Politiker dürfen auf Facebook ungestraft Falschnachrichten verbreiten – Einem Prominenten ist das nun zuviel geworden.
In diesem Jahr entscheidet sich, ob Donald Trump seinen Hut nimmt oder weitere vier Jahre Präsident der USA sein wird. Dementsprechend wird auch viel Politik-Werbung auf Facebook zu sehen sein, und gerade Trumps Äußerungen stehen da oftmals in der Kritik. Prominenten wie Mark Hamill reicht dies nun – sie verlassen die Plattform.
Die Ankündigung
In einem Tweet warf Mark Hamill dem CEO von Facebook, Mark Zuckerberg vor, durch das Zulassen von politischer Werbung den Profit über die Wahrheit zu stellen:
So disappointed that #MarkZuckerberg values profit more than truthfulness that I've decided to delete my @Facebook account. I know this is a big "Who Cares?" for the world at large, but I'll sleep better at night. #PatriotismOverProfits 🇲🇾>💰 https://t.co/seb2eJMTo6
— Mark Hamill (@HamillHimself) January 12, 2020
Auf Deutsch:
„So enttäuscht, dass Mark Zuckerberg mehr Wert auf Profit als auf Wahrhaftigkeit legt, dass ich beschlossen habe, meinen Facebook-Account zu löschen. Ich weiß, das ist ein großes „Wen kümmert’s?“ für die Welt als Solches, aber ich werde nachts besser schlafen können.“
Dazu verlinkt Hamill noch auf einen Artikel der „New York Times„, in dem berichtet wird, dass Facebook Falschbehauptungen in politischen Anzeigen zulassen und diese nicht auf den Wahrheitsgehalt überprüfen wird, entgegen der Forderungen des US-Kongresses.
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Facebook in der Kritik
Der ehemalige Sicherheits-Chef Facebooks, Alex Stamos, ist nicht glücklich über die Entscheidung seines ehemaligen Arbeitsgebers, sämtliche politische Werbung ungeprüft zuzulassen, man könne auch Kompromisse schließen, ohne eine Diskussion zu unterbinden.
So sagt er auf Twitter:
https://twitter.com/alexstamos/status/1215312537945812993?s=20
„Ich würde die Überprüfung von Fakten auf Behauptungen der Politiker über ihre Gegner beschränken.
„Mexiko wird für die Mauer bezahlen“ kann von den Wählern beurteilt werden, aber Aussagen wie „Mein Gegner wird verhaftet werden“ sollten überprüft werden.“
Was machen andere Plattformen?
Facebook hat schon bals als Alleinstellungsmerkmal, politische Werbung ungeprüft zuzulassen, denn andere Plattformen handeln anders oder gegenteilig:
- Snapchat zeigt deutlich, was politische Werbung ist und wer wieviel dafür bezahlt hat
- TikTok distanziert sich gezielt von Facebook und verbannt jegliche politische Werbung
- Twitter zeigt seit November 2019 keine bezahlte, politische Werbung mehr in der Timeline
Facebook wird zumindest mehr Transparenz in politische Anzeigen bringen: Es wird angezeigt, wer eine Anzeige schaltete und wieviel bezahlt wurde.
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Auch andere Prominente gingen bereits
Seit den Datenskandalen der vergangenen Jahre befürchten natürlich besonders Prominente, dass ihre persönlichen Daten mißbraucht werden, weswegen sich vermehrt diverse Persönlichkeiten von Facebook verabschiedet haben, unter anderem die Sängerin Cher, der Schauspieler und Comedian Will Ferell, Schauspieler Jim Carrey und Apple-Mitbegründer Steve Wozniak.
Ob nun noch weitere Prominente dem Beispiel Mark Hamills folgen und sich auf andere Plattformen konzentrieren werden, bleibt abzuwarten.
Artikelbild: Shutterstock / Frederic Legrand – COMEO / Featureflash Photo Agency
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