wurde während der Corona-Pandemie fälschlicherweise als Wundermittel vermarktet. Studien zeigten jedoch keine überzeugende Wirkung gegen COVID-19, und auch nicht gegen Krebs.

Einige Laborstudien an Zellkulturen und Tieren untersuchen derzeit, ob Ivermectin wachstumshemmende Effekte auf Tumorzellen haben könnte. Diese Forschung befindet sich aber in einem frühen Stadium und darf keinesfalls als „Beweis“ für eine Krebsheilung beim Menschen gewertet werden. Ärzte und Onkologen warnen eindringlich davor, etablierte Therapien zu Gunsten solcher Theorien aufzugeben.

FAQ

Gab es Dr. Karen Ruthman wirklich?

Ja. Sie war eine anerkannte Hausärztin in Florida und starb im Dezember 2024 bei einem Hausbrand.

Hatte Dr. Ruthman mit Ivermectin oder Krebsforschung zu tun?

Nein. Es gibt keine Hinweise auf eine solche Tätigkeit oder öffentliche Aussagen von ihr in diese Richtung.

Wer verbreitet die Geschichte?

Verschwörungsseiten wie „amg-news.com“ nutzen dramatische Ereignisse, um Falschinformationen zu verbreiten.

Ist Ivermectin für die Behandlung von Krebs zugelassen?

Nein, es ist nicht als Krebsmedikament zugelassen. Es gibt keine klinischen Studien, die belegen, dass es Krebs heilt.

Woher stammt der Mythos, dass Ivermectin Krebs heilt?

Diese Behauptung kursiert seit Anfang 2025 in sozialen Netzwerken, insbesondere nachdem Schauspieler Mel Gibson in einem Podcast entsprechende Aussagen gemacht hat. Es gibt jedoch keine wissenschaftliche Grundlage dafür.

Kann ich Ivermectin zur Behandlung von COVID-19 oder Impfschäden verwenden?

Nein. Studien haben gezeigt, dass das Medikament keinen nachweisbaren Nutzen bei COVID-19 hat. Auch die Behauptung, es würde „Impfschäden“ heilen, ist frei erfunden.

Ist es gefährlich, tiermedizinisches Ivermectin zu konsumieren?

Ja. Die tiermedizinische Arznei kann schwerwiegende Nebenwirkungen wie Krampfanfälle, Koma oder Tod verursachen. Gesundheitsbehörden weltweit warnen ausdrücklich davor.

Gibt es Forschungen zu Ivermectin und Krebs?

Ja, aber nur auf experimenteller Ebene. Labortests und Tierstudien zeigen gewisse anti-krebsartige Effekte, doch diese sind nicht auf Menschen übertragbar. Klinische Studien fehlen.

Warum glauben Menschen trotzdem an Ivermectin als Heilmittel?

Fehlinformationen und Misstrauen gegenüber der Pharmaindustrie führen dazu, dass Menschen einfachen Lösungen Glauben schenken. Plattformen wie Facebook und Telegram verstärken solche Mythen.

Was sagen offizielle Stellen zu Ivermectin?

Gesundheitsbehörden wie Health Canada und die FDA empfehlen das Medikament nur zur Behandlung bestimmter parasitärer Infektionen, nicht gegen COVID-19 oder Krebs. Die eigenmächtige Einnahme ist fahrlässig.

Gab es 2025 neue Studien, die Ivermectin in der Krebsbehandlung untersuchen?

Ja. 2025 wurden neue präklinische und frühe klinische Studien veröffentlicht, die Ivermectin in Kombination mit anderen Substanzen (z. B. Methioninase, Immuntherapeutika) untersuchen. Erste Labor- und Tierversuche zeigten Effekte auf Tumorzellen. Diese Erkenntnisse sind jedoch experimentell und nicht ausreichend für den Einsatz beim Menschen. Eine Zulassung als Krebsmedikament gibt es weiterhin nicht.

Fazit zum Thema

Die tragische Geschichte von Dr. Karen Ruthman wird von Verschwörungsseiten für Klicks instrumentalisiert. Es gibt keinen Beleg dafür, dass sie mit Ivermectin oder Krebsforschung in Verbindung stand. Solche Falschmeldungen sind gefährlich und können Patienten von wirksamer Therapie abhalten.

Quellen:
Ivermectin unwirksam bei Covid-19
Ivermectin: Kein Wundermittel gegen Krebs
gesundheit.gv.at, AFP, NBC Miami

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