Krim russisch oder ukrainisch? Eine TikTok-These im Faktencheck

USA und UNO erkennen Krim weiterhin nicht als russisch an

Die Behauptung

In einem TikTok-Video wird behauptet, dass sowohl die USA als auch die UNO mittlerweile die Krim als Teil Russlands anerkennen.

Aufgestellt von: TikTok

Falsch

Falsch. Die Krim wird von den USA und der UNO weiterhin als völkerrechtswidrig annektiertes ukrainisches Territorium betrachtet. Ein Vorschlag der Trump-Administration ist kein offizieller Kurswechsel.

Kurze Faktenübersicht

  • Die USA erkennen Russlands Anspruch auf die Krim nicht an.
  • UNO bewertet Annexion als Verstoß gegen internationales Recht.
  • Trump bot Anerkennung der Krim als russisch lediglich als Verhandlungslösung an.
  • Ukrainisches Kriegsrecht verbietet aktuell jede Verfassungsänderung.
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Anerkennung der Krim: Was wirklich im Raum steht

Seit 2014 steht die Frage der Zugehörigkeit der Krim im Zentrum geopolitischer Spannungen. Russland hatte damals die Halbinsel militärisch besetzt und anschließend annektiert, unter weltweiter Kritik. TikTok-Videos behaupten nun, die USA und sogar die UNO hätten sich von dieser Haltung abgewandt.

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Screenshot TikTok
Screenshot TikTok

Doch diese Behauptung ist irreführend.

Die rechtliche Position der USA und UNO

Die offizielle Haltung der USA ist eindeutig: Die Halbinsel zwischen dem nördlichen Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer ist ukrainisches Territorium.

Eine Erklärung des US-Außenministeriums bekräftigt: „Es ist die Politik der Vereinigten Staaten, den Anspruch der Russischen Föderation auf Souveränität über die Krim nicht anzuerkennen.“

Diese Position wird durch die seit 2014 verhängten Sanktionen gegen Russland manifestiert, welche unter Präsident Barack Obama initiiert wurden.

Auch die Vereinten Nationen betrachten die Annexion der Halbinsel als illegal. Mehrere Resolutionen der UN-Generalversammlung verurteilen Russlands Vorgehen scharf und fordern den Rückzug der Streitkräfte aus den besetzten Gebieten.

Trumps Friedensplan: Anerkennung als Tauschhandel?

Während seiner Amtszeit als US-Präsident machte Donald Trump in Interviews, unter anderem mit dem Magazin „Time“, deutlich, dass seine Regierung bereit sei, die Krim als russisch zu akzeptieren, sofern dies zu einem Friedensschluss zwischen der Ukraine und Russland führe. Dieser Vorschlag war jedoch ein rein diplomatischer Vorstoß, der nie in Gesetzesform oder offizielle US-Politik überführt wurde.

In den USA selbst stieß dieser Plan auf große Ablehnung. Die Vorstellung, einen völkerrechtswidrigen Landraub nachträglich zu legitimieren, ist mit den Grundprinzipien der US-Außenpolitik unvereinbar.

Verfassungsgrenzen in der Ukraine verhindern Gebietsverzicht

Ein weiterer Punkt wird in der Debatte häufig übersehen: Die ukrainische Verfassung, insbesondere Artikel 133 und 157, lässt keine territoriale Abtretung zu, solange Kriegsrecht herrscht. Seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 befindet sich die Ukraine im Ausnahmezustand. Präsident Selenskyj bekräftigte wiederholt, dass keine Friedensverhandlungen auf Basis eines Verzichts auf ukrainisches Territorium geführt würden.

Internationale Uneinigkeit, aber klare Mehrheit gegen Annexion

Obwohl einzelne Länder Russland offen oder stillschweigend unterstützen, ist die internationale Mehrheit gegen die Annexion der Krim. Bei UN-Abstimmungen zeigt sich diese Haltung regelmäßig, etwa in Resolutionen, die die territoriale Integrität der Ukraine bestätigen.

Auch wenn es unter UN-Mitgliedsstaaten unterschiedliche Ansichten gibt, wie ein Frieden erreicht werden kann, ist die Haltung zur Krimfrage bei UNO und USA klar: Die Halbinsel gehört völkerrechtlich zur Ukraine.

FAQ

Hat Donald Trump die Krim als russisch anerkannt?

Nein. Er schlug es als möglichen Verhandlungsweg vor, aber es wurde nie offizielle US-Politik.

Gilt die Krim nach internationalem Recht als russisch?

Nein. Die UNO und die meisten Staaten erkennen die Halbinsel weiterhin als Teil der Ukraine an.

Könnte die Ukraine die Krim im Rahmen eines Friedensplans abtreten?

Rein rechtlich derzeit nicht möglich. Die Verfassung verbietet territoriale Änderungen im Kriegszustand.

Hat die UNO die Krim-Frage neu bewertet?

Nein. Die Haltung blieb konsistent: Die Annexion ist illegal und wird nicht anerkannt.

Warum gibt es dann Staaten, die Russland unterstützen?

Aus geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen wie etwa China, Syrien oder Nordkorea.

Fazit

Die Behauptung, USA und UNO hätten die Krim als russisch anerkannt, ist falsch. Weder gibt es offizielle Beschlüsse noch diplomatische Signale, die auf eine solche Änderung hindeuten. Trumps Vorschlag bleibt ein politisches Manöver ohne rechtliche Relevanz.

Quelle: DPA

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