Ist es Information oder doch nur Manipulation? Im Internet und in Sozialen Medien kursieren täglich Unmengen von Informationen. Doch was passiert, wenn falsche Informationen verbreitet werden und sogar Namen unschuldiger Dritter missbraucht werden? Hier ein Fall der Klimaaktivisten „Letzte Generation“.

„Letzte Generation“ – Falsche Anschuldigungen

Die bundesweite Debatte um die Blockadeaktionen der Klimagruppe „Letzte Generation“ hat eine neue Wendung genommen. In einem in den sozialen Medien verbreiteten Flugblatt werden angebliche „10 Gebote“ in einem „Forderungskatalog“ der Gruppe vorgestellt, die sie ab 2024 umsetzen will – vom Verbot bestimmter Sportveranstaltungen bis zu Einschränkungen für energieintensive Industrien.

Screenshot des "Forderungskatalogs"
Screenshot des „Forderungskatalogs“

Verbot von Motorsport-, Sport- und Musik-Veranstaltungen werden demnach gefordert, ebenso werden Themen wie die Einstellung aller Baumaßnahmen oder Einschränkungen von Flugreisen angeführt.

Die Wahrheit hinter dem Flugblatt

Es stellte sich schnell heraus, dass dieses Flugblatt nicht authentisch war. Die „Letzte Generation“ selbst hat jegliche Verbindung zu diesem Dokument von sich gewiesen:

„Das Flugblatt ist eine Fälschung und stammt nicht von der Letzten Generation und basiert in keiner Weise auf den Forderungen der Letzten Generation“, teilten die Klimaaktivisten der DPA mit.

Interessant ist auch, dass die Angaben der Verfasser vermischt wurden. Während die „Letzte Generation“ als Urheber angeführt wird und deren Logo den Briefkopf ziert, findet sich im Impressum der Name eines Bloggers, der die Aktionen der „Letzten Generation“ in seinem Blog scharf kritisiert.

Jener Blogger wies jede Verantwortung von sich und erstattete Strafanzeige.

“Wir haben mittlerweile den Autor dieser Falschmeldung ermitteln können und rechtliche Schritte gegen Diesen mit Hilfe unseres Rechtsbeistands und der polizeilichen Behörden eingeleitet.

Hinweise für die Benutzer der Sozialen Medien: “Jeder, der diese Falschmeldung teilt oder auf anderer Weise verbreitet, macht sich ebenfalls strafbar der bereits oben genannten Straftatbestände. Wir werden jegliche Verbreitung zur Anzeige bringen!”

Die echten Forderungen

Statt auf Spekulationen zu vertrauen, sollten Interessierte die tatsächlichen Forderungen der „Letzten Generation“ direkt von ihrer Webseite heranziehen. Darunter finden sich zum Beispiel Forderungen wie eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h auf Autobahnen und ein permanentes 9-Euro-Ticket. Außerdem plädieren sie dafür, dass die Bundesregierung einen Gesellschaftsrat gründet, um den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bis 2030 zu planen.

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Kontroverse Aktionen

Seit 2022 setzt sich die „Letzte Generation“ mit verschiedenen Aktionen für den Klimaschutz ein. Dabei stehen sie nicht nur im Fokus der Medien, sondern auch der Strafverfolgungsbehörden. Von Sachbeschädigungen bis hin zu Widerstandshandlungen wurden bereits rund 2000 Verfahren eingeleitet. Aber auch sie sind nicht vor Übergriffen gefeit. Über 100 Ermittlungsverfahren wurden wegen Angriffen auf ihre Mitglieder eingeleitet.

Fazit

In unserer schnelllebigen digitalen Gesellschaft ist die Überprüfung von Fakten und das Hinterfragen von Quellen unerlässlich. Ein weiteres Beispiel dafür, wie leicht ungenaue oder gar falsche Informationen verbreitet werden können, ist das gefälschte Flugblatt der „Letzten Generation“. Wir sind gefordert, verantwortungsvoll zu handeln und nach der Wahrheit zu suchen.

Quelle:

DPA

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