China stand 2020 des Öfteren im Mittepunkt vieler Gespräche. Auch als ein Foto kursierte, das zeigt, wie ein Chinese augenscheinlich ein Baby isst.
Dabei handelte es sich um 20 Jahre alte Bilder, die zu einem Kunstfestival gehörten. Dennoch empörten sich viele Nutzer auch in diesem Jahr noch über den Anblick.
Das Wichtigste zu dem Chinesen, der augenscheinlich ein Baby isst:
- Die Bilder stammen aus dem Jahr 2000 von einem Kunstfestival in China
- Bei dem Mann handelt es sich um einen Performance-Künstler
- Er gab Jahre später zu, dass das Baby nicht echt war
So kursieren nun wieder Screenshots eines Chinesen, der augenscheinlich ein neu geborenes Baby zubereitet und isst. Während manche Kommentare rassistisch über „Chinesen, die alles fressen“ herziehen, betonen andere wiederum, dass nicht alle Chinesen so seien.
Was aber anscheinend niemand tut: Den Wahrheitsgehalt der Bilder zu hinterfragen!

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Wann? Wer? Wo?
Da müssen wir ein paar Jahre zurückreisen, genau genommen bis ins Jahr 2000.
Am 17. Oktober 2000 nahm der chinesische Performancekünstler Zhu Yu an einem Kunstfestival teil, auf dem er sein konzeptionelles Kunstprojekt namens „Eating People“ (Menschen essen) inszenierte.
Als Begründung dieser Performance gab er an, dass keine Religion Kannibalismus verbiete und er auch kein Gesetz kenne, welches das unter Strafe stellt. Er wolle mit dem Akt des Baby-Essens die Lücke zwischen Moral und Gesetz schließen.
Hier könnt ihr ein Interview mit dem Künstler einige Jahre später sehen, in dem er noch einmal über die Performance spricht. Interessant ist dabei der Hinweis am Ende des Videos, welches wir aber, für alle, die das Video nicht sehen wollen, weiter unten noch erläutern werden.
Achtung! Das Video beinhaltet explizites Bildmaterial!
Wie in dem Video zu sehen ist, betreibt Zhu Yu recht gerne „körpernahe“ Kunst; so ließ er sich für ein Kunstwerk auch mal chirurgisch ein Stück Fleisch aus dem Bauch entfernen, um es auf die Haut eines toten Schweins zu nähen.
Hat er wirklich ein Baby gegessen?
Zumindest behauptete das Zhu Yu für lange Zeit, nach eigenen Aussagen habe er einen abgetriebenen Fötus aus einer medizinischen Fakultät gestohlen und tatsächlich gekocht und gegessen.
Nun ist es aber so eine Sache mit Avantgarde-Künstlern: Sie wollen das Publikum schockieren! So ist es durchaus fast denkbar, dass er tatsächlich ein Baby kochte und aß. Es ist aber auch möglich, dass er geschickt trickste.
Man muss bedenken, dass es sich bei den Festivals in China zumeist um staatliche Veranstaltungen handelt, und selbst wenn es kein Gesetz gegen Kannibalismus in China gibt (wir konnten das nicht verifizieren, aber auch in Deutschland beispielsweise ist Kannibalismus keine Straftat), so hätte zumindest der illegale Diebstahl dem Künstler Ärger eingebracht.
Die Hinweise am Ende des Videos sind dazu auch noch interessant: Die Ersteller der Reportage blendeten ein, dass Zhu Yu später zugab, dass es sich nicht um ein echtes Baby handelte; trotzdem musste er – was die Bilder nicht zeigen – sich einige Male übergeben, bevor er den wahrscheinlich aus Fleischresten „gebastelten“ Fötus gegessen hat.
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Fazit
Babys sind natürlich keine eine übliche Speise in China, und auch der Performance-Künstler Zhu Yu legte es zwar darauf an, sein Publikum zu schockieren, doch auch das hat Grenzen für ihn: Er gab Jahre später zu, dass es sich um kein echtes Baby handelte.
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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)

